Eiche an historischem Ort

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Die Schaufel geschwungen haben (von links) Norbert Kolb, Wehrführer der Sickenhöfer Feuerwehr, Bürgermeisterin Gabi Coutandin und Parlamentschef Rüdiger Manowski.

Sickenhofen - Das Loch war bereits gegraben, auch die schon stattliche, etwa fünf Jahre alte Eiche war darin zu sehen, als der Feuerwehrvorsitzende und Wehrführer Norbert Kolb, Bürgermeisterin Gabi Coutandin und Stadtverordnetenvorsteher Rüdiger Manowski am Samstagmittag zu den Schaufeln griffen. Von Petra Grimm

„Ein lebendes, ja ein lebendiges Denkmal wollen wir mit der Baumpflanzung schaffen“, sagte Kolb über die Aktion, zu der die Stadtteilwehr anlässlich ihres 75-jährigen Bestehens eingeladen hatte.

Das Bäumchen, das in Zukunft den Friedhofsvorplatz zieren wird, soll auch zukünftige Generationen an die Vereinsgründung im Jahr 1934 erinnern. Seither werde der Vereinszweck durch „Zusammenstehen und gegenseitiges Helfen“ zum Wohle aller verwirklicht, sagte Kolb. Dies sei nur möglich, weil sich inzwischen auch die Enkel und Urenkel der Gründer der guten Sache verschrieben hätten, nämlich vielfältige Gefahren, wie Feuersbrünste, Unwetter und Unfälle von den Bürgern und deren Hab und Gut abzuwehren. „Es wird noch ein Findelstein mit einer Widmung dazu kommen“, erklärte Kolb, der Stadtverordnete, Ortsbeiratsmitglieder, Vertreter der Ortsvereine und einige Bürger als Gäste begrüßte.

Mit dem Pflanzen einer Eiche sei auch ein Versprechen von Zuverlässigkeit und Standhaftigkeit verbunden, sagte die Bürgermeisterin, die dem Verein ebenso wie der Stadtverordnetenvorsteher eine gute weitere Entwicklung wünschte.

Einige geschichtliche Daten über den Platz, an dem die Eiche gepflanzt wurde, lieferte der Ehrenortsvorsteher und Heimatforscher Helmut Mahr. An dieser Stelle des Ortes sei es in früheren Zeiten sehr lebhaft zugegangen, sagte Mahr: „Der Pflanzplatz, der im Bereich des am 23. Juni 1888 eingeweihten dritten Sickenhöfer Friedhofs liegt, ist historisch interessant.“ Zum einen habe in dieser Gewann namens „Kredensee“ die Zehntscheune gestanden, die früher als „Krede“ bezeichnet wurde. Hier mussten die Bauern damals ein Zehntel ihres Getreides an die Herrschaft abliefern. „In unserem Sprachgebrauch würde man die Zehntscheune als Finanzamt bezeichnen“, sagt Mahr.

Die am Pflanzplatz vorbei führende Straße „Zum Sickenhöfer See“ hatte im Mittelalter den Namen „Altdörfer Pfad“ und führte zu dem im Pestjahr 1635 des Dreißigjährigen Krieges untergegangenen Dörfchen Altdorf, das im Bereich des heutigen „Aldi-Marktes“ lag. Außerdem stand nur etwa 300 Meter von der Jubiläumseiche entfernt im Bereich des heutigen Birkenhofs das schon 1570 auf einer Karte eingezeichnete „Siechenhäuslein“. Hier waren Aussätzige und Menschen mit ansteckenden Krankheiten untergebracht. Der Heimatforscher verwies auch auf die gegenüber der neu gepflanzten Eiche stehenden „Sigo-Linde“, die 1987 zur Tausendjahrfeier des Ortes gepflanzt worden war.

Zur Feier ihres Jubiläums lädt die Sickenhöfer Feuerwehr vom 19 bis zum 21. Juni zu einem Festwochenende rund um die Mehrzweckhalle ein. Am Freitag geht es mit einer Jubiläumsparty mit DJ Robby und großer Cocktailbar los. Am Samstag folgt der akademische Abend mit Ehrungen, der von den Kleestädter Feuerwehrmusikanten umrahmt wird. Der Sonntag beginnt um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst, gefolgt von einem Äppelwoi- und Bierfrühschoppen.

Das 1. Internationale Sickenhöfer Oldtimertreffen mit historischen Zweirädern, Autos und Traktoren, sowie eine Fahrzeugschau der Feuerwehr und des THW werden für weitere Unterhaltung sorgen. Außerdem bereichern der Musikzug des TV Hergershausen, eine Hüpfburg und ein Kinderprogramm den Festbetrieb.

Quelle: op-online.de

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