Gruppen bis zu 50 Personen

Nach Hallenschließungen: Es darf wieder geturnt werden

Babenhausen - Die Hallen im Stadtgebiet standen am Donnerstagabend im Fokus der Stadtverordnetenversammlung. Positive Nachrichten gab es für die Vereine in Hergershausen und Sickenhofen. Und für die Stadthalle gibt es einen „ernst zu nehmenden“ Interessenten. Von Norman Körtge 

Letztendlich war die Entscheidung eindeutig. Mit 29 Ja-Stimmen aus den Reihen von CDU, SPD, FDP und Grünen, bei einer Enthaltung und vier Nein-Stimmen (Freie Wähler) machten die Stadtverordneten am Donnerstagabend den Weg dafür frei, dass ab sofort wieder Vereinsgruppen von bis zu 50 Personen die Friedel-Wiesinger-Halle in Sickenhofen und das Bürgerhaus Hergershausen für ihre Trainings- und Übungsstunden nutzen dürfen. Ausgenommen hiervon bleiben allerdings die Räume im Obergeschoss des Bürgerhauses.

Mit diesem Votum hoben die Lokalpolitiker den Beschluss aus dem Februar auf, der den Magistrat aufgefordert hatte, die beiden Mehrzweckhallen wegen brandschutztechnischer Mängel unverzüglich zu schließen. Wie berichtet, hatte Bürgermeister Joachim Knoke (SPD) dieses Prozedere bereits auf einer gemeinsamen Ortsbeiratssitzung angekündigt. Allerdings gilt die Prämisse, dass nur Gruppen mit überwiegend „ortskundigen Personen“ die Räumlichkeiten nutzen und Trainer, Übungs- sowie Gruppenleiter zeitnah eine Unterweisung durch den Stadtbrandinspektor bekommen. Letztere Maßnahme beruhte auf einem FDP-Ergänzungsantrag, dem 17 Abgeordnete zustimmten, bei 16 Enthaltungen und einer Gegenstimme. Keine Mehrheit fand hingegen ein CDU-Ergänzungsantrag, demzufolge der Magistrat für die Situation in den Hallen die „volle Verantwortung“ übernehme. Die SPD zog ihren Antrag zur Einberufung eines „Runden Tischs zur Erarbeitung eines Hallenkonzepts“ zurück und verwies ihn in die Ausschüsse. Vorausgegangen war harsche Kritik von CDU-Fraktionsvorsitzendem Stephan Sawallich („Passt systematisch nicht zum Brandschutz“) und FDP-Fraktionschef Manfred Willand („Thema verfehlt“) und dem Hinweis, dass es bereits einen „Runden Tisch des Sports“ gebe.

Dass Nein-Votum der Freien Wähler begründete FWB-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Heil damit, dass er weiter den ganzen Sachverhalt kritisch beobachten werde und verwies darauf, dass es der Antrag seiner Fraktion gewesen sei, der die ganze Sache ins Rollen gebracht habe: „Nach acht Jahren passiert jetzt etwas.“

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Im nächsten Schritt sollen nun die beiden Hallen zeitnah brandschutztechnisch so ertüchtigt werden, dass bis zu 199 Menschen sich in den Hallen versammeln dürfen. 80.000 Euro sind dafür in den Haushalt eingestellt worden.

Nach langer Diskussion verwies die SPD ihren Antrag zum „Verbleib der Stadthalle in städtischer Trägerschaft“ in die Ausschüsse. CDU-Fraktionsvorsitzender Sawallich hatte zuvor darauf hingewiesen, dass im vergangenen Jahr mit großer Mehrheit der Magistrat beauftragt worden sei zu prüfen, ob ein externer Betreiber gefunden werden könne, um die städtischen Kosten zu senken. Ergebnisse lägen aber noch nicht vor. Wie Bürgermeister Knoke allerdings berichtete, hätte das Anfang des Jahres gestartete Interessensbekundungsverfahren zumindest einen „ernst zu nehmenden“ Bewerber hervorgebracht. Dessen Konzept werde derzeit noch detailliert geprüft und dann den Stadtverordneten vorgelegt.

Quelle: op-online.de

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