Bürgerzentrum bietet Platz für Beratungs- und Hilfsangebote im Erloch

Ein Leuchtturm für Babenhausen

Durchschnitten das Band zum neuen Bürgerzentrum (von links): Dominik Stadler, Christiane Hucke und Rosemarie Lück.
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Durchschnitten das Band zum neuen Bürgerzentrum (von links): Dominik Stadler, Christiane Hucke und Rosemarie Lück.

Im Oktober 2017 wurde für Babenhausen ein wichtiges Projekt angestoßen: Gemeinwesenarbeit, die insbesondere den Menschen im Erloch Unterstützung, Wohn- und Lebensqualität bringen soll. Diese Arbeit, deren Fäden bei Quartiersmanagerin Christiane Hucke vom Diakonischen Werk Darmstadt-Dieburg zusammenläuft, hat nun ein starkes Fundament erhalten.

Babenhausen - Am Freitag wurde das Bürgerzentrum in der Amtsgasse 98 eröffnet. Im Parterre des Hauses, das an das Wohngebiet Erloch grenzt, findet die Gemeinwesenarbeit ein festes Zuhause. Gut 2600 Bürger aus 75 Nationen leben im sozial schwachen Stadtteil Erloch und erreichen nun fußläufig das Zentrum der Gemeinwesenarbeit.

Entsprechend war die Stimmung bei der Eröffnungsfeier, deren akademischer Teil ins Freie verlegt wurde. „Es ist der Start für ein Projekt, das immer weiter geht und noch wachsen kann“, sagte Bürgermeister Dominik Stadler vor den Gästen. Ehrengäste, Kommunalpolitiker, Bürger, Geistlichkeit, etliche waren gekommen, um die Eröffnung zu feiern. „Für viele Fragen gibt es keine einfachen Antworten“, sagte die evangelische Pfarrerin Andrea Rudersdorf, die Christiane Hucke einen Rucksack voller guter Wünsche und Nervennahrung überreichte.

Die Diplom-Sozialpädagogin Hucke kam nach Babenhausen, um für ihre Schützlinge Hilfe anzubieten und Antworten zu finden. Generell für alle Menschen der Stadt, doch zielgerichtet für jene im Erloch, die dort oftmals beengt in großen Wohnblocks leben, im Wortsinn am Rande der Stadt. „Sprache ist der Schlüssel zu allem“, so Hucke, und ergo sind Sprachkurse ein wichtiger Baustein der Integrationsarbeit. Für all das, die Arbeits- und Selbsthilfegruppen, Bewegungs-, Kinder- und Seniorengruppen, Beratungs- und Unterstützungsangebote gibt es nun Raum. Es wurde kräftig, rund ein Jahr lang, renoviert und das Parterre in der Amtsgasse 98 bietet jetzt ein großes, lichtes Entree mit Sitzgruppe und Kinderecke, großem Vielzweckraum, Büro und einen Innenhof.

Sozialraumorientierung, Quartiersmanagement und Stadtentwicklung – es waren zwar sperrige Begriffe, die die Kreisbeigeordnete Rosemarie Lück verwendete. Griffig war jedoch die Zusage, dass der Kreis Darmstadt-Dieburg weiterhin das soziale Engagement mit 10 000 Euro jährlich unterstützt. Gefördert und finanziert wird die Gemeinwesenarbeit vom Land Hessen, dem Diakonische Werk Darmstadt-Dieburg, dem Landkreis und der Stadt Babenhausen, die etwa die Miete des neuen Bürgerzentrums schultert.

Zugpferd des Ganzen ist Christiane Hucke mit ihrem Team, zu dem auch die Engagementlotsen zählen. Viele Organisationen, Kitas, Vereine, Schulen, Jugendförderung und Kirche sind vernetzt und bringen sich ein. „Es soll ein Haus des Friedens und des Dialogs, der Demokratie und des Respekts sein“, wünscht sich die Sozialpädagogin, „ein Leuchtturm für Babenhausen.“ Kurz umriss sie Einsatzgebiete: Menschen aus der Isolation holen – gerade Ältere seien einsam. „Manche hocken Jahre lang in der Stube, ohne deutsch zu können“, anderen seien gebürtige Deutsche, aber Analphabeten.

Frisch auf der Agenda hat sie eine Seniorengruppe, „die Älteren warten schon“. Weil sie um die Bedürfnisse der bunten Bevölkerung im Erloch wissen wollte, hat sie wörtlich Klinken geputzt. 166 Haushalte wurden in einer Umfrage aufgesucht. Mehr Spielfläche für Kinder, wünschten sich viele, herumliegender Müll wurde beanstandet. Im Großen und Ganzen „wohnt eine große Mehrheit von Menschen gerne in Babenhausen.“ Ihr Quartiersbüro in der Ziegelhüttenstraße 21 wird die Sozialstreiterin nicht aufgeben. (zah)

Nach einjähriger Renovierung wurde das Bürgerzentrum in einem kleinen Festakt eröffnet.

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