Ehemalige erinnern sich

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In gemütlicher Runde konnte beim Schulfest der Bachgauschule, zu dem auch stets alle Ehemaligen eingeladen sind, die Zeit zurückgedreht werden.

Babenhausen - Wer auf den Schulhof der Bachgauschule kam, blickte nicht nur in junge Gesichter: An den Festzeltgarnituren saßen jetzt beim Schulfest des Oberstufengymnasiums auch „Vertreter“, die ihre Abiturprüfungen schon ein paar Jahre hinter sich haben. Von Michael Just

Die Veranstaltung ist für aktuelle Schüler und Ehemalige“, klärt Lehrer Joachim Reiter vom Organisationsteam auf. Laut dem Oberstudienrat liege man zum ersten Mal so früh: „Wir hatten auch schon zum Ende des Schuljahres gefeiert, bis es irgendwann zu Terminproblemen kam. Daraufhin haben wir uns für die ruhigere Zeit zum Schuljahresbeginn entschieden.“ Reiter zufolge strebe man künftig einen festen Termin entweder am ersten Wochenende nach den Schulferien oder dem letzten Augustwochenende an. Vor allem für die Ehemaligen erleichtere dies die Planung.

Zu denen zählte beim Schulfest Luigi Monaco (41). „Die Bachgauschule blieb mir in sehr guter Erinnerung. Hier war alles liberaler und kollegialer“, blickt der Programmierer zurück. Er kam damals aus Bayern und entging damit - wie er sagt - „einem gesteigerten Kontrollsystem“. Zuvor besuchte er noch eine Privatschule in Saudi-Arabien. Sein Abitur legte er in den Leistungskursen Mathe und Physik ab. Auf das Babenhäuser Oberstufengymnasium lässt der Aschaffenburger nichts kommen: „Wir hatten Spaß und trotzdem was gelernt.“ Die Lehrer fand er fast allesamt in Ordnung: „Kaum einer war von oben herab.“ Als Beweise führt er seinen ehemaligen Physik-Lehrer an: „Immer vermittlungsbereit hat er sich jedem angenommen, wenn etwas nicht verstanden wurde.“

Werner Frütel, Jahrgang 1941, blieb das Gymnasium ebenfalls unvergessen. Der ehemalige Lehrer reiste zum Nachtreffen aus Köln an. 1970 kam er an die Schule und unterrichtete 29 Jahre Englisch und Geografie. Seine Anfänge erlebte er als Kampf – wenn auch nicht mit den Schülern. „Es hat viele Jahre rumort, weil man von politischer Seite das Oberstufengymnasium auflösen wollte“, erzählt er. Das Gros der Schüler sei zu jener Zeit nach Dieburg und Groß-Umstadt gegangen und so habe man für ein Abiturangebot in Babenhausen keine Notwendigkeit gesehen. 1983 hätte man nur 160 Schüler verzeichnet.

Nicht zuletzt aufgrund des Zulaufs aus Bayern wurde die Schule dann doch erhalten, die Politik hat in der Folge erkannt, dass die enge Kooperation mit der nahen Gesamtschule, beziehungsweise die Bachgauschule als ihr Top äußerst sinnvoll ist.“ Als „weniger bürokratisch“ beschreibt er seine frühen Lehrerjahre und als eine Zeit, wo er an jedem Tag unglücklich war, an dem er nicht unterrichten konnte.

Wegen seiner pädagogischen Berufung scheint er bei vielen Schülern einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben: So war der Stolz in den Augen von Susanne Förster deutlich zu erkennen, als die 45-Jährige ihrer Tochter Nathalie (18) - mittlerweile selbst Bachgau-Schülerin - ihren ehemaligen Englisch-Lehrer präsentierte. Auch wenn es damals im Abitur nur zu acht Punkten reichte, beschreibt sie ihrer Tochter Frütel als „den besten Englisch-Lehrer der Welt“: „Die Mischung aus Strenge und sarkastischem, britisch-schwarzen Humor werde ich nie vergessen.“

Quelle: op-online.de

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