Ein Ehrenbrief und zwei Aufsteigerteams

Willy Willand erhält den Ehrenbrief von Landrat Klaus-Peter Schellhaas.

Babenhausen ‐ „Das ist ein großer Tag in der Vereinsgeschichte”, sagte Rolf Kreisel, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit bei den Handballern der SG Rot Weiss.  Von Michael Just

Gestern lud man zu einer Veranstaltung, die man laut Kreisel eigentlich auch in zwei Festakte hätte packen können: Zum einen wurde Willy Willand - 1974 einst Mitbegründer des Vereins - durch Landrat Klaus-Peter Schellhaas der Landesehrenbrief verliehen, zum anderen würdigte der Verein seine erfolgreichen Aufsteiger. Die Stadtmühle entpuppte sich aufgrund dieser Konstellation, für die man eine beschwingte Jazz-Matinee organisierte hatte, fast zu klein.  Das war auch deshalb der Fall, weil die Rot-Weissen mit den ersten und zweiten Herren gleich zwei Aufsteiger bei den Aktiven zu bieten haben. Die erste Mannschaft wird in der neuen Saison in der Oberliga spielen und damit so hoch wie nie ein Herren-Team der Löwen zuvor. So verwunderte es nicht, dass der erste Vorsitzende zahlreiche lobende Worte fand. Der Erfolg habe sich aber nicht aus dem Nichts entwickelt, da sowohl bei der Mannschaft als auch den Verantwortlichen im Verein die richtige Einstellung vorausging: „Professionelles Arbeiten beginnt mit der Bereitschaft professionell zu denken”, so Heil.

Mit dem Landesehrenbrief ging der Fokus dann auf Willy Willand über. Dessen Beziehung zum Verein lässt sich, wie es zuvor ein Mitglied der SG formulierte, fast mit einer „Vater-Sohn-Beziehung” vergleichen. Die Laudatio hielt Jochen Pastor, der wie Willand ebenfalls zu den Urgesteinen des Vereins gehört. Wie er lobte, habe es der zu Ehrende immer wieder verstanden, seine eigene Position zu vertreten und trotzdem andere mitzuziehen.

Landrat Klaus-Peter Schellhaas musste wie alle anderen Gäste den Handballern gratulieren und dann einen gekonnten Übergang zu Willy Willand finden. Er zeigte sich vom Erfolg der SG nicht überrascht: „Ich sehe derzeit in vielerlei Hinsicht das größte Entwicklungspotential im Osten des Landkreises - und hier speziell in Babenhausen”, führte er an.

Sportgemeinschaft profitiert von Engagement

Um sein Geschenk mit dieser Aufbruchstimmung zu verknüpfen bot er an, demnächst einen gemeinsamen Apfelbaum zu pflanzen. Auf einen besonderen Weg mit reichlich Engagement habe sich einst Willand gemacht. Nun könne er mit großer Beständigkeit und herausragendem Einsatz eine aktive Vita über Jahrzehnte vorweisen. Von seinem Engagement habe vor allem die Sportgemeinschaft und die politische Gestaltung der Stadt profitiert.

Die Biografie von Willand offenbart zweifellos etwas Beeindruckendes: So gehörte der heute 73-jährige zu den Mitbegründern der SG im Jahre 1974. Von Beginn an übernahm er das Amt des Schriftführers und war gleichzeitig Geschäftsführer. 1979 war er erster Vorsitzender, bevor er von 1980 bis 1994 erneut den Posten des Schrift- und Geschäftsführers übernahm. Von 1978 bis 1984 trainierte er die Jugend-Handballmannschaften des Vereins, die an nationalen und internationalen Turnieren sogar in Schweden und Norwegen teilnahmen. Seine damalige B-Jugend führte er bis zum Aufstieg in die Oberliga Hessen. Zwischen 1978 und 1984 hat der Geehrte die Belegung der Schulsporthalle der offenen Schule Babenhausen koordiniert. Unvergessen blieb die Aktion „Wir sponsern unsere Schulsporthalle”. Dank dieser Einnahmen wurden Reparaturen und Anschaffungen möglich. „Auf die Idee muss man erstmal kommen”, lobte Schellhaas. Seit 1994 ist Pensionär in den Ältestenrat der SG gewechselt.

Seine kommunalpolitische Laufbahn begann das SPD-Mitglied 1976 als Stadtverordneter, anschließend war er von 1985 bis 1989 erster Stadtrat, dazu begleitete er Ämter als Vorsitzender des Finanzausschusses und als Fraktionsvorsitzender. Parallel war er auch Vorsitzender im Gremium der Babenhäuser Vereine. Im Kreistag saß er von 1985 bis 1989. Nicht zuletzt engagierte er sich von 1997 bis 2001 als Mitglied in der Altstadtkommission und brachte dort seine Sachkunde ein.

Zum Erhalt des Landesehrenbrief gratulierten Willy Willand auch Bürgermeisterin Gabi Coutandin und Stadtverordnetenvorsteher Rüdiger Manowski. Die Stadt Babenhausen würdigte das Engagement Willands bereits 2004 mit der Goldenen Ehrennadel.

Quelle: op-online.de

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