„Der Autoverkehr war der Wahnsinn“

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Im Olympiastadion von Peking stimmten die Babenhäuser Schüler eine kleine La-Ola-Welle an.

Babenhausen ‐ „Sind hier viele Menschen!“ Das war der erste Eindruck, den die Schülerinnen Tina Muhl und Sabrina Pöhlmann (beide 18) von Peking hatten. Die beiden Oberstufenschülerinnen waren bei der China-Reise der Bachgauschule mit von der Partie. 19 Schüler und zwei Lehrer besuchten für zehn Tage das Land der Mitte. Von Katrin Görg

Wo viele Menschen sind, gibt es auch viel Verkehr. Tina erzählt: „Der Verkehr war der Wahnsinn! Die Menschen fahren dort, wie sie wollen. Zum Beispiel werden Ampeln und Fußgängerüberwege überhaupt nicht beachtet. Und in den vollen U-Bahnen steht man ganz eng gequetscht.

Zurück in der Heimat: Tina Muhl (links mit Panda) und Sabrina Pöhlmann präsentieren ihre China-Einkäufe.

Verblüffend findet sie, dass dort weniger Unfälle als in Deutschland passieren sollen - trotz der verrückten Fahrweise der Chinesen. Ihre Freundin Sabrina fügt hinzu: „Aber es gibt auch eine Unmenge von Fahrradfahrern die in der Stadt herumfahren. Und jede Straße, egal wie groß oder klein, hat einen zusätzlichen Fahrradstreifen.“

Schüler erleben sehr vielseitige Stadt

Es gibt aber noch weitere Unterschiede zur Heimat. „Die Jugendlichen waren irgendwie ganz anders als bei uns. So etwas wie Pöbeleien oder so gab es gar nicht. Aber es scheint normal zu sein, dass dort einfach jeder andauernd auf den Boden spuckt. Das war eklig“, erzählt Sabrina. Die begleitende Lehrerin, Gabriele Gottschalk, beschreibt Peking als eine sehr vielseitige Stadt. Auf der einen Seite gebe es die Armenviertel und im Gegensatz dazu ragen in der Stadt 20-stöckige Hochhäuser in den Himmel.

Die Einwohner Pekings hätten ganz unterschiedlich auf die Deutschen reagiert. „Die Menschen in Pekings Innenstadt haben sich eigentlich gar nichts aus uns gemacht, aber die Chinesen aus der Provinz haben scheinbar wirklich noch nie Weiße gesehen, schon gar nicht mit blondem Haar. Sie waren ganz außer sich uns zu treffen und wollten unbedingt Fotos mit uns machen“, sagt Tina kopfschüttelnd.

Einblicke in die chinesische Kultur

Bei einem Besuch in einer chinesischen Schule sei es ganz ähnlich abgelaufen: „Wir waren in einer achten Klasse, die Schüler waren ungefähr 16 Jahre alt. Alle waren sehr nett, sind aber regelrecht auf uns eingestürmt. Sie waren alle, auch die Erwachsenen, sehr auf Beziehungen mit uns aus, die auch halten, damit sie uns in Deutschland besuchen kommen können.

Untergebracht war die Babenhäuser Reisegruppe im Bejing Institut of Education, auf einem internationalen Universitätsgelände in Peking. „Wir haben jeweils zu zweit in einem Studentenzimmer übernachtet. Das Zimmer war schon okay, aber man durfte kein Toilettenpapier in die Schüssel werfen wegen der Verstopfungsgefahr. Leider haben wir das erst nach ein paar Tagen mitbekommen“, berichten die beiden Schülerinnen. Im Institut erhielt die Gruppe Einblicke in die chinesische Kultur und die einheimische Zeichenkunst. „Wir haben dabei gelernt, dass langer Augenkontakt, vor allem zwischen Mann und Frau, in der chinesischen Kultur eher unerwünscht ist“, Tina.

Polizisten, die nichts zu tun haben

Den Kommunismus in China habe man auch an verschiedenen Stellen gespürt. „Vor allem an den vielen, teilweise sinnlosen Jobs hat man das gemerkt. Überall stehen Polizisten herum und haben praktisch nichts zu tun.

Das Fazit ihrer Reise fällt bei beiden Schülerinnen durchweg positiv aus. Organisiert wurde die Tour von den Lehrern Gabriele Gottschalk und Joachim Reiter, die die Reisegruppe auch begleiteten. „Wir hatten einen ziemlich straffen Zeitplan. Kaum waren wir angekommen ging es auch schon ohne Schlaf los. Wir haben aber auch wirklich sehr viel gesehen, die zehn Tage waren allerdings genug. Wäre es eine weitere Woche so weitergegangen, hätte man all die Eindrücke gar nicht verarbeiten können“, sagt Tina. Am besten habe ihr die Chinesische Mauer gefallen; ihre Freundin ist da derselben Meinung.

Quelle: op-online.de

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