DRK-Rettungshundestaffel

Kalte Schnauzen retten Leben

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Für die Hunde ist es ein riesen Spaß mit anschließender Belohnung. Für Vermisste oft die einzige Hoffnung. Oben: Sie gehören zu den Neuen im Team. Links: Judith Grön bei der Übung „Freifolge“.

Babenhausen - Für die Hunde ist es ein riesen Spaß mit anschließender Belohnung. Für Vermisste oft die einzige Hoffnung.

Sieben Teams der DRK-Rettungshundestaffel Babenhausen haben sich der Rettungshundeprüfung gestellt – und das unter widrigen Bedingungen. Bei ununterbrochenem Regen absolvierten die Teams zunächst einen Fachfragentest, dann anzeigen wo das „Opfer“ ist, eine Gehorsamsprüfung und letztlich noch eine Flächenprüfung im Wald. Sechs dieser Teams haben die Prüfung bestanden. Damit verfügt die Rettungshundestaffel über insgesamt 17 geprüfte und einsatzfähige Teams zur Unterstützung der Einsatzkräfte bei der Suche nach einer vermissten Person. Für Nachwuchs ist aber bereits gesorgt: Die nächsten „Azubis“ stehen für die Frühjahrsprüfung schon in den Startlöchern.

Eine große Zahl an einsatzfähigen Rettungshundeteams ist nötig, da die Duos ehrenamtlich arbeiten und nicht immer von der Arbeit freigestellt werden und die Staffel zudem ein großes Einsatzgebiet hat. Dieses erstreckt sich vom Odenwald über den Landkreis Darmstadt-Dieburg und Darmstadt in das Ried und in den Taunus. Immer dann, wenn ein Mensch vermisst wird und es irgendeinen Anhaltspunkt gibt, wo die vermisste Person sich aufhalten könnte, dann kommen Rettungshunde zum Einsatz.

Hund zeigt den Weg

Die Polizei alarmiert die Rettungshundestaffel und überlässt es dem Einsatzleiter, die Teams, also Hundeführer und Hund, zur Suche einzuteilen. Dies geschieht unter Berücksichtigung der Größe des Gebietes und der Erfahrung des Teams. Die Hunde arbeiten ohne Leine und Halsband und nur mit der Rotkreuz-Kenndecke gekennzeichnet das Gebiet sorgfältig ab. Wenn sich in dem fraglichen Gebiet eine Person aufhält und sei es ein Pilzsammler oder ein Liebespärchen, zeigt der Hund seinen Fund durch anhaltendes Bellen an. Der Hund bleibt bei der gefundenen Person und zeigt dem Hundeführer den Weg. Manchmal dauert es etwas länger bis der Hundeführer dann da ist, insbesondere bei Dunkelheit oder schlechten Bodenverhältnissen. Deshalb lernt der Hund in seiner Ausbildung, die gefundene Person zu verbellen und dennoch Abstand zu halten, denn nicht jeder möchte gefunden werden und viele Leute haben auch Angst vor großen Hunden.

Weitere Informationen über die Rettungshundestaffel gibt es im Internet.

Die Rettungshundestaffel Babenhausen wurde als erste vom DRK in Hessen im Jahr 1993 mit damals acht Hunden gegründet. Seit dieser Zeit stellen sie für Einsätze durchschnittlich zehn Teams, also Hund und Führer, zur Verfügung. Zirka zehn mal im Jahr werden die kalten Schnauzen eingesetzt. Immer dann, wenn eine Person vermisst wird und man einen Anhaltspunkt hat, in welchem Gebiet sich der Gesuchte aufhalten könnte.

Die Einsätze, zu denen die Polizei die Teams mit sechs Beinen alarmiert, sind unterschiedlich, meist jedoch ganz unspektakulär und von der Bevölkerung unbemerkt. Unter anderem zählt die Suche einer dementen Person dazu, die vom Altersheim nach Hause laufen möchte. Ebensfalls in die Liste gehört die Suche nach jemand Suizidgefährdeten, deren Auto auf einem Waldparkplatz steht und die Suche nach vermissten Kindern oder im Schock weggelaufene Unfallopfer. Dies sind Flächeneinsätze.

Natürlich helfen die kalten Schnauzen auch ohne, dass die Öffentlichkeit auf die Arbeit von Rettungshunden aufmerksam wird. In diese Kategorie zählten die Suche nach Julia aus Gießen und nach Jacob von Metzler. Einsätze, bei denen nach vermissten Kindern gesucht wird, sind für die ehrenamtlichen Helfer immer besonders bedrückend.

Um Fehler zu vermeiden, muss der Ausbildungsstand der geprüften Hunde sehr hoch sein. Trainiert wird zirka zehn Stunden pro Woche. Dazu kommt dann noch die theoretische Ausbildung des Hundeführers. Dieser muss fit sein in Sanitätskunde, um die Opfer erst versorgen zu können, in Karten- und Kompasskunde, um sich in dem Suchgebiet, insbesondere bei Nacht zurechtzufinden, in Funkkunde, um sich mit den anderen Helfern im Einsatz verständigen zu können und in Erste Hilfe am Hund, um einen verletzten Hund versorgen zu können.

sma

Quelle: op-online.de

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