Cool im grünen Wasser

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Genau das Richtige bei diesen Temperaturen: Bäderservice Kahl und der Eigenbetrieb Kommunale Dienstleistungen hatten zur Party im Babenhäuser Schwimmbad eingeladen.

Babenhausen - „Mein Name ist Daddy Cool. Seid ihr alle cool drauf?“, schallt es gestern Morgen im Schwimmbad um kurz vor 11 Uhr durch große Lautsprecherboxen. Von Michael Just

Danach verändert das Wasser plötzlich sein Aussehen: Aus Kanistern strömen gelbe, grüne und rote Töne, die dem kühlen Nass mittels Lebensmittelfarben, die sich später wieder auflösen, eine verrückte Optik verleihen. „Alle Hände nach oben“ kommt die Anweisung durch die Lautsprecher, während vier Animateure in ihren violetten T-Shirts mit Sonnenbrille bereits am Beckenrand zu den Sommer-Beats eines DJ`s tanzen und zum Mitmachen auffordern.

Als wenig später das „Fliegerlied“ von den jungen Zillertalern durch die Badeanstalt fegt, gibt es kein Halten mehr: Kaum einer hat die Hände nicht in der Luft, der Nichtschwimmerbereich entwickelt sich zur mit Wasser gefüllten Tanzfläche. „So lässt sich feiern“, sagt ein 12-Jähriger, der zwar noch nicht auf Mallorca war, sich die „Spaß-Action“ am Ballermann aber genauso vorstellt.

Bei uns geht wirklich die Post ab“, sagt Dalila Kahl vom Bäderservice Kahl, der das Babenhäuser Freibad betreibt. Bereits im letzten Jahr hatte sie zur „Fun & Action Poolparty“ geladen und bei den Kindern und Jugendlichen einen Sturm der Begeisterung ausgelöst. Die Sache sei zwar im höheren vierstelligen Eurobereich nicht ganz billig, aber man wolle dem Nachwuchs in seinen Sommerferien etwas bieten – und das zum normalen Eintrittspreis. So habe man mit der Jugendförderung der Stadt im Vorfeld einen passenden Termin abgesprochen. Wie gut die Party im Vorjahr ankam, macht Kahl an zwei Beispielen fest: Eine Familie habe ihren Amerika-Urlaub extra an der Poolparty ausgerichtet. Und eine andere sei wegen diesem Event extra früher aus Berlin nach Hause gekommen.

Professionelle gute Laune

Immer gut drauf: Animateur Georg.

Aufgebaut und organisiert wird die Pool-Party von der schwäbischen Spaßagentur „H2O Fun Events“. Zum „Action-Team“ gehören acht Animateure und zwei Aufbauhelfer. 80 solcher Partys verzeichnen die Veranstalter, die sich vor acht Jahren gegründet haben, mittlerweile pro Jahr in Deutschland und im angrenzenden Ausland. Fast täglich verbreitet man in irgendeinem Freibad in der Republik gute Stimmung. Das Konzept beinhaltet große, aufblasbare Aufbauten im Wasser wie ein Hindernisparcours oder ein meterhoher „Eisberg“ zum Hochkraxeln und Runterspringen. Dazu gibt es jede Menge Spiel- und Spaßwettbewerbe im Wasser, neudeutsch kurz als „Aqua-Fun“ bezeichnet. Auch außerhalb des Wassers muss sich keiner langweilen: Dort warten Go-Kart-Fahren, ein Song-Contest, Konstruktionswettbewerbe, eine Mini-Disco oder eine Playstation für all‘ jene, die selbst im Freibad nicht von der Konsole lassen können. Wie ansteckend das Team wirkt, wurde schnell deutlich: Beim Tanzen im Wasser machten über alle Altersgrenzen hinweg bald auch die Erwachsenen mit.

So war bis weit nach 17 Uhr immer etwas los, alles stets mit Partymusik unterlegt. Dabei stets in vorderster Front: Teamleiter Georg. Auch wenn er schon über 40 ist, merkt man ihm das zu keinem Zeitpunkt an. Sein Markenzeichen: keine Haare, große Sonnenbrille, Hawaiihose, redegewandt und mit jedem sofort per du. Durch seine sympathische Art verkörpert er zweifelsfrei den idealen Animateur. Wie der Heilbronner über sich verrät, war er vorher DJ und hat noch die guten alten Schallplatten aufgelegt. Die Frage, wie es ist, jeden Tag „gut drauf sein“ zu müssen, scheint sich bei seiner Frohnatur fast zu erübrigen. „Da muss man einfach professionell sein“, sagt er.

Von Babenhausen geht es direkt zum nächsten Auftritt nach Ingolstadt. Ob er im Winter als Skilehrer arbeitet, verneint Georg. Stattdessen habe sein Arbeitgeber mit „Aqua-Movie“ ein neues Konzept entwickelt: Dabei schafft man im Winter in Hallenbädern Kinoatmosphäre. „Im Wasser Film gucken. Man muss nur Ideen haben“, nickt ein Zuhörer anerkennend. „Und wie sieht‘s mit Wirtschaftskrise aus? „Bei uns nicht“, lacht Georg und ergänzt: „Wenn es um Spaß geht, gibt‘s keine Krise.“

Quelle: op-online.de

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