10.000 Euro Belohnung

Doppelmord-Fall: Anwalt sieht gute Chancen

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Anja Darsow besuchte dieser Tage Dr. Gerhard Strate in dessen Hamburger Büro.

Babenhausen - Anja Darsow gibt nicht auf. Sie kämpft weiter für ihren Mann Andreas. Dieser wurde, wie mehrfach berichtet, im Mai 2010 verhaftet und im Juli 2011 für den Mord am Ehepaar Toll und wegen versuchten Mordes an deren behinderter Tochter schuldig befunden. Von Stefan Scharkopf 

Das Urteil des Landgerichts Darmstadt nach dem Indizienprozess: lebenslange Haft mit besonderer Schwere der Schuld. Andreas Darsow beteuert bis heute seine Unschuld. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hatte eine Revision abgelehnt und auch eine Petition an den Hessischen Landtag 2013 mit der Bitte um erneute Ermittlungen durch andere Beamte und Wiederaufnahme des Verfahrens vor einem anderen Gericht führte nicht zum Erfolg.

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Ein Lichtblick für Anja Darsow, die vom Verein Monte Christo unterstützt wird, ist der bekannte Strafverteidiger Dr. Gerhard Strate. Er hat nun offiziell das Mandat für das Wiederaufnahmeverfahren angenommen. Ein erstes Treffen zwischen Anja Darsow und einem Vertreter von Monte Christo gab es dieser Tage in der Kanzlei Strate/ Ventzke in Hamburg. Ziel ist es, die Wiederaufnahmeschrift bis Herbst 2014 einzureichen. „Herr Strate sieht gute Chancen, dass das Verfahren vor einem anderen Landgericht wiedereröffnet wird“, sagt Anja Darsow im Gespräch mit unserer Zeitung. Er wird den Verurteilten kurzfristig in der JVA Weiterstadt besuchen. Strate hatte in der Vergangenheit bereits Erfolge mit Wiederaufnahmeverfahren; beispielsweise in den Fällen Monika Böttcher (Weimar) und aktuell im bayrischen Justizskandal um Gustl Mollath.

Wie im November des vergangenen Jahres berichtet, begleitet ein Team des ZDF die Familie Darsow. Zu sehen ist der Film in der Reihe „37 Grad“ am 25. März um 22.15 Uhr. Im Rahmen dieser Reportage war auch ein Besuch von Andreas Darsow in der JVA Weiterstadt im Dezember möglich, bei der sich der Babenhäuser erstmals nach dem Prozess zu den ihm vorgeworfenen Anschuldigungen äußern konnte – sein erstes Interview seit seiner Festnahme am 11. Mai 2010.

Belohnung in Höhe von 10 .000 Euro

Weitere Infos über den Verein und Hintergründe des Falls gibt es auf der Homepage www.montechristo-ev.de. Unter www.doppelmord-babenhausen.de hat Anja Darsow eine eigene Homepage ins Netz gestellt.

Zeitgleich mit der Ausstrahlung der Sendung wird die Urteilsbegründung auf der Homepage www.doppelmord-babenhausen.de veröffentlicht – mit geschwärzten Zeugennamen. Wie Anja Darsow sagt, soll das knapp 300 Seiten umfassende Urteil, das im „Namen des Volkes“ geschrieben ist, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden: „Wir haben nichts zu verbergen.“ Ende Januar hatte der Verlag der Zeitschrift „Tatzeit“ in Seevetal (www.tatzeit.eu) eine Belohnung in Höhe von 10 .000 Euro für den ersten Hinweis, der zur Freilassung von Andreas Darsow oder für einen Hinweis, der „zu dem oder den wahren Tätern führt“, ausgeschrieben. Die Zeitschrift hat ebenfalls mehrfach über den Fall Darsow berichtet. Die Summe wurde von privater Seite zur Verfügung gestellt.

Ungebrochen ist auch das Interesse der Öffentlichkeit an dem Fall. Auf der Internetseite www.doppelmord-babenhausen.de setzen sich viele weitere Menschen, die das Urteil „mit Fassungslosigkeit“ aufgenommen haben, für das Wiederaufnahmeverfahren ein. Die Homepage weist bis dato über 64.000 Besucher auf. Der Verein Monte Christo hat mittlerweile auch bundesweites Interesse gefunden. Aus ganz Deutschland melden sich Menschen, die ihren Fall schildern wollen. Der Verein gibt manchen von ihnen auf seiner Homepage eine Plattform. Für Anja Darsow hat sich derweil nichts geändert an den Modalitäten für den Gefängnisbesuch in der JVA. Alle zwei Wochen kann sie ihren Mann für eine Stunde besuchen. Zwei Personen darf sie mitnehmen – eins der drei Kinder muss zuhause bleiben.

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Quelle: op-online.de

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