Ehepaar stirbt durch mehrere Schüsse

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In weißen Overalls verschwinden Mitarbeiter der Spurensicherung im Haus an der Friedrich-Ebert-Straße, in dem Polizeibeamte am Samstag die Leichen eines Ehepaars entdeckt haben.

Babenhausen - Ein blondes Mädchen malt mit weißer Kreide eine Acht auf den Asphalt der Friedrich-Ebert-Straße und lacht. Ihr Vater lacht nicht. „Zu dem, was hier passiert ist, können wir nichts sagen“, meint er ratlos. Von Alexander Klug

Nur ein paar Schritte weiter geht ein Mann im weißen Overall der Spurensicherung über denselben Asphalt in das strahlend weiße Gebäude mit dem roten Dach. Zwei tote Menschen hat die Polizei in dem Einfamilienhaus am Samstagnachmittag gefunden. Um 13.20 Uhr hatten Passanten die 37 Jahre alte Tochter des Paars schwer verletzt vor dem Haus gefunden und die Beamten alarmiert, wie Polizei und Staatsanwaltschaft gestern mitteilten. Diese durchsuchten das Haus. Bei Eltern wie Tochter handelt es sich um Schussverletzungen.

„Die Tochter ist mittlerweile operiert worden und schwebt nicht mehr in Lebensgefahr“,sagt Oberstaatsanwalt Klaus Reinhardt in einer improvisierten Pressekonferenz. Man habe aber noch nicht mit ihr reden können, sie sei noch nicht vernehmungsfähig.

Die Polizei ermittelt "in alle Richtungen".

Die Polizeibeamten ermittelten nun „in alle Richtungen“, wie er sagt. Das bedeute, man könne bisher keine Variante bestätigen, aber auch keine ausschließen – zum Beispiel ein Familiendrama rund um den 62 Jahre alten Immobilienhändler, seine vier Jahre jüngere Ehefrau und ihre Tochter.

Nun gebe es für die Ermittler eine Menge Arbeit, „klar ist bis jetzt eigentlich nur, dass es sich um Schussverletzungen handelt“,meint der Oberstaatsanwalt. Auch im Haus in direkter Nachbarschaft zum ehemaligen Kasernengelände müsse weiter nach dem Tathergang geforscht werden. „Es liegt umfangreiche Tatortarbeit vor uns“, formuliert der Jurist am Darmstädter Landgericht.

Unter den Bewohnern der beschaulichen Straße, an der sich die Einfamilienhäuser aneinander reihen, herrscht Ratlosigkeit. „Es ist schrecklich, was sich hinter so mancher Tür offenbar so alles abspielt“, sagt eine Mutter mit Kinderwagen und schüttelt den Kopf. „Wir haben an dem Tag eine kleine Feier gehabt und uns über die viele Polizei gewundert“,erzählt Nachbar Boro Suznjevic. Der 38-Jährige kannte weder die Eltern noch die Tochter näher; man habe sich nur ab und zu auf der Straße gesehen und gegrüßt. „Wenn direkt neben dem eigenen Zuhause so etwas passiert, nimmt einen das schon gewaltig mit.“

Weitere Informationen erhofft sich die Polizei durch die Obduktion der Leichen, wie Polizeisprecher Ferdinand Derigs sagt. Ergebnisse seien aber erst Anfang der Woche zu erwarten. Nach seinen Angaben waren in dem Einfamilienhaus nur die Eltern und ihre Tochter gemeldet.

Quelle: op-online.de

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