Den Wert des Ortes kennen

+
Jahrzehnte beim Ortsgericht: Amtsgerichtsdirektor Frank Richter (rechts) überreichte Kurt Kratz (links), der seit 40 Jahren Ortsgerichtsvorsteher ist, und Philipp Funck (zweiter von rechts) für 25 Jahre als Schöffe die Urkunden. Auch Ulrich Rösner vom Ortsgericht Babenhausen erwies den beiden die Ehre.

Babenhausen/Dieburg (dsc) - Lächelnd standen beide Männer im Büro des Amtsgerichtsdirektors, die Urkunden fest in den Händen: eine mit rosa Einband, „Der Präsident des Oberlandesgerichts“ steht vorne drauf.

Die andere gelb, auch hier zeugte der Aufdruck des hessischen Löwens von der Wichtigkeit des Dokuments.

Für ihr langjähriges Engagement beim Ortsgericht in Babenhausen wurden die Harpertshäuser Kurt Kratz und Philipp Funck vom Direktor des Amtsgerichts, Frank Richter, in Dieburg geehrt. Beide erhielten eine Urkunde überreicht: Kratz für sein 40. Jahr als Ortsgerichtsvorsteher, Funck für 25 Jahre als Schöffen.

Es komme nur selten vor, dass Amtsgerichtsdirektor Richter eine Ehrung für 40 Jahre Engagement mache, sagte der gleich zu Beginn des Zusammentreffens, erst die zweite während seiner bisherigen Amtszeit sei diese. Dann schmunzelte er und ergänzte: „Als Kurt Kratz angefangen hat, war die Gesetzeslage allerdings noch anders“, die Tätigkeiten, die der 71-jährige Geehrte machte, bevor er Vorsteher wurde, seien ihm angerechnet worden. Trotzdem ist Kratz nun schon lange Ortsgerichtsvorsteher – seit 1995. Die erste ehrenamtliche Tätigkeit habe er bereits 1970 aufgenommen. Der Harpertshäuser erzählte: „Als erster Beigeordneter habe ich sogar den Grenzänderungsvertrag mit unterschrieben.“ Damals wurde das Dorf an die heutige Kernstadt gebunden. In Kratz’ Augen war ein Leuchten zu sehen, als er daran erinnerte.

Bei der Arbeit als Schöffe sei es sehr wichtig, dass man seinen Ort und dessen Wert kenne, sagte Philipp Funck. Vom Ortsbeirat wurde er vor 25 Jahren für den Posten im Ortsgericht vorgeschlagen. Seine hauptberufliche Tätigkeit in der Landwirtschaft sei dafür eines der wichtigsten Gründe gewesen. „Mein Wissen in diesem Bereich war gerade bei den Schätzungen, die das Ortsgericht macht, sehr hilfreich“, sagte er. Funck sei gerne Schöffe. „Wenn es die Gesundheit mitmacht, werde ich noch bis zum Ende meiner Amtszeit 2021 weitermachen.“

Quelle: op-online.de

Kommentare