Auf einen Kaffee vor der Fahrt

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Geschäftsführerin Andrea Hausmann begrüßt den ersten Kunden im Shop.

Babenhausen ‐ Montag früh, 6 Uhr. Andrea Hausmann schließt die Tür zum neuen Coffee Shop im alten Bahnhof auf, zusätzlich wird der Zugang zum Warteraum für die Reisenden wieder aufgemacht. Die ersten staunen nicht schlecht, als sie gestern um kurz vor halb sieben den Pendlerzug auf direktem Wege erreichten. Von Stefan Scharkopf

Dies ist aktuell wieder werktags von 6 bis 15 Uhr möglich, wenn auch der Coffee Shop geöffnet ist. Um 6.21 begrüßte Andrea Hausmann den ersten Kunden, in kurzer Zeit folgten bereits weitere Kunden, die auf dem Weg zum Zug und zur Arbeit waren. Auch ist das Angebot an Waren nicht zu übertreffen, es gibt verschiedene Zeitungen, Snacks, heiße und kalte Getränke, Backwaren, Tabak und eine kleine Auswahl an Fahrplänen für die Strecken Aschaffenburg-Wiesbaden und Hanau–Wiebelsbach/ Heubach, die bei Bedarf gerne kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Vermieter ist die in Dreieich-Buchschlag ansässige Mainessetment Gesellschaft, die den alten Fahrkartenschalter gekauft und in wochenlanger Arbeit renoviert hat. Der Bahnhof wirkt wieder ein wenig freundlicher, Schäden wurden beseitigt, die Uhren in ihrer Funktion überprüft und wieder in Betrieb genommen. Das Gebäude wurde komplett entkernt, die Wände mit neuen Farben versehen, die kaputt geschlagenen Fenster ersetzt und eine neue Tür installiert.

Bau muss dringend saniert und umgebaut werden

Die ersten Fahrgäste waren hoch erfreut, dass es wieder einen direkten Zugang zum Bahnsteig gibt, und dass es wieder möglich ist, sich im Warteraum aufzuhalten, wenn der Zug mal Verspätung hat. „Hoffen wir nun, dass dieses Angebot lange erhalten bleibt und die Fahrgäste diesen zusätzlichen neuen Service auch rege nutzen“, äußert sich Kai Uwe Werner, Projektleiter des Heimat- und Geschichtsvereins Babenhausen für Bahngeschichte, der in seinem Beruf ebenfalls mit der Bahn zu tun hat: Er ist Lokführer. Werner hat stets ein Auge auf das, was beim Bahnhof so vor sich geht.

Unstrittig ist, dass am Bahnhof noch mehr zu tun ist. Der Bau muss dringend saniert, umgebaut und barrierefrei zugänglich gemacht werden. Bei einem Abstimmungstermin mit einer Vertreterin der DB Station und Service GmbH, dem Bauamt und Bürgermeisterin Gabi Coutandin im August wurden die Grundlagen des Finanzierungsvertrages diskutiert, der die Kostenverteilung zwischen Bahn, RMV und Stadt regeln soll. Konkret geht es um die Sanierung von Bahnsteig und Unterführung, den Durchstich zur B  26 und einer Park  &  Ride-Anlage. Die Stadt hatte gehofft, dass bis Ende September ein Finanzierungsvertrag vorliegt, den die Stadtverordnetenversammlung verabschieden kann. Passiert ist bislang nichts.

Für Coutandin ist es „ärgerlich, dass wegen der unterschiedlichen Zuständigkeiten bei der DB keine Zahlen vorliegen, was finanziell auf die Stadt zukommt“. So heißt es weiter warten.

Quelle: op-online.de

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