Drei Generationen auf der Bühne

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Tanzen alle drei bei den „Hausfrauen“: Mara und Dana Grigo sowie Ingrid Herbert.

Babenhausen (pg) ‐ Beim Spagat kommt sie schon fast auf den Boden. Da fehlen nur noch wenige Zentimeter. Scheinbar mühelos wirft Mara kurz darauf im Stehen das gestreckte Bein in die Höhe.

Mit leuchtenden Augen zeigt die Neunjährige im Wohnzimmer ihrer Oma, was zu ihrem Trainingsprogramm als Gardetänzerin gehört. Seit fünf Jahren tanzt sie in der Kleinen Garde des CVB.

„Ich habe sie mit einem dreiviertel Jahr schon angemeldet und auf die Warteliste setzen lassen“, erzählt ihre Mutter Dana Grigo, die selbst seit acht Jahren beim CVB das Tanzbein schwingt. Und zwar bei den „Hausfrauen“, gemeinsam mit ihrer Mutter Ingrid Herbert.

In dieser Familie tanzen drei Generationen mit Begeisterung auf der Fastnachtsbühne. „Ich habe schon immer gern getanzt und war früher eine große Discotänzerin“, erzählt Ingrid Herbert schmunzelnd. Sie ist eine Vollblutfastnachterin und hat das „karnevalistische Gen“ offenbar an Tochter und Enkelin weitergegeben. Die 60-jährige ist bereits seit 1984 Mitglied im CVB. Erst kurz zuvor war sie mit ihrer Familie nach Babenhausen gezogen. Zwei Jahre später begann sie bei den „Hausfrauen“ mitzutanzen und Tochter Dana wurde Kinderprinzessin. Im Jahr 1987, bestiegen sie und ihr Ehemann Walter als CVB-Prinzenpaar den närrischen Thron.

Ingrid Herbert hatte schon einige Ämter beim CVB. So war sie mehrere Jahre Pressewartin, Logistikerin und managte gemeinsam mit ihrer Tochter bis vor zwei Jahren noch die Kinderfastnacht in der Stadthalle. „Das hat mir immer großen Spaß gemacht“, sagt sie über diese Aufgabe, bei der gute Nerven gefragt sind. Im Team der Kinderfastnacht hilft sie immer noch mit. Wie ihre Tochter Dana ist auch die Enkelin von klein auf beim närrischen Treiben dabei. Beim Fastnachtszug fuhr Mara bereits als Zweijährige kostümiert im Bollerwagen bei den „Hausfrauen“ mit. Im vergangenen Jahr war sie Page des Kinderprinzenpaares und ihr großer Traum ist es – ganz klar – einmal die Kinderprinzessin zu sein. Ihr vierjähriger Bruder Dean ist, was die Fastnacht betrifft, eher zurückhaltend. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. „Also die Gardemusik auf Maras CD gefällt ihm schon gut“, erzählt Dana Grigo, die sich wie ihre Mutter auch ein Leben ohne die fünfte Jahreszeit nicht vorstellen kann. Sie freuen sich eigentlich das ganze Jahr auf die tollen Tage und genießen diesen Ausnahmezustand. „Das ist die Zeit, in der es oftmals nichts Gekochtes gibt“, sagt Ingrid Herbert lachend.

Neben den Sitzungen ist vor allem der Fastnachtszug für die beiden ein Höhepunkt. „Da geht man ja vormittags schon zum gemeinsamen Schminken in der Gruppe, im Anschluss zum Aufstellplatz, dann läuft man beim Zug mit und danach wird weitergefeiert“, erzählen die beiden, die inzwischen über einen beachtlichen Kostümfundus verfügen. Denn die „Hausfrauen“ begeistern ihr Publikum nicht nur durch ihre fröhlichen Tänze, sondern glänzen alljährlich auch durch ausgefallene, fantasievolle Kostüme.

Am Aschermittwoch ist dann alles wieder vorbei. „Auf der einen Seite reicht es dann auch. Aber gleichzeitig bin ich oft traurig, wenn ich beim Abdekorieren mittwochs in der Stadthalle in den wieder kahlen Saal blicke“, sagt Ingrid Herbert. Gegen Wehmutsgefühle helfe dann, wenn das Frühjahr schnell komme, was bei der „späten“ Fastnacht in diesem Jahr ja klappen könnte. Aber bis dahin wird noch eine ganze Weile fröhlich geschunkelt, gesungen und natürlich getanzt.

Quelle: op-online.de

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