3,8 Kilometer Wanderung durch und um Harptershausen

Ortsvorsteher Willi Schäfer organisiert Grenz-Spazier-Gang

Am kleinen Park gegenüber der Kirche hat der Harpertshäuser Ortsvorsteher Willi Schäfer gestern eines der Hinweisschilder für den heute startenden individuellen Grenz-Spazier-Gang angebracht.
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Am kleinen Park gegenüber der Kirche hat der Harpertshäuser Ortsvorsteher Willi Schäfer gestern eines der Hinweisschilder für den heute startenden individuellen Grenz-Spazier-Gang angebracht.

Wegen der Corona-Pandemie müsse und dürfe Vieles ausfallen, aber nicht der traditionelle Harpertshäuser Grenzgang. Für Willi Schäfer, dem neuen Ortsvorsteher im kleinsten Babenhäuser Stadtteil, eine Ehrensache, damit die Veranstaltung zum 43. Mal stattfinden kann.

Harpertshausen- Und so hat der 57-Jährige anstatt des ansonsten gemeinschaftlichen Rundgangs, einen individuell machbaren Grenz-Spazier-Gang entworfen, der von heute an bis Sonntag, 17. Januar, zu einem 3,8 Kilometer langen, informativen Rundkurs einlädt (siehe Karte und Infokasten). „Gerade in der jetzigen Zeit tut Bewegung an der frischen Luft gut“, sagt Schäfer. Zudem bittet er darum, auf Abstand zu achten und nicht in Gruppen zu gehen. Denn den Corona-Virus nimmt Schäfer keinesfalls auf die leichte Schulter. Im März vergangenen Jahres infizierte er sich nämlich damit. „Wahrscheinlich am Flughafen in Marrakesch oder im Flugzeug“, meint Schäfer, der mit seiner Frau zuvor eine Motorradreise durch Marokko unternommen hatte. Zusammen mit Hunderten anderen deutschen Touristen warteten sie tagelang auf den von den Bundesregierung organisierten Rückflug in die Heimat. „Masken wurden damals noch nicht getragen“, erinnert sich Schäfer.

Start und Ziel des Harpertshäuser Grenzgangs (gestrichelte Linie) ist an der markanten Linde an der Ecke der Kirchstraße mit der Altheimer Straße (roter Punkt). Von dort geht es durch das Neubaugebiet Am Kirchweg weiter Richtung Altheim. Über Feldwege und den Richerbach verläuft der weitere Weg am Auwald entlang bis zur Auschneise, über welche es zurück nach Harpertshausen geht. Entlang der Strecke sind Orientierungs-Pfeile angebracht.

Die zuhause auftretenden Erkältungssymptome entpuppten sich dann als Covid-19. Beim Röntgen wurde festgestellt, dass seine Lunge auf jeden Fall betroffen ist. Eine gute Woche lag er im Krankenhaus, unter anderem mit hohem Fieber. Auch Monate später merkt Schäfer noch die Spätfolgen der Infektion. In den Wochen danach waren es vor allem Konzentrationsprobleme. Damit die Wissenschaft mehr über das Virus und die Folgen erfährt, nimmt er an verschiedenen Studien teil.

Zehn Buchstaben finden

Auf dem etwa 3,8 Kilometer lange Rundweg, der von heute, 10 Uhr, bis Sonntag, 17. Januar, 18 Uhr, absolviert werden kann, sind neben interessanten Informationen auch zehn Buchstaben angebracht. Diese ergeben ein Lösungswort. Unter allen bis zum Ende des Zeitraums bei Ortsvorsteher Willi Schäfer in den Briefkasten, Altheimer Straße 50, abgegeben Lösungen wird ein Präsent verlost.

Gemeinsam mit seiner Frau Miriam, die im St. Vinzenz-Krankenhaus in Hanau arbeitet, geht er mit Corona-Leugnern oder -Verharmlosern auch ganz offensiv um. Zuletzt waren die beiden in der ZDF-Dokumentation zum Thema „Spaltet Corona die Gesellschaft?“ zu sehen. Seine Frau hatte dem Fernsehsender auf Facebook geschrieben, dass wegen differenzierter Sichtweise auf den Virus sogar langjährige Freundschaften in die Brüche gegangen sind. Das fanden die Doku-Macher so interessant, dass sie mit einem Kamera-Team nach Harpertshausen kamen.

Kommunalpolitisch ist Schäfer kein unbeschriebenes Blatt. Nachdem seine Frau und er im Jahr 2000 nach Harpertshausen gezogen waren – sie sind Eltern von inzwischen 22 Jahre alten Zwillingen – besuchte er den Ortsbeirat und wurde schließlich vom langjährigen Ortsvorsteher Kurt Kratz gefragt, ob er nicht für die SPD fürs Stadtparlament kandidieren möchte. „Wenn der Kurt fragt, kann man nicht Nein sagen“, sagt Schäfer schmunzelnd. Von 2006 bis 2016 saß Schäfer bereits in der Stadtverordnetenversammlung. Dann wollte der Harpertshäuser, der bei Merck in Darmstadt Projektleiter für analytische Laborinstrumente ist, politisch kürzer treten, stand weit hinten auf der SPD-Liste und wurde nicht ins Gremium gewählt.

Dass er seit September nun doch wieder im Stadtparlament sitzt, hat mit dem Rückzug seiner Parteikollegin Martina Seuß zu tun, für die er nachrückte und auch zu ihrem Nachfolger als Vorsitzender des Harpertshäuser Ortsbeirates gewählt wurde. Davon, dass sich Schäfer nun wieder verstärkt politisch engagieren möchte, zeugt sein Listenplatz bei der Kommunwahl am 14. März. Dort steht er direkt hinter der SPD-Parteivorsitzenden Simone Kirchschlager auf Platz zwei. (Von Norman Körtge)

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