Für eine „Kultur des Hinsehens“

Babenhausen ‐ Die Serie an Überfällen in Babenhausen und Schaafheim im Winter 2009/10 hatte zu Diskussionen über die Sicherheitslage in der Stadt geführt. Von Stefan Scharkopf

Der Leiter des Polizeipräsidiums Südhessen, Helmut Biegi, und der neu ernannte Leiter der Polizeistation Dieburg, Klaus Pauls, hatten daraufhin die aktuelle Kriminalitäts-Statistik des Landkreises Darmstadt-Dieburg vorgestellt und belegt, dass die Sicherheitslage in Babenhausen gut sei.

Dennoch wurden verschiedene Maßnahmen debattiert, wie Rahmenbedingungen weiter verbessert werden können: Freiwilliger Polizeidienst, Ringmaster-Frühwarn-System, Gründung eines Präventionsrates.

Inzwischen wurde auch die Stelle des Polizisten vor Ort wieder im Rathaus installiert, die zweite Stelle der Hilfspolizei ist mit Michael Lienert ebenfalls wieder besetzt.

Die Einrichtung des Rates wurde im Stadtparlament mit dem Ziel beschlossen, Akteure und Betroffene zu vernetzen, die städtischen Gremien zu unterstützen und Projekte zur Kriminalitätsprävention vorzubereiten. Inzwischen hat das Gremium seine Arbeit aufgenommen, wie Bürgermeisterin Gabi Coutandin mitteilt.

Aufgabenbeschreibung steht im Mittelpunkt

Beim ersten Vorbereitungstreffen des Rates nahmen Vertreter von Polizeidirektion Darmstadt-Dieburg, Feuerwehr, Kinder- und Jugendförderung, Schulverbund Babenhausen, Kindergärten, Behindertenvertretung und des Vereinsgremiums teil. Eingeladen dazu hatten Bürgermeisterin Gabi Coutandin und der Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung, Heiko Duda.

Diesem ersten Treffen folgten inzwischen drei weitere, in denen die Richtlinien für die Arbeit dargelegt wurden. Im Mittelpunkt stand dabei die Aufgabenbeschreibung, die in einer Präambel den Richtlinien vorangestellt wurde.

Darin wird als vorrangiges Ziel definiert, zum „Erhalt und zur Entwicklung der Lebensqualität der Stadt Babenhausen und seiner Stadtteile beizutragen, das friedvolle Zusammenleben zu fördern, demokratische Strukturen in den Vordergrund zu stellen und die Beteiligung der Bürger zu sichern“.

Alkoholmissbrauch und Freiwilliger Polizeidienst

Der Präventionsrat will den Gemeinschaftssinn, ein Miteinander und eine „Kultur des Hinsehens“ in der Stadt stärken und versteht Vorbeugung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Dazu arbeiteten Bürger und mehrere soziale Institutionen themenbezogen zusammen. Aufgabenfelder sind laut Coutandin die Jugendhilfe und Kriminalprävention, das frühzeitige Erkennen von Problemen und Fehlentwicklungen zur Integrationsförderung, Suchtvorbeugung und die Erhöhung des Sicherheitsgefühls für alle Bürger.

Die Sitzungen des Gremiums sind nicht öffentlich und in der Regel dreimal im Jahr. Für die einzelnen Projekte treffen sich die Projektgruppen je nach Bedarf auch häufiger. Aktuell stehen für den Präventionsrat folgende Projekte auf dem Programm: Förderung der Integration und Anlaufstelle für Jugendliche im Erloch, das Thema „Sicherheit im Netz“ und das Ziel eines barrierefreien Babenhausens. Weiterhin stehen Kooperationsprojekte zur Verkehrserziehung auf der Agenda.

Die Themen Alkoholmissbrauch, Ringmaster-Frühwarn-System, Freiwilliger Polizeidienst und Organisierte Kriminalität sind ebenfalls auf der Tagesordnung.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

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