Dekra zertifiziert Christliches Sozialwerk

Ritterschlag für Qualität in Pflege

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Das Christliche Sozialwerk ist seit zwölf Jahren für die gute Qualität in Harreshausen zertifiziert. Zum ersten Mal bestätigte die Dekra jetzt auch dem Seniorenhaus Bethanien und der mobilen Pflege die gute Qualität. Axel Dröge von der Dekra (rechts vorne) übergibt das Zertifikat an die Qualitätsbeauftrage Regina Diekmann (links vorne) und das gesamte Führungsteam.

Harreshausen - Die Dekra zertifiziert das Christliche Sozialwerk und deren Sozialunternehmen.

Den Dienst am Menschen in der Senioreneinrichtung in Harreshausen begann das Christliche Sozialwerk mit der Philosophie, Menschen nach christlichem Maßstab mit Achtung zu begegnen. Eine Philosophie, die zu Qualität verpflichtet. Diese Qualität zertifizierte die Dekra dem Seniorenzentrum Bethesda in Harreshausen nach dem DIN ISO 9001- Qualitätsmanagementsystem jetzt erneut. Zum ersten Mal unterzogen sich auch die Sozialwerkunternehmen Bethesda Service GmbH, Bethesda mobile Pflege und das Seniorenhaus Bethanien in Schaafheim der Qualitätsprüfung und erreichten die Zertifizierung.

Dekra-Mitarbeiterinnen Gisela Kandalaft und Marina Müller prüften vier Tage lang in Schaafheim und Harreshausen, ob Praxis und Dokumentation stimmen. Die Auditorinnen setzten Prüfungsschwerpunkte in den einzelnen Bereichen. „Bei der Pflege muss beispielsweise die Durchführung und die Dokumentation stimmen. Ich lege auch Wert auf regelmäßige Teambesprechungen“, betont Kandalaft, die sich von Haus aus mit dem medizinisch-sozialen Bereich gut auskennt. Stichprobenartig überprüfen sie die Praxis. „Wir prüfen jedes Jahr. Zertifiziert werden die Unternehmen aber nur alle drei Jahre durch eine Prüfung über mehrere Tage“, erläutert Kandalaft.

Pionierleistung im Pflegebereich

Hausleiter Matthias Herth hatte 1999 die zukunftsweisende Idee, die Qualität der Einrichtung in Harreshausen extern bestätigen zu lassen. Genau drei Jahre vor dem Pflegequalitäts-Sicherungsgesetz, das die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems in diesem Bereich vorschreibt. Im Jahr 2001 erhielt das Seniorenzentrum erstmals die ISO-Zertifizierung. „Es zeugt von Transparenz, dass das Seniorenzentrum schon zwölf Jahre lang zertifiziert ist. Das ist eine Pionierleistung im Pflegebereich“, führte der Vertriebsleiter der Dekra, Axel Dröge, bei der Übergabe der Zertifizierung an.

Zum Vergleich: Laut dem zweiten Bericht des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen für 2006 unterzogen sich bis dahin 5,4 Prozent der Pflegeeinrichtungen in Deutschland dem zertifizierten Prüfungsverfahren, nur 3,7 Prozent wurden nach der DIN ISO-Norm geprüft. Laut Dröge prüft die Dekra nur noch zwei weitere Senioreneinrichtungen im Odenwaldkreis und im Kreis Darmstadt-Dieburg. Vor rund zehn Jahren entwickelten soziale Trägerverbände eigene Zertifizierungsverfahren, die weniger zeitaufwändig sind. Das Sozialwerk und seine Unternehmen bevorzugt aber weiterhin die Dekra-Prüfung.

Mehr Qualität durch Kritik

„Die ISO-Zertifizierung ist sozusagen eine Art Ritterschlag, die höchste Stufe der Qualitätsbescheinigung. Von diesem Niveau möchten wir nicht mehr herunter“, betont Geschäftsführer Tom Best. Das System erleichtere die Einarbeitung neuer Mitarbeiter, vereinfache die Zusammenarbeit und die Erstellung neuer Projekte. In zwölf Jahren sei es gelungen, das Qualitätsmanagement des Seniorenzentrums in Harreshausen immer weiter zu entwickeln. „Vor fünf Jahren entstanden vier Einzelunternehmen unter dem Dach des Christlichen Sozialwerks. Es hat einige Zeit gedauert, bis sich alle neuen Arbeitsbereiche die Prozesse und Arbeitsmittel des Qualitätsmanagements erarbeitet haben“, erklärt der 52-Jährige. Wesentliche Unterstützung bekommt die Geschäftsleitung durch die Qualitätsbetauftragte Regina Diekmann. „Alle Prozesse führen immer wieder zu dem Wunsch, unsere Kunden zufrieden stellen zu wollen“, sagt Best weiter. Deshalb müsse bei Verbesserungsbemühungen der Ausgleich zwischen der praktischen Arbeit und der unvermeidlichen Dokumentation gesucht werden.

„Kritikfähigkeit ist ein entscheidendes Kriterium für mehr Qualität in einem Dienstleistungsunternehmen“, weiß der Sozialmanager. Kritik, Verbesserungsvorschläge, aber auch Lob der Kunden, Angehörigen und Mitarbeiter seien wichtig für die Sicherung der Qualität der Unternehmen. „Nur so können wir nach außen zeigen, dass wir unsere Philosophie, Kunden Bewohnern, Mitarbeitern und Geschäftspartnern mit Achtung zu begegnen, in der Praxis leben“, bekräftigt Tom Best. -

st

Quelle: op-online.de

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