Damit Frauenhälse glitzern

Babenhausen - Da sah man Frauenaugen leuchten: Begeistert blieben viele Besucherinnen der Hobbykünstlerausstellung am Stand von Andrea Mützel stehen.  Von Petra Grimm

Die Babenhäuserin präsentierte in der Stadthalle ihre Schmuckkreationen „For Seasons“: Ketten, Armbänder und Ohrringe aus Silber und Gold mit Edelsteinen, Halbedelsteinen, Murano-Glas, Swarovski-Steinen oder auch Perlen aus Lava-Stein. Seit fast 20 Jahren verkauft sie Schmuck, seit etwa acht Jahren stellt sie ihn in Handarbeit mit hochwertigem Material auch selbst her. „Das Entwerfen neuer Schmuckstücke macht am meisten Spaß“, sagt die 46-Jährige, die früher beim ehemaligen Haushaltswarengeschäft Rose beschäftigt war.

Ausstellungen von Andrea Mützel sind immer beim Oster- und Weihnachtsmarkt in Babenhausen und bei der Adventsausstellung der Hergershäuser Gärtnerei Winkler zu sehen. Wer das Atelier besuchen möchte oder sie zu einer Präsentation zu sich nachhause einladen möchte, meldet sich bei ihr unter 06073/63536.

Ideen für neue Schmuckstücke habe sie auch nach all den Jahren noch reichlich. „Aber eine Kette bleibt eine Kette und ein Armband ein Armband. Das Rad kann ich nicht neu erfinden“, sagt sie lachend. Unterstützt wird sie von ihrem Mann Peter Mützel, der ihr neben seinem eigenen Beruf bei Ausstellungen und Messebesuchen oder auch der Buchführung hilft. „Zweimal im Jahr gibt es einen Kollektionswechsel. Da wird jeweils ein Drittel der Kollektion durch ganz neue Sachen ersetzt“, sagt die Schmuckdesignerin, die ein eigenes Atelier mit Werkstatt „Im Fronhof“ betreibt.

Sie entwirft dort aber nicht nur nach ihren eigenen Ideen, sondern geht auch auf die Wünsche ihrer Kunden und Kundinnen ein. „Für Hochzeiten oder Abendroben beispielsweise mache ich Spezialanfertigungen“, sagt Andrea Mützel. Die Schmuckstücke werden angepasst und sie gibt auf ihre Arbeit „lebenslange Garantie“, wie sie sagt: „Wenn etwas kaputt geht, wird es kostenlos repariert“. Manches muss sie auch ausprobieren und mit dem Material herum experimentieren. „Manchmal liegt eine Kette nicht so, wie man vorher gedacht hat“, erklärt sie und zeigt als Beispiel eine Kette, bei der Drähte mit Perlen und Schmucksteinen ineinander verflochten sind. Da sind dann Fingerspitzengefühl und Geduld gefragt, bis das Schmuckstück schön aufliegt. Ringe und Anhänger, die geschmiedet werden müssen, kauft sie dazu.

Das Anfertigen und Verkaufen des Schmucks ist für die gelernte Arzthelferin zum Vollzeitjob geworden. Neben dem handwerklichen und künstlerischen Teil der Arbeit nehmen Präsentationen viel Zeit in Anspruch. Ein bis zwei Abende pro Woche ist sie unterwegs, um ihre Schmuckstücke zu verkaufen. „Ab September beginnt das Weihnachtsgeschäft. Da bin ich dann fast jeden Abend unterwegs“, erzählt sie. Maximal 50 Kilometer fährt sie für eine Verkaufsschau. Um an das Murano-Glas zu kommen, fährt sie zweimal im Jahr sogar extra nach Italien, um direkt beim Hersteller zu kaufen.

Angefangen hat sie mit der Schmuckanfertigung eher zufällig: „Als mein Sohn gerade ein Jahr alt war, wurde ich zu einer Schmuckpräsentation eingeladen.“ Sie habe schon immer ein Faible für Schmuck gehabt und sich gedacht, das könne man als Mutter eines kleinen Kindes auch gut abends zuhause machen. „Ich hätte ja nie gedacht, dass das so gut läuft“. Auch die Wirtschaftskrise schlägt sich bei ihrem Geschäft noch nicht nieder. Ihre Ketten kosten zwischen 90 und 140 Euro, die Armbänder ab 40 Euro. „Das gönnen sich die Frauen auch jetzt noch“, sagt Andrea Mützel, zu deren Kunden nicht nur Frauen aller Generationen gehören, sondern auch Männer, die ein Geschenk für ihre Frau oder Freundin anfertigen lassen wollen.

Quelle: op-online.de

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