Einsparpotenziale sind unterschätzt

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Beim Auftakt zu Energieprofit stellte Cord Röpken (rechts) das Programm vor.

Babenhausen - Energie und Energiewende sind nicht nur aktuell auf bundespolitischer Ebene heiß diskutierte Themen. Auch in Babenhausen nimmt die Energiepolitik einen bedeutenden Platz ein. Von Alexander Kroh

Und weil sich die Stadt gerne als Vorreiter im Bereich Energieeffizienz in der Region profilieren und eine Vorbildfunktion für andere Städte und Gemeinden übernehmen möchte, unterstützt sie ortsansässige kleine und mittelständische Betriebe beim Energiesparen.

Für dieses Anliegen hat man sich im Rathaus Verstärkung aus dem Norden Deutschlands geholt, in Person von Cord Röpken, der im Auftrag des Bundesdeutschen Arbeitskreises umweltbewusstes Management (kurz: B.A.U.M.), die teilnehmenden Firmen energetisch beraten und individuell Einsparpotenziale aufzeigen wird.

Bundesweite Energieberatungen

Für B.A.U.M., mit Hauptsitz in Hamburg, ist das nichts Neues, seit 20 Jahren werden dort bundesweit Energieberatungen koordiniert und durchgeführt. Meist in Form des sogenannten Ökoprofit, das bedeutet Einsparpotenziale in allen Bereichen einer Firma aufzuzeigen.

In Babenhausen geht es allerdings nur um den Kernbereich Energie, denn „hier liegt das größte Sparpotenzial“, weiß Röpken. Das kann mitunter bei bis zu 30 Prozent liegen. Viele Firmen unterschätzen indes die Möglichkeiten, Energie effizienter zu nutzen. Die Gründe dafür seien größtenteils Geld- und Zeitmangel. Andererseits sei momentan ein Umdenken der Unternehmen zu beobachten. Ursache dafür sind die stetig steigenden Stromkosten. Immer mehr, vor allem größere, Betriebe verfügen mittlerweile gar über ein eigenes Energiemanagement.

Die „Energieprofit“

Bei der „Energieprofit“, die von der Stabstelle Energie und Umwelt der Stadt Babenhausen unterstützt wird, liegt der Fokus auf kleinen und mittelständischen Unternehmen. In einer Reihe von sechs Workshops, etwa zu Beleuchtung, Gebäudedämmung oder Lüftung, sowie individueller Energieberatung in den Betrieben bekommen die Firmenvertreter einen Überblick zum Stand der Energieeffizienz im eigenen Betrieb und erfahren auch, welche Kosten mit einer eventuellen energetischen Umrüstung verbunden sind. Zudem wird über Förderbedingungen informiert.

Kleinere und mittelständige Betriebe seien häufiger bereit, schnell Geld für die Umrüstung in die Hand zu nehmen, sagt Röpken, der selbst seit über zehn Jahren Energieberatungen durchführt. „Je größer der Betrieb, desto geringer ist die Chance, dass eine Investition nur aus Energiespargründen getätigt wird.“ Denn: Viele Investitionen rentieren sich erst nach ein paar Jahren. Und große Firmen wollen schnell Ergebnisse sehen.

Bereits Solaranlagen auf dem Dach

Auf solche, wenn auch eher langfristiger Natur, hoffen auch die bislang acht teilnehmenden Babenhäuser Betriebe. Reinhard Kraus etwa, Geschäftsführer vom Bauzentrum Andre+Oestreicher, erhofft sich von „Energieprofit“ neue Ideen und Impulse, denn „es gibt immer ein gewisses Einsparpotenzial von dem man noch nichts weiß.“ Seine Firma habe bereits zwei Solaranlagen auf dem Dach, dennoch sei sie weiterhin bereit, Investitionen zu tätigen und damit auch die Umwelt zu entlasten.

„Energieprofit“ wurde eigens für Babenhausen entwickelt. Tanja Hollerbach, Leiterin der Stabstelle Energie und Umwelt, veranschaulichte zu Beginn der Auftaktveranstaltung im Rathaus, welche Maßnahmen die Stadt in Bezug auf Energiewende und Klimaschutz bereits umsetzt und welche Projekte demnächst angegangen werden. Unter anderem prüfe man derzeit die Dächer Babenhausens auf eine mögliche Nutzung von Photovoltaikanlagen sowie den Ausbau der Straßenbeleuchtung mit LED-Lampen. Bis 2050 will die Stadt 100 Prozent ihres Energieverbrauchs aus erneuerbaren Energien generieren.

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Bis dahin fließt aber noch viel Wasser die Gersprenz herunter, aber wie es ein Unternehmer bei der Auftaktveranstaltung treffend analysierte: „Wir müssen im Kleinen anfangen und es dann wachsen lassen.“ Der Anfang ist also gemacht.

Bis zu Beginn des ersten Workshops am 14. Juni können sich interessierte Betriebe noch bei Energieprofit anmelden. Informationen gibt es bei Tanja Hollenbach, Telefonnummer 06073/60224.

Quelle: op-online.de

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