Zweiter im bundesweiten Mathewettbewerb

Knobeln aus Leidenschaft

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Timo Dorschner hält mit seiner Mathelehrerin Sylvia Kraffczyk den Zahlenstrahl bis 1000 in den Händen. Der Drittklässler der Bachwiesenschule hat beim Pangea-Mathewettbewerb den zweiten Platz belegt – im bundesweiten Vergleich.

Hergershausen - Er spielt Fußball, ist bei seinen Mitschülern beliebt und ein Mathegenie. Timo Dorschner, bald Viertklässler an der Bachwiesenschule, hat Letzteres bei einem Wettbewerb unter Beweis gestellt. Von Norman Körtge 

Bei den F1-Jugendfußballern des SV Kickers Hergershausen gilt Timo Dorschner als furchtloser Verteidiger. „Er hat überhaupt keine Angst, zieht nie zurück“, erzählt Vater Jürgen Dorschner über das Spiel- und Zweikampfverhalten seines Sohnes. Wahrscheinlich auch einer der Gründe, warum die Nachwuchsfußballer in der zurückliegenden Saison fast alle Spiele gewonnen haben, wie Timo stolz erzählt. Dabei vergisst der Neunjährige aber auch nicht, die Schlappe gegen Stadtrivalen Germania Babenhausen zu erwähnen. Es scheint so, als würde der nach den Sommerferien in die vierte Klasse der Bachwiesenschule gehende Timo sowohl stets das große Ganze sehen, aber auch die vielen kleinen Details.

Eine Gabe, die ihn offensichtlich auch zu einem Mathe-Ass macht. Nicht nur, dass er im Abschlusszeugnis in Mathematik – wie auch in allen anderen Fächern – die Note eins bekommen hat. Der Hergershäuser hat beim bundesweit ausgetragenen Pangea-Mathewettbewerb den zweiten Platz in seiner Alterskategorie belegt. Immerhin mehr als 14.000 Drittklässler nahmen in diesem Jahr daran teil.

„Ich liebe es zu knobeln und so lange auszuprobieren, bis ich die Lösung habe“, erzählt Timo. Damit ist er wie geschaffen für den Mathewettstreit, bei dem es nicht darum geht, normale Rechenaufgaben zu lösen, sondern Rechnen mit Logik zu kombinieren. Außerdem müssen grafische Aufgaben gelöst werden.

Nach der ersten, schulinternen Runde, qualifizierte Timo sich über die in Erlenbach im Odenwald ausgetragene Zwischenrunde für das Regionalfinale für Hessen und Rheinland-Pfalz in Bergen-Enkheim. Fünf Aufgaben (siehe Infokasten) galt es innerhalb einer Stunde zu bearbeiten. Und Timo trumpfte auf, löste hoch konzentriert und mit viel logischem Denken alle Aufgaben: null Fehler, alles richtig gemacht. Platz eins in Hessen. Dass es im bundesweiten Vergleich mit den anderen Regionalfinalisten nicht zum Gesamtsieg reichte, war nur dem Umstand geschuldet, dass er in beiden Runden zuvor jeweils einen Fehler gemacht hatte. Deshalb siegte ein Junge aus Berlin.

Auch wenn die Siegerehrung schon ein paar Tage her ist, ist sie Vater und Sohn dank eines Handyvideos immer noch präsent. Beide strahlen, wenn sie es anschauen, der Name genannt wird und Timo unter großem Applaus die Bühne betritt. „Das war schon toll“, freut sich der Papa. Und auch Timos Mathelehrerin Sylvia Kraffczyk, zugleich Leiterin der Bachwiesenschule, ist ob des Erfolges ihres Schülers begeistert. Zumal es noch vier weitere Bachwiesenschüler in die Zwischenrunde geschafft hatten. „Es macht mir aber auch Spaß, immer wieder neue Knobelaufgaben zu suchen“, erzählt sie und zollt zugleich der Leistung von Timo im Finale Respekt: „Das war schon eine besondere Herausforderung, die komplexen Aufgaben zu lösen.“ Kraffczyk lobt Timo aber nicht nur wegen seiner mathematischen Fähigkeiten. „Er hat eine hohe, soziale Kompetenz, ist beliebt und hat Lust am Leben und Entdecken.“

Neben der Ehre hat sich der Wettbewerb für Timo auch in finanzieller Hinsicht gelohnt. Es gab 100 Euro Preisgeld. Sein Wunsch: eine Flugdrohne. Das Geld reiche zwar noch nicht ganz zum Kauf, meint sein Vater, aber anbezahlt sei sie schon einmal.

Quelle: op-online.de

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