Damit der Verkehr optimal rollt

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Wie fließt der Verkehr optimal durch den Landkreis? Welche Maßnahmen sind zu treffen, welche Umgehungsstraßen haben Priorität?

Darmstadt-Dieburg/Babenhausen ‐ Wie fließt der Verkehr optimal durch den Landkreis? Welche Maßnahmen sind zu treffen, welche Umgehungsstraßen haben Priorität? Von Stefan Scharkopf

Erste Ergebnisse des Verkehrsentwicklungplans, der zur Beantwortung dieser Fragen herangezogen wird, liegen dem Landratsamt nun vor. Ein Planungsbüro hatte eine Bestandsaufnahme vorgenommen und Modellrechnungen erstellt. Dabei wurden in verschiedenen Planfalluntersuchungen Maßnahmen aus dem vordringlichen und weiteren Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes gemeinsam mit zusätzlichen in den Städten und Gemeinden angeregten Maßnahmen modellhaft durchgespielt, um herauszufinden, wie sie sich auf den örtlichen und überörtlichen Verkehrsfluss auswirken. Der landkreisweite Verkehrsentwicklungsplan sei hessenweit einzigartig, bundesweit liege nur wenigen Landkreisen eine so umfassende verkehrliche Datenbasis vor, heißt es dazu aus dem Landratsamt.

Zu den gesetzten Maßnahmen, die von Bund und Land als dringlich bewertet werden, zählt die West- und Südumgehung von Babenhausen und der dreistreifige Ausbau der B 26 zwischen Babenhausen und Dieburg. Während der Ausbau der Bundesstraße politisch in Babenhausen nicht umstritten ist - auf Kritik stößt nur das bisher geplante Ausbauende bei Sickenhofen - wird um die Westumgehung gerungen.

Nordostumgehung soll Innenstadt entlasten

Hohe Priorität genießt auch die Nordostumgehung in Darmstadt. „Die Ergebnisse belegen eindeutig, dass die Region diese Straße braucht“, sagt Landrat Klaus Peter Schellhaas. Die Planfalluntersuchung habe gezeigt, dass mit dem Bau der Nordostumgehung die Innenstadt von Darmstadt entlastet werde. Gleichzeitig werde das Oberzentrum für Pendlerströme aus Richtung Osten besser erreichbar, da Staus auf der B 26 durch die Nordostumgehung vermieden würden. Zusätzlicher Transitverkehr durch den Landkreis wird laut Untersuchung nicht angezogen.

In einer weiteren Kategorie wurden von den Kommunen in Erwägung gezogene Vorhaben untersucht, die eher lokale Auswirkungen haben. So zeigt beispielsweise ein Netzschluss der L 3095 auf der B 45 zwischen den Anschlussstellen Messel und Ober-Roden eine Entlastung der nördlichen Ortsdurchfahrt von Eppertshausen. Abzuraten ist entsprechend der Untersuchungsergebnisse von einer Westumgehung Dieburgs zwischen der L 3094 und der K 128. Damit wäre keine wesentliche Entlastung der Ortslage verbunden, jedoch würde sich der Verkehr deutlich von der B 45/B 26 zum verkürzten Netzschluss Nordumgehung-Westumgehung Dieburg verlagern.

Belastbare verkehrliche Datenbasis

Die Kommunen werden die bisherigen Ergebnisse mit ihren lokalen Planungen abgleichen und Stellungnahmen abgeben. Nach dem letzten Verkehrsentwicklungsforum in der ersten Jahreshälfte 2010 werden dem Kreistag die endgültigen Empfehlungen für die Optimierung des Verkehrsnetzes im Landkreis Darmstadt-Dieburg zur Beschlussfassung vorgeschlagen. Damit liegt dann eine belastbare verkehrliche Datenbasis vor, die für den Landkreis und seine 23 Kommunen, für den Bund, das Land bei Verkehrsplanungen eine wichtige Entscheidungshilfe darstellt.

Quelle: op-online.de

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