Hingucker bei Sommertour der Hessenschau

Ehemaliges Küstenmotorschiff „Jenny“ wird zum TV-Star

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Am 7. August sendet die Hessenschau aus dem Babenhäuser Freibad. Die Fernsehmacher kamen zur Vorbesichtigung. Dirk Weißner, Vorsitzender des Fördervereins (links), erklärte HR-Moderator Andreas Hieke (Mitte) die Besonderheiten.

Babenhausen - Live aus dem Freibad Babenhausen wird am 7. August die Hessenschau gesendet. Ein Team des Hessischen Rundfunks hat sich mit der Örtlichkeit vertraut gemacht. Der Förderverein hilft der klammen Kommune aus der Patsche. Von Michael Just 

Über genau 100 Meter Kabel verfügen die Schulterkameras des Hessischen Rundfunks. In welche Ecken kommt man damit im Babenhäuser Schwimmbad? Und wie weit generell? Um sich einen Überblick zu verschaffen, rückte nun eine zehnköpfige Crew des HR an. Wie es sich fürs Fernsehen gehört, will man am Montag, 7. August, wenn die Hessenschau bei ihrer Sommertour live aus dem Bad sendet, nichts dem Zufall überlassen.

Bei der Besichtigung ging es nicht nur um die schönsten Bildperspektiven für insgesamt drei Schulterapparaturen und eine Funkkamera: Ein Techniker eruierte den idealen Standort für den Ü-Wagen, der Aufnahmeleiter klärte ab, ob es für den HR-Fuhrpark genügend Parkplätze gibt – oder ob Straßensperrungen nötig sind. Und die Redaktion besprach mit den teilnehmenden Vereinen die inhaltlichen Vorstellungen. Welcher Aufwand mit einer solchen Produktion verbunden ist, machte HR-Redakteurin Alexandra Reeg an einem anderen Beispiel klar: „Selbst bei ausreichend Helligkeit stellen wir Lichtböcke auf, um damit mögliche Schatten auszugleichen.“

Vor den Live-Einblendungen in der Hessenschau wartet der HR von 16.30 bis 18 Uhr mit einem unterhaltenden Aufwärmprogramm im Freibad auf. Letzteres geht nicht auf Sendung. Das Regionalmagazin moderiert Andreas Hieke, das Vorprogramm, das von Babenhäuser Vereinen gestaltet wird, sein Kollege Jens Kölker. Beides lässt sich im Bad auf einer Großleinwand verfolgen. Die ist vor allem dann wichtig, wenn die Hessenschau beginnt. Dann muss niemand nach Hause laufen, weil er sich die Sendung im Fernsehen anschauen will. „Im Bad ist man mit den eigenen Augen dabei. Gleichzeitig sieht man auf der Leinwand, wie die Sache im TV rüberkommt“, erklärt Reeg. Ebenfalls interessant: Gegen 18 Uhr können die Schwimmbadbesucher, etwa bei den Stellproben, hautnah erleben, wie Fernsehen gemacht wird.

Die HR-Sommertour gibt es seit 16 Jahren. In der letzten Ferienwoche schaut sie an sieben Tagen in sieben Städten vorbei. Neben Babenhausen ist man 2017 in Runkel, Gedern, Gersfeld, Morschen, Hombressen und Alsfeld zu Gast. In der Regel bewerben sich interessierte Städte für eine Teilnahme. Das tat Babenhausen vor einigen Jahren als Schiff Jenny kam. Der HR griff darauf zunächst nicht zurück. Jetzt erinnerten sich die Fernsehmacher an die Bewerbung und kamen ihrerseits auf die Stadt zu.

Fotos: Ferienspiele Babenhausen zu Gast im Freibad

Die Antwort aus dem Rathaus fiel allerdings etwas unerwartet aus: Aufgrund möglicher Kosten sah man sich durch die prekäre Haushaltssituation für eine Teilnahme nicht in der Lage. „Wir bringen das Meiste zwar mit, aber ein paar Dinge sind auch Aufgabe der Gastgeber, darunter das Aufbauen einer Bühne, Festzeltgarnituren oder eine Band“, erklärt dazu HR-Redakteurin Reeg. Als letzte Chance verwies die Stadt auf den Förderverein des Schwimmbads. „Für uns war sofort klar, dass wir da mitmachen wollen“, erzählt Vorsitzender Dirk Weißner. Der Vorstand kümmerte sich um die Liste des HR und nahm Kontakt zu lokalen Vereinen zwecks Schaueinlagen und Vorführungen auf. Bisher haben die Handballer der SG, die Feuerwehr und die DLRG zugesagt. Dazu konnten Zauberer Frank Zick und die Musiker von Backroots II gewonnen werden. „Die Kosten geraten bisher nicht außer Kontrolle. Backroots spielt beispielsweise kostenlos, da sie das als Werbung für sich sieht“, erklärt Weißner. Noch nicht klar ist, ob überhaupt eine Bühne gebraucht wird.

Bei der Besichtigung verschaffte sich Moderator Andreas Hieke ebenfalls einen Überblick. „Ich versuche, ein Gefühl für die Wege zu bekommen“, sagte er. Sein erster Eindruck vom Bad war äußerst positiv. Besonders angetan zeigte er sich vom ehemalige Kutter Jenny, in dessen Bauch die Schwimmbadtechnik steckt. „Das Küstenschiff stellt ein Alleinstellungsmerkmal dar“, meinte Hieke. Wie er allerdings erfuhr, spaltete das Schiff bei seiner Anschaffung Bevölkerung und Politik aufgrund der hohen Kosten. Wie weit er darauf im TV eingehen wird, ließ er offen. Komplett unerwähnt lassen will er es aber nicht: „Die Leute im Hessen-Land sollen schon erfahren, dass wir aus einem ungewöhnlichen Schwimmbad senden“, hob er hervor.

Quelle: op-online.de

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