Deutschland-Fans zu Besuch

Mit dem GPS-Gerät in der Hand unternahmen die Letten eine moderne Form der Schnitzeljagd durch die Kernstadt.

Babenhausen (rin) ‐ Besuch aus dem Baltikum: Lettische Schüler waren in der Stadt, „um das Land zu entdecken, dessen Sprache sie lernen“, wie ihre Deutschlehrerin Mara Lapina sagte.

Untergebracht waren die 14 bis 16 Jahre alten Letten in Babenhäuser Gastfamilien. Schüler der achten Jahrgangsstufe der Offenen Schule (OSB) hatten sie bei sich aufgenommen. Zehn Tage blieben sie, gingen zur Schule und machten ein Praktikum in Babenhäuser Betrieben. „In Lettland gibt es diese Möglichkeit nur für Berufsschüler, wir kommen aber von einer Schule, die vergleichbar mit dem deutschen Gymnasium ist“, erklärte Zanda (16), die in der Kinderkiste mithalf. „Das macht mir wirklich Spaß. Am Anfang fiel es mir zwar noch schwer, die Sprache richtig zu verstehen, aber nach ein paar Tagen wurde es schon besser.“

Ihre Freundin Elva (14) war begeistert vom Chemie-Unterricht in der Babenhäuser Gesamtschule: „Es war toll, dass wir so viele Experimente selbst machen durften.“

„Alles an Deutschland gefällt mir“

Zuhause in Lettland wählen die Schüler ab Klasse sechs zwischen Deutsch und Russisch als zweiter Fremdsprache. „Die meisten nehmen Russisch, weil sie zu unserem Nachbarland eher einen Bezug haben als zu Deutschland“, so Mara Lapina. Doch für Alex (14) war klar, dass er lieber die deutsche Sprache lernen will. „Er ist ein richtiger Deutschland-Fan, er sammelt alles was damit zu tun hat“, verriet seine Lehrerin. Klar, dass er auch bei der Fußball-WM mitfiebert: „Ich habe alle Deutschland-Spiele gesehen.“ Warum Alex Deutschland so mag, weiß er selbst nicht so genau: „Es ist einfach so. Alles an Deutschland gefällt mir.“

Wie gut sich die Letten nach einer Woche leben und wohnen in Babenhausen auskennen, wurde bei einer Rallye durch die Stadt auf die Probe gestellt. GPS-Geräte lotsten die Schüler, ähnlich wie beim Geocaching, zum Bahnhof, zur Stadthalle oder zum Hexenturm, bis alle endlich im Eiscafé Galileo eintrudelten. Jetzt ging es zurück in die Heimat. Ihre Babenhäuser Gastgeber werden sie im September in Lettland besuchen. „Der Austausch ist nun der sechste in dieser Form. Den ersten Kontakt zu Lettland gab es aber schon vor zehn Jahren“, sagte Andreas Murmann, Lehrer der OSB.

Quelle: op-online.de

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