Franziska Bareins organisiert Kunst- und Kulturtage

Eine anstrengende Hassliebe

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Ein echtes Multitalent: Franziska Bareins hat Schauspiel, Tanz und Gesang studiert.

Babenhausen - Zum fünften Mal veranstaltet die Stadt Babenhausen im Spätherbst die immer beliebter werdenden Kunst- und Kulturtage. Am 8. und 9. November steigt das Kulturevent. Von Jens Dörr

Die mittlerweile kaum noch aus dem Eventkalender wegzudenkende Schau für alle Sinne ging von einem runden Tisch lokaler Künstler aus. Doch wer sind die Menschen, die in Babenhausen anregen, aufregen und unterhalten wollen? Wir stellen einige von ihnen bis zu den Kunst- und Kulturtagen in loser Folge vor. Die Serie über Babenhausens Künstler könnte grundsätzlich zwar mit ganz verschiedenen Kreativen beginnen - tut es aber mit guten Grund mit einer ganz bestimmten Frau: Franziska Bareins ist nicht nur (studierte) Schauspielerin, Tänzerin und Sängerin; die 30-Jährige, die mehrere Jahre lang in Harreshausen lebte und inzwischen nach Goldbach gezogen ist, trägt auch rund um die „Kunst- und Kulturtage“ besondere Verantwortung. Vor vier Jahren erhielt Bareins von der Stadt Babenhausen den Auftrag, erstmals die „Kunst- und Kulturtage“ zu organisieren. „Durch die Zeit, die ich in Babenhausen gewohnt habe, konnte ich Kontakte knüpfen - auch am runden Tisch der Künstler, bei dem ich von Anfang an als Moderatorin tätig war“, erzählt die energiegeladene Frau, die gelassen bleibt, als der Autor dieser Zeilen wegen eines Unfalls auf der B26 verspätet zum Interview kommt.

Bei den Kunst- und Kulturtage zeichnet Bareins seither für die Organisation der Veranstaltungen und der Vortreffen verschiedener Gruppen, die Planung der Räumlichkeiten sowie für eigene künstlerische Beiträge an den beiden Tagen verantwortlich. Dazu zählen diesmal ein Puppentheater und ein schauspielerischer Auftritt bei der Veranstaltung am Samstagabend. „Ich moderiere alle Veranstaltungen, baue Bühnen um, bin Ansprechpartner für alle Fragen der Teilnehmer“, spricht sie von weiteren Engagements rund um die beiden prall gefüllten Tage. Auch organisiere sie den Auf- und Abbau und sei „immer die Mittelsfrau zwischen den verschiedenen Gewerken“. Der Weg ins professionelle Kulturgeschäft war bei Bareins wie in den meisten erfolgreichen Fällen ein anspruchsvoller und geplanter: Nach ihrem Abitur in Aachen studierte sie in Leipzig Schauspiel, Tanz und Gesang. „Schon als Kind habe ich künstlerische Interessen gehabt, war in der Musikschule, habe 15 Jahre lang klassisches Ballett getanzt, Stepptanz, Modern Dance gemacht, Instrumente gespielt.

Kunst- und Kulturtage 2013

Kunst- und Kulturtage 2013

Die Entscheidung, Schauspiel zu studieren, fiel erst mit 19 Jahren, gerade vor dem Abitur. Die Schauspielschule sei „sehr anspruchsvoll“ gewesen und habe sie vier Jahre lang täglich voll gefordert. „Und an den Wochenenden standen immer Auftritte an.“ 2007 wechselte Bareins zum Kinder- und Jugendtheater in Darmstadt, kam so nach Südhessen. Dort arbeitete sie drei Jahre lang - und lernte ihren Mann, ebenfalls Kunstschaffender, kennen. „2010 haben wir unser eigenes Geschäft mit der Unterhaltungskunst aufgemacht“, erzählt sie von den Anfängen ihres Betriebs, als sie gerade 26 war. „Schauspielerin sein und gleichzeitig ein eigenes Unternehmen führen, mit eigenen Produktionen, eigener Kundenbetreuung und bundesweiter Tournee mit 120 Auftritten im Jahr, beinhaltete im Schnitt eine 80-Stunden-Woche und schloss freie Wochenenden aus.“ Als Künstler arbeite man „grundsätzlich, wenn andere frei haben“. Ihr Antrieb ob aller Entbehrungen? „Es ist das ständige Streben nach Perfektion, nach Dynamik und nach Bewusstwerdung, was mich durch diese Achterbahn aus Adrenalinschüben und viel Arbeit führt. Einfach ist es nie - mit jemandem tauschen würde ich aber auch nie.“ Ihr Künstlerdasein sei „ambivalent: Ich liebe und hasse es zugleich. Es bedeutet mir nichts und alles.“

Quelle: op-online.de

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