Dribbeln mit den Basketball-Profis

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Frankfurt Skyliner trainieren Drittklässler der Grundschule im Kirchgarten.

Babenhausen - Erschöpft, aber glücklich wirkt der achtjährige Rico, als er ansteht, um ein großes Poster, einen Turnbeutel sowie einen Stapel Autogrammkarten der Frankfurt Skyliners zu bekommen. Von Michael Just

Davor gab es für ihn und weitere 30 Kinder der Grundschule im Kirchgarten eine Sportstunde, die alles andere als alltäglich war: In der Halle der Offenen Schule zeigten zwei Spieler des Basketball-Bundesligisten während einer Trainingsstunde, was einen erfolgreichen Korbjäger ausmacht.

„Die Schulen können sich bei uns bewerben“, erklärt Anja Emler von den Skyliners das Projekt „Basketball macht Schule“. Auf 120 Besuche komme der Verein derzeit im Jahr, was bedeutet, dass Spieler im Durchschnitt jeden dritten Tag an eine Schule gehen. Neben diesen sogenannten „School-Clinics“ – dem Schul-Programm der Skyliner – gibt es in der Stadt Frankfurt mehrere feste, wöchentliche Schul-AGs. Rund 15 Spieler und Trainer aus der zweiten Mannschaft stehen dafür zur Verfügung.

„Die erste Mannschaft macht das auch manchmal“, sagt die Projektbetreuerin. „Aber das sind Profis, die haben weniger Zeit.“ Die Gründe für das Engagement des Clubs liegen auf der Hand: Es gilt, die Kids für den Basketballsport zu begeistern und vielleicht den einen oder anderen Schüler mit seinen Eltern auf die Tribüne der Frankfurter Ballsporthalle zu bekommen, wo die Skyliners ihre Heimspiele bestreiten. „Basketball ist noch kein Breitensport wie Fußball“, erläutert Emler. „Mit der Aktion gehen wir einen Schritt dorthin, und das gelingt uns bis jetzt sehr gut“, sagt sie.

Die Drittklässler der Kirchgarten-Schule

Das klingt glaubhaft: Die Drittklässler der Kirchgarten-Schule waren an diesem Tag nicht die einzigen, die trainiert wurden: Zuvor kam bereits eine Gruppe Siebtklässler der Joachim-Schumann-Schule in den Genuss einer Übungsstunde. Grundsätzlich werden von den Skyliners alle Jahrgangsstufen von der Grund- bis zur Berufsschule bedient.

In Babenhausen leiteten die beiden Spieler Larry Wright (24) und Kristen Schlüter (23) die Stunden. Auf dem Programm standen Dribblings, Korbwurf-Spiele, und die Kniffe der Profis. Vor allem mit Spaß wurde der Nachwuchs an den Sport herangeführt. „Das Rhein-Main-Gebiet ist ein richtig großes Talent-Becken. Da sollte man die Kinder frühzeitig begeistern“, meint Schlüter.

„Aus der Elternschaft kam der Hinweis auf das außergewöhnliche Angebot“, erzählt Schulsportleiter Hans-Jürgen Feldmann und verrät, dass die Gäste aus Frankfurt schon das zweite Mal da sind: „Den Kindern hat es beim ersten Mal so großen Spaß gemacht, dass wir uns um einen zweiten Besuch bemüht haben.“

Laut Emlet könnten die Spieler regelmäßig die Kinder für Basketball begeistern, weshalb die School-Clinics auch äußerst gefragt seien. Eine Warteliste, die bis ins Jahr 2013 datiert, bestehe bereits. Nicht zuletzt trage dazu bei, dass die Besuche kostenlos sind – und kleine Geschenke gebe es oben drauf.

Quelle: op-online.de

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