Streit um Reiterhof geht weiter

Demonstration vor Hofgut Fortuna

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Plakate gegen die Pächterin: Zahlreiche Einsteller und Reiter protestierten von dem Eingang des Hofguts Fortuna.

Harreshausen - Die Eltern, die am Sonntag mit ihren Kindern zum Hofgut Fortuna am Rande von Harreshausen unterwegs waren, machten wohl gleich wieder kehrt, nachdem sie ihr Ziel erreicht hatten. Von Ulrike Bernauer

Statt fröhlicher Osterstimmung sahen die Besucher nur Polizisten und eine lautstarke Menge von etwa 50 Personen, die Plakate hoch hielten. Auf diesen forderten die Demonstranten Pächterin Klaudia Skodnik auf, den Hof zu verlassen. „Wir wollen die Hartmanns wieder“ war auf einem Plakat, „Dein Pachtvertrag läuft zum 31.3.2013 aus, also geh’ endlich nach Haus“ auf einem anderen zu lesen.

Zum Hintergrund: Skodnik hatte den Hartmann-Hof ursprünglich für ein Jahr bis zum 31. März vom langjährigen Besitzer Hans Helmuth Hartmann gepachtet, da dieser sich nach eigenem Bekunden aus Altersgründen zur Ruhe setzen wollte.

Aus dem geplanten Verkauf wird nichts

Nach Ablauf der zwölf Monate sollte der Hof an Skodnik veräußert werden, die neben dem Reiterhof auch Tierheilpraktik und Therapeutisches Reiten anbieten wollte. Zwischenzeitlich kündigte Hartmann allerdings den Pachtvertrag fristgerecht. Aus dem geplanten Verkauf wird deshalb nichts, Hartmann will den Reiterhof gemeinsam mit seiner Frau Silvia lieber wieder selbst führen. Skodnik wurde von diesem Vorhaben überrascht und möchte den Hof trotzdem weiterhin kaufen.

Am Ostermontag machten nun zahlreiche Einsteller und Reiter vor dem Eingang des Reiterhofs mit Plakaten ihrer Empörung Luft. Teilweise zahlen sie, wie Brigitte Weber berichtete, die Kosten für die Unterbringung ihres Pferdes aktuell auf ein Treuhandkonto ein, teilweise haben sie ihre Pferde sogar vom Hof genommen.

Pferde teilweise nicht gefüttert

Die Vorwürfe von Skodniks Gegnern gipfeln darin, dass die Pächterin die Pferde teilweise nicht gefüttert habe, was Skodnik vehement bestreitet. Sie füttere auch die Tiere, für die sie zurzeit kein Geld mehr von den Besitzern erhalte, sagte sie gegenüber unserer Zeitung.

Hans Helmuth Hartmann wiederum beklagt, dass er den Hof nicht mehr betreten dürfe und Skodnik seit Oktober keine Pacht mehr zahle. Diesen Vorwürfen begegnet Skodnik damit, dass sie die Pacht mit anderen Zahlungen aufrechne und im Gegenteil die Hartmanns noch bei ihr Schulden hätten. Inzwischen ist der Streit so weit eskaliert, dass sich die beiden Parteien Anwälte genommen haben.

Security-Kräfte und Polizei bei Demonstration

Tatsache ist, dass am Ostermontag neben einigen Security-Kräften auch drei Polizisten die Demonstration, die vor dem Hofeingang stattfand, begleiteten. So waren beide Gruppen räumlich voneinander getrennt. Skodnik und ihre Befürworter saßen während des Protests auf dem Hof und bedauerten, dass die geplante Ostereiersuche für Kinder nicht stattfinden konnte.

Und auch Michaela Ring, eine Einstellerin, die ihr Pferd seit Oktober auf dem Reiterhof hat, zeigte sich wegen der Stimmung sehr bedrückt. „Ich bin mit den Leistungen des Hofes sehr zufrieden. Mit gefällt allerdings gar nicht, dass man hier in die Streitigkeiten hineingezogen wird, auch wenn man selbst gar kein Interesse daran hat.“

Lage auf dem Reiterhof eskaliert

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Warum die Lage auf dem Reiterhof so eskaliert ist, kann keiner der beiden Hauptakteure sagen – auch nicht auf mehrfache Nachfrage. Hartmann bestätigte, dass am Anfang alles ordentlich gelaufen sei. Da er Skodnik fast als Tochter betrachtet habe, habe er auch den Verkaufspreis reduziert. Skodnik weist dagegen auf ein erstelltes Gutachten hin, nach dem der Hof 535. 000 Euro wert sei. Als Kaufpreis hatten sich beide Parteien ursprünglich aber auf 1,2 Millionen Euro geeinigt – also mehr als das Doppelte. Nun bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass sich die Hauptakteure an einen Tisch setzen und einigen, wie es Michaela Blank, eine Freundin der Pächterin, ganz dringend empfiehlt.

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Quelle: op-online.de

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