Diesmal sorgt der Wald für Geld

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Insgesamt rund 193 Hektar Wald – hier bei Langstadt – erwirbt der Hessen Forst als Ausgleichsflächen.

Babenhausen (st) - Und wieder ein unverhoffter Geldsegen für die Stadt: Diesmal kommt das Geld vom Hessen Forst. Bis zu zwei Millionen Euro stehen derzeit bereit, um kommunalen Wald in Babenhausen als Ausgleichsflächen zu erwerben.

Nach ausführlichen Beratungen hat der Magistrat entschieden, von dieser Option Gebrauch zu machen; eine entsprechende Beschlussvorlage steht in der nächsten Stadtverordnetenversammlung auf der Tagesordnung. Angesichts überplanmäßiger Ausgaben für Investitionen in der Vergangenheit – Markwaldhalle, Ausbau der Kindergärten, Schwimmbadsanierung – und den bereits beschlossenen Großprojekten wie Bahnhofsmodernisierung und Neubau des Kindergartens Ludwigstraße will der Magistrat damit die Aufnahme von Krediten vermeiden und die Liquidität im Etat gewährleisten, wie es aus dem Rathaus heißt.

Der Hessen Forst begründet den Kauf damit, dass die Waldfläche in Hessen weniger geworden ist. Flughafenausbauten in Frankfurt und Kassel-Calden etwa, oder Trassen für Straßen und die Ausweisung von Gewerbe-oder Wohnflächen führen zum Verlust am Wald.

„Dass der Hessen Forst Wald in Kommunen kauft, ist ein ständiges Geschäft“, sagt der Leiter des Forstamts Dieburg, Helmut Seitel, „es gibt lediglich einen Eigentumswechsel. Für die Bürger ändert sich nichts, sie können den Wald betreten, wie vorher auch.“ Im Landkreis Darmstadt-Dieburg haben bislang Reinheim und Groß-Zimmern Wald verkauft. In der Babenhäuser Gemarkung sollen nun Waldflächen in Langstadt und Harpertshausen dran kommen – die „Hisslache“, die insgesamt knapp 65 Hektar umfasst, sowie die Waldabteilungen 54 bis 66 in der Babenhäuser Gemarkung in der Nähe des Opel-Prüffeldes (rund 128 Hektar). Zusammen genommen ein „überdurchschnittlich großes Gebiet“, wie Helmut Seitel sagt.

Der Kaufpreis steht bereits fest: ein Euro pro Quadratmeter und damit 1,93 Millionen Euro sollen in die Stadtkasse fließen.

Zuvor hatte Seitel im Magistrat und im Finanzausschuss Rede und Antwort gestanden Wichtig war allen Beteiligten, dass sich für die Bürger nichts ändert: „Der Wald ist und bleibt öffentlicher Erholungswald, sogar die gleichen Waldarbeiter pflegen und bewirtschaften die Flächen“, fasst Bürgermeisterin Gabi Coutandin zusammen. Auch die Jagdpächter können weiterhin auf die Pirsch gehen – ihre Pachtverträge gelten weiter.

Aktuell verfügt die Stadt Babenhausen über knapp 2 400 Hektar Wald, die bereits jetzt im Auftrag der Stadt vom Hessen Forst bewirtschaftet werden. Aus Gründen „stadtteilübergreifender Akzeptanz“ sollen Flächen mehrerer Gemarkungsbereiche in den Verkauf gehen.

Quelle: op-online.de

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