Durchweg klassische Stücke

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Gleich drei Stücke gab die Gesangsklasse 6/3 zum Besten, darunter „Maria durch ein Dornwald ging“, „Alleluja“ und das „Tisch-Gebet“.

Babenhausen ‐ Es gibt Zahlen, die sind beeindruckend. 140 ist so eine Zahl, denn so viele Kinder wirkten am Sonntagabend in der Stadtkirche beim Weihnachtskonzert der Offenen Schule mit. Entweder sangen sie im Chorverbund, als Solisten oder spielten ein Instrument. Von Michael Just

Unterstützung gab es von ehemaligen Schülern sowie einer Reihe von stadtbekannten Sängern und Musikern, darunter dem Kammerchor „MusiKal“ oder den Streichern Ralf Zuber (Cello), Max Ockum (Viola), Iris Reinheimer und Joy Hyojin (beide Violine). Die Leitung lag in den Händen der Musiklehrerinnen Sigrid Borchert und Konstanze Kaupat.

Zahlreiche Mamas und Papas im Publikum

Insgesamt hatte man sage und schreibe 28 kurzweilige Beiträge für die Besucher in der vollbesetzten Stadtkirche vorbereitet, wo zahlreiche Mamas und Papas gespannt auf den Beitrag ihres Nachwuchses warteten. Für die hohe Zahl der Sänger und Musiker hatte Sigrid Borchert eine einfache Erklärung parat: „Die Offene Schule verfügt mittlerweile über vier Gesangsklassen.“ Nächstes Jahr komme die letzte und damit fünfte hinzu, so dass in Zukunft jeder Jahrgang mit diesem Angebot abgedeckt sei. Doch damit nicht genug der musischen Möglichkeiten an der Offenen Schule: Zusätzlich gibt es noch zwei Schulchöre der Klassen 5/6 sowie 7 bis 10, in denen jeder Schüler die Chance zum Mitsingen hat. Beide Chöre betraten beim Weihnachtskonzert ebenfalls die Bühne.

Zwei Werke von Hindemith und Bach trug Johanna Stemmer am Cello vor. Sie wurde von ihrer Schwester Franziska am Klavier begleitet.

Fast durchweg kamen klassische Stücke zur Aufführung, die einen Gegenpol zum Frühlingskonzert der Schule bildeten, bei dem die Literatur von Pop bis Rock reicht. „Beim Frühlingskonzert dürfen die Schüler selbst die Stücke aussuchen, hier dürfen sie mitentscheiden“, erklärt Borchert. Das sei der beste Weg, sie für die Klassik zu öffnen. Hier und da war am Sonntagabend ein bisschen Nervosität bei den jungen Akteuren zu spüren. Damit hatten sie mit Sigrid Borchert etwas gemein: „Ich bin auch nervös, weil die Kinder es sind“, räumte die Pädagogin lachend ein. Das Lampenfieber war hinsichtlich einiger besonders diffizile Stücke aber zu verstehen: So sangen Fabian Schmiedecke mit dem „Sandmann“ und Manuel Plonski mit dem „Taumann“ zwei Soli aus der Oper „Hänsel und Gretel“.

Eindrucksvoller Abriss des Leistungsstands

Mit dem Weihnachtskonzert fanden die mehrmonatigen Vorbereitungen, die schon im Frühjahr dieses Jahres begannen, ein Ende. „Wir starten mit den Proben immer nach dem letzten Konzert“, erzählt Borchert und ergänzt: „Im Sommer geht das nur bei geschlossenen Fenstern, um nicht für verrückt gehalten zu werden.“ Diese Zeit brauche man aber für die besonders schweren Stücke. Mit ihrem Auftritt gaben die rund 140 Schüler einen eindrucksvollen Abriss ihres Leistungsstands und der Arbeit in den Gesangsklassen, bei denen eine zusätzliche Musikstunde in der Woche und eine verpflichtende Chorteilnahme auf dem Lernplan steht.

Der derzeitige Erfolg der Gesangsklassen gibt den Initiatoren dieser Idee mittlerweile recht: Musste die erste Klasse vor vier Jahren noch mit sieben Schülern aufgefüllt werden, sind die Plätze mittlerweile äußerst begehrt: So gingen bei der letzten Klasse 50 Bewerbungen ein, 20 Schüler mussten abgewiesen werden. Wer aufgenommen werden will, muss sich einem kleinen Auswahlverfahren stellen. Laut Borchert ist besonders wichtig, dass die Schüler den musikalischen Schwerpunkt wollen und nicht, wie so oft, die Eltern. Auf die Frage, ob der Ansturm auf die Gesangsklassen auch durch diverse Casting-Shows im TV forciert wird, antwortet Borchert mit einem Schmunzeln: „Das mag sein.“ Einen Unterschied gebe es aber trotzdem: „Die im Fernsehen wollen alle gleich ein Star sein, das ist bei uns nicht der Fall.

Quelle: op-online.de

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