Durch Drehorgel Identität gefunden

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Mit der Drehorgel, einer Harmonika und vielen Luftballons unterwegs in Sachen guter Laune: Happy-Man Norbert Herbert ist Straßenmusikant aus Leidenschaft.

Babenhausen ‐ Wer die Babenhäuser Märkte oder das Altstadtfest besucht, kennt ihn. Auch bei der Babenhäuser Fastnacht taucht er allerorten auf: „Happy-Man“ Norbert Herbert spielt Drehorgel und Ziehharmonika, modelliert Luftballonfiguren und lässt riesige Seifenblasen in den Himmel schweben. Von Petra Grimm

Aber er ist nicht nur auf Straßenfesten im Einsatz. Ein Faible von ihm sind Auftritte vor dem Standesamt, wo er Hochzeitspaaren als Schornsteinfeger verkleidet Glück bringt. Da bietet er dann nicht nur Musik, sondern auch mal ein Gedicht zur allgemeinen Erheiterung. „Gerne werde ich von Senioren- und Pflegeheimen gebucht. Ich spiele und singe dort für die alten Leute die Lieder aus ihrer Jugend. Zum Beispiel Volkslieder, Mundartlieder aus dem Frankfurter und dem Odenwälder Raum, Gassenhauer, alte Schlager und solche Sachen“, sagt der 62-jährige gebürtige Sickenhöfer. „Es ist kaum zu beschreiben, was dabei emotional zurückkommt“.

Auf seiner Orgel sind 1.200 Lieder, von Opernmelodien über sakrale Lieder bis hin zu Fastnachtshits. Vom Geburtstagsständchen bis zum mehrstündigen Programm: Norbert Herbert ist ein Mann für alle Fälle und alle Generationen. Er tritt bei Kinderfesten, Firmenjubiläen, Jahrgangstreffen, Werbeaktionen, Märkten aller Art oder auch Hoffesten auf. Selbst vor Scheidungen schreckt er nicht zurück.

Oft ist er ehrenamtlich im Einsatz. Wenn er bezahlt wird, hat er auch nichts dagegen, aber das Geld steht für ihn nicht an erster Stelle. „Eigentlich ist die Musik eher ein Hobby. Ich sehe es inzwischen als meine Lebensaufgabe, den Leuten Freude zu bereiten“, sagt Norbert Herbert, für den sein Künstlername Happy-Man Programm ist.

Happy-Man hilft oft über schlechte Zeiten hinweg

Vor acht Jahren hat er seine erste Drehorgel gekauft. Damals mit psychologischem Hintergrund, wie er erzählt, „um zu lernen, gewisse Grenzen zu überwinden“. Ein Vierteljahr später hat er angefangen Harmonika zu spielen. Danach kamen das Modellieren von Ballons und Gitarre spielen dazu. Trompete spielt er schon seit seiner Jugend. „Meinen ersten Auftritt hatte ich 2001 bei der Gewerbeschau in Babenhausen. Das war meine erste Mutprobe“, erinnert er sich heute. „Eigentlich habe ich durch die Drehorgel erst meine Identität gefunden. Es war für mich damals wie eine Befreiung zu erkennen: Du bist Straßenmusikant. Ich konnte endlich zu dem stehen, was ich tat“, erzählt er.

Kontakt zu Herbert über Tel.: 06073 4291; Infos gibt‘s auch auf der Internetseite des Happy Man.

Er ist inzwischen professionell genug, auch der Happy-Man zu sein, wenn er selbst mal nicht so gut drauf ist. „Es ist heute sogar so, dass mir der Happy-Man oft über schlechte Zeiten hinweg hilft“, sagt der Musiker, der seinen weitesten Auftritt kürzlich während seines Urlaubs in einer Kindertagesstätte in Neuseeland hatte. „Da hab´ ich vorher neuseeländische Kinderlieder mit einer CD gelernt und sie dann mit den Kindern gesungen“, erzählt er.

Seine Harmonika hat er immer dabei. Auch als er nach Thailand reiste, ließ er den Entertainer nicht zu Hause. Dort hat er in einigen Schulen für Kinder Luftballonfiguren gemacht, musiziert und „unendlich viel Dank dafür geerntet“, sagt er lachend. Selbst die Thailändische Nationalhymne gehört heute zu seinem musikalischen Repertoire.

Quelle: op-online.de

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