Durch Zweckverband ins Turbonetz

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Babenhausen - Geht es nach dem Willen des Finanzausschusses; kann es bald losgehen mit den Vorbereitungen für das schnelle Internet. Von Stefan Scharkopf

Einstimmig haben die Mitglieder dafür votiert, den Breitbandausbau durch den zu gründenden Zweckverband „NGA-Netz Darmstadt-Dieburg“ voranzutreiben. Das letzte Wort haben zwar die Stadtverordneten, doch das dürfte nach dem deutlichen Votum im Ausschuss nur Formsache sein.

Derzeit beschäftigen sich alle Kommunalparlamente im Landkreis mit dem Vorhaben. Bis auf Bickenbach und Alsbach-Hähnlein sind alle Kommunen des Kreises in der Breitbandinitiative vereint. Auf Vorschlag der CDU wurde im Ausschuss festgelegt, dass Babenhausen nur dann mitmacht, wenn auch alle der verbliebenen 21 Kommunen mit im Boot sitzen.

Machbarkeitsstudie zum schnellen Internet

Wie Ende September berichtet, hatte Landrat Klaus Peter Schellhaas die Machbarkeitsstudie zum schnellen Internet vorgelegt. Ergebnis: Nur durch gemeinsames Handeln der Kommunen in Darmstadt-Dieburg könne eine optimale Breitbandversorgung von im ersten Schritt bis zu 50 Megabit/Sekunde erreicht werden. Schellhaas hatte Vertretern der 21 beteiligten Kommunen jeweils die 486 Seiten umfassende Machbarkeitsstudie, die zuvor von Vertretern der Brenergo (Breitbandinitiative des Odenwaldkreises) sowie des Landes Hessen in ihren Grundsätzen erläutert wurde, in die Hand gedrückt.

Technisch läuft es so ab, dass im Bereich der vorhandenen Verteilerkästen der Telekom AG Multifunktionsgehäuse gesetzt werden, die mit Glasfaserkabel angesteuert und über Kupferkabel mit dem Telekomverteiler verbunden werden. Über das so entstehende Netz sind dann Übertragungsraten von bis zu 50 Mbit/s erreichbar. 97 Prozent der Haushalte von Babenhausen können so versorgt werden.

Es ist nun an den Kommunalparlamenten, bis zum Jahresende die nächsten Schritte zu gehen. Für Schellhaas ist die Einrichtung eines Zweckverbandes für die Breitbandversorgung die beste Gesellschaftsform. Die Kosten für das Gesamtprojekt beziffert die Studie auf rund 57 Millionen Euro. Diese Kosten sollen durch die Einnahmen aus dem laufenden Betrieb gedeckt werden, so dass die kommunalen Haushalte diese Investition nicht belasten werden. Anders ausgedrückt: Die Stadt Babenhausen muss kein eigenes Geld in den Etat einstellen. Der Anteil der Stadt am NGA-Netz würde bei 5,6 Prozent liegen, die des Kreises bei 13,5.

Finanziert über einen Kommunalkredit

Finanziert werden soll die Einrichtung des NGA-Netzes über einen Kommunalkredit, der zurückgezahlt wird durch die entsprechenden Gebühren der Kunden.

Das Netz soll anschließend an einen Betreiber vermietet werden, der es auch anderen Telekommunikationsanbietern zur Verfügung stellt, um deren Leistungspakete (Internet, Telefon und TV) an den Kunden zu vertreiben und somit die Refinanzierung des Projektes sicherzustellen. Im benachbarten Odenwaldkreis beispielsweise ist die HSE Medianet GmbH Betreiberin des Netzes.

Haben alle Kommunen ihren Beitritt zum Jahresende erklärt, kann zu Beginn 2013 die erste Verbandsversammlung einberufen werden: Initiierung des Zweckverbandes, Detailplanung und Ausschreibung aller Leistungen, Klärung offener Fragen, Mittelbeschaffung. Nach einer Planungsphase von rund einem Jahr ist von einer Umsetzungs- und Bauphase von etwa 24 Monaten auszugehen. Wenn alles gut läuft, kann 2015 die Optimalversorgung durch das kommunal getragene NGA-Netz erreicht sein – und alle können turbomäßig ins Internet.

Quelle: op-online.de

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