Einkaufswagen im Ohlebach

+
Die Gewässerreinigung, die es in dieser Form zum ersten Mal gab, soll eine regelmäßige Veranstaltung werden, sagen die Angler des SAV Petri.

Babenhausen ‐ „Es ist wirklich unglaublich, was da so an einem vorbei schwimmt, wenn man zum Angeln an einem der Bäche sitzt. Neulich waren sogar zwei schmutzige Windeln dabei“, erzählte Tobias Petri, der Vorsitzende des SAV Petri Heil. Von Petra Grimm

Jetzt war er gemeinsam mit Dieter Schade, Volker Hagin und den drei Jungs Florian Fischer, Anton Siebenschuh und Emil Schimpf an der Gersprenz im Einsatz, um den Müll im Wasser und am Ufer aufzusammeln. Und es gab kaum etwas, was unbelehrbare Zeitgenossen nicht in der Natur entsorgt hatten. Gemischter Hausmüll wie Konservendosen oder auch Flaschen und Plastiktüten, außerdem Reifen, Felgen und Metallstangen, aber auch ungewöhnliche Objekte wie ein Fahrradhelm waren zu finden. „Da vorne im Ohlebach liegt ein Einkaufswagen“, sagte Dieter Schade Kopf schüttelnd.

In einem Schlauchboot, das die Angler mitführten, lagerten sie den Müll zwischen, später trennten sie ihre Fundstücke. „Es ist sehr wichtig, die Plastiktüten aus den Flüssen zu fischen, denn man hat eine enorme Verunreinigung der Weltmeere durch Massen von Tüten festgestellt“, sagte Dieter Schade.

Die Reinigung soll regelmäßig erfolgen

An zwei Tagen nahmen sich die freiwilligen Müllsammler die Gewässer vor: zunächst die Gersprenz von der Konfurter Mühle bis Harreshausen, tags drauf standen die Lache und der Ohlebach auf dem Programm. Warum verbringt man seine freien Tage damit, den Müll der anderen einzusammeln, anstatt gemütlich auf seiner Terrasse Kaffee zu trinken.

Wir wollen etwas für die Natur tun. Wir alle profitieren ja davon, wenn die Landschaft nicht voll Müll ist“, sagen die Männer. „Jeder hat doch eine Verantwortung für die Gemeinschaft. Und wenn ich mit dem Rad oder als Spaziergänger unterwegs bin, kann ich doch meinen Müll wieder mit nach Hause nehmen“, sagt Dieter Schade, der hofft, dass in Zukunft noch mehr Vereinsmitglieder bei der Aktion mithelfen. Denn die Gewässerreinigung, die in dieser Form zum ersten Mal stattfand, soll eine regelmäßige Veranstaltung werden. „Wir können das ja in Zukunft mit einem Grillfest oder ähnlichem verbinden, dann machen vielleicht auch mehr Leute mit“, sagte Schade. Sonst haben die Babenhäuser Angler, die seit September 2008 im ehemaligen Vereinsheim des Schützenclubs ein Zuhause haben, die Bäche immer im Rahmen der Aktion Saubere Stadt gesäubert.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare