Weg mit dem Dreck, her mit neuen Ziegeln

+
Soll bis zum Altstadtfest vom Taubendreck befreit und mit neuen Ziegeln eingedeckt sein: der imposante Hexenturm.

Babenhausen - Er gilt als Wahrzeichen der Stadt, ist weithin sichtbar, und die Michelsbräu hat gar eine besondere Bierspezialität, die Hexe, nach ihm benannt – das Etikett auf der Bügelflasche zeigt eine Abbildung des Hexenturms. Von Stefan Scharkopf 

Derzeit ist das etwa 25 Meter hohe Bauwerk umgeben von einem Gerüst. Taubendreck, vor allem aber Regenwasser wegen kaputter Ziegel haben dem imposanten Turm zugesetzt. Jetzt steht eine Generalsanierung an. Wie Heinrich Grimm vom städtischen Bauamt mitteilt, wird der Taubendreck abgesaugt und der Putz ausgebessert. Hauptarbeit ist aber die Dachsanierung. Ziegel sind kaputt, ebenso viele Latten. Durch die Löcher im Dach und das Regenwasser haben sich wiederum Steine im Mauerwerk gelockert, die nun ebenfalls ausgebessert werden. Auch die Vorrichtungen zur Taubenabwehr wurden in Mitleidenschaft gezogen, und der Dreck der Vögel hat schließlich auch den Putz angegriffen. Es gibt also einiges zu tun für die ausführende Firma.

„Es standen einige Arbeiten am Turm an“, sagt Bürgermeisterin Gabi Coutandin auf Anfrage, „wir haben jetzt mehrere kleine Maßnahmen zusammengefasst.“ Sind die Arbeiten an Dach und Mauerwerk erledigt, werden auch wieder Taubenspikes montiert und ein Netz gespannt, so dass die Vögel aus dem Babenhäuser Wahrzeichen keinen Taubenschlag machen. Es ist vorgesehen, dass die Arbeiten bis zum Altstadtfest, 13./14. September, erledigt sind. Alles in allem belaufen sich die Kosten auf rund 35.000 Euro.

Die letzten größeren Sanierungsarbeiten liegen schon einige Jahrzehnte zurück. Heinrich Grimm schätzt, dass zuletzt in der Siebzigerjahren Hand angelegt wurde. Laut dem Babenhäuser Stadtlexikon ist der Hexenturm einer der ehemaligen Schalentürme innerhalb der Mauer zur Stadtbefestigung. Wegen seines Standplatzes nahe der Stadtmühle wurde er ursprünglich „Mühlenturm“ benannt und diente auch als Stadtgefängnis. Nach den Hexenprozessen im 16./17. Jahrhundert wurde das illustre Gebäude nur noch Hexenturm genannt.

Quelle: op-online.de

Kommentare