Helmut Fendt ist am planen

Corona: Gibt es einen Weihnachtsmarkt in Babenhausen?

Weihnachtsmarkt-Organisator Helmut Fendt  plant einen Markt im Kleinformat.
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Weihnachtsmarkt-Organisator Helmut Fendt plant einen Markt im Kleinformat.

Ostermarkt und Altstadtfest in Babenhausen hat Helmut Fendt in diesem Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie bereits absagen müssen. Den Weihnachtsmarkt gibt er noch nicht verloren.

Babenhausen – Am vergangenen Wochenende (12./13 September) hätten die Babenhäuser mit vielen Gästen bei bestem Spätsommerwetter eigentlich ihr Altstadtfest gefeiert. Im Pandemiejahr musste es ausfallen. Der Aufwand für die Sicherheitsmaßnahmen wäre zu groß gewesen. Aber wie sieht es mit dem Weihnachtsmarkt aus, der vom Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes veranstaltet wird?

Die Hoffnung, dass die traditionelle, zweitägige Veranstaltung des Vereins am ersten Adventswochenende stattfinden kann, hat der Babenhäuser DRK-Vorsitzende Helmut Fendt noch nicht aufgegeben. Und er hat auch Ideen, wie es funktionieren kann. Die gute Nachricht: Die Profi-Marktbeschicker wären zu 80 Prozent gewillt, ihre Stände wieder aufzubauen, wie Fendt, der auch ein gut vernetzter Inhaber eines Schaustellerbetriebes ist, in Erfahrung gebracht hat. Schließlich verdienen die meisten, wie er, seit dem Frühjahr kein Geld mehr. „Die übrigen 20 Prozent, die nicht mitmachen würden, gehören überwiegend zur Risikogruppe“, so Fendt.

Beschicker für die Marktmeile gäbe es also genug, aber die Frage wo und vor allem wie die Veranstaltung in Pandemie-Zeiten durchgeführt werden kann, bereitet ihm doch Kopfzerbrechen. „Die Besucher zum Tagen von Mund-Nasenmasken zu verpflichten und dass Abstand gehalten werden muss, ist gar nicht das Problem. Man kann auch überall Desinfektionsmittel aufstellen“, sagt der DRK-Vorsitzende, der das Hauptproblem in der Nachverfolgung der Kontakte sieht. Das war auch schon der Knackpunkt bei der Planung des Altstadtfestes.

Dass Eingänge ausgewiesen werden, an denen sich die Besucher auf Listen mit Namen und Adressen eintragen, wie in den Restaurants, das wäre bei einem Markt kaum durchzuführen. Es gäbe in Stoßzeiten lange Schlangen und Menschenansammlungen, die ja auch vermieden werden sollen. Auch eine Online-Buchung von Besuchertickets im Vorfeld, wodurch die Namen und Adressen dann auch bekannt wären, scheint nicht realistisch.

Was ihm Hoffnung macht: „Die Nachverfolgung ist im Moment bei Wochen- und Flohmärkten nicht gefordert. Ich weiß aber nicht, wie das bei den Weihnachtsmärkten geplant ist“, so Fendt, der sich schon vergeblich beim Gesundheitsamt um Aufklärung über diesen wichtigen Punkt bemüht hat.

Dass ein anderer, kleinerer Rahmen für den Weihnachtsmarkt gefunden wird, scheint kein Problem. Fendt hat das Gespräch mit Bürgermeister Joachim Knoke gesucht und der würde bei Vorliegen der nötigen Genehmigung durch die Behörden grünes Licht für einen geschrumpften Weihnachtsmarkt auf dem Stadthallen- Parkplatz geben, so Fendt: „Im Bereich vom Restaurant Toscana bis zum Ranis Hof und mit einer kleineren Gruppe von Hobbykünstlern, mit dem geforderten Abstand, in der Stadthalle. Aber so ein schönes Ambiente, wie in der Altstadt und mit der Beleuchtung durch die Lichterketten wäre dann leider nicht geboten.“

Das zweite große Problem, neben der Kontaktverfolgung ist für den DRK-Vorsitzenden die Planungsunsicherheit. „Wenn wir alles vorbereiten, Händler verpflichten und Geld investieren und dann wird wegen steigender Infektionszahlen alles von jetzt auf gleich abgesagt, bleiben wir als Verein auf den ganzen Kosten sitzen. Das war ja schon beim Ostermarkt so. Aber da ging es auf Kosten unserer privaten Firma. Beim Weihnachtsmarkt mit dem DRK als Veranstalter kann man das gar nicht riskieren.“

Aber die Flinte jetzt schon ins Korn werfen und aufgeben, ist Fendts Sache nicht. Zumal er seine ganze Branche im Blick hat. „Wenn die Weihnachtsmärkte jetzt auch noch großflächig ausfallen ist spätestens im nächsten Jahr das ganze Schausteller- und Eventgewerbe am Ende.“ (Von Petra Grimm)

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