Familiärer Charakter

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Schulband und Chor traten auf.

Babenhausen - Schulchor und Band waren drei Tage unterwegs bei einem Chorprojekt. Doch das Schlafdefizit der jungen Leute wirkte sich nicht auf ihre Leistung aus. So unterhielten die Schüler gestern die Gäste bei der Einweihung der Joachim-Schumann-Schule trefflich. Von Stefan Scharkopf

Zwar wird in der neugebauten JSS schon unterrichtet, doch wollten es sich der Landkreis Darmstadt-Dieburg als Bauherr und die Schulgemeinde nicht nehmen lassen, den 25,7-Millionen-Bau (10,4 Millionen kommen vom kommunalen Investitionsprogramm) auch offiziell vorzustellen und Ehrengäste wie Politiker von Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene, Architekten, Planer, Baufirmen etc. einzuladen.

Nach etwa zweijähriger Bauzeit ist eine Schule entstanden, die im Kreis ihresgleichen sucht. Kein Wunder, hat der Kreis den größten Batzen aus seinem 340 Millionen umfassenden Sanierungsprogramm für 81 Schulen in Babenhausen investiert.

Maisonette-ähnliche Cluster

Wie Architekt Thomas Eßmann betonte, beruht das wesentliche Entwurfsprinzip für die Schule auf der Planung von Jahrgangsbereichen mit familiärem Charakter. Sie sind als zweigeschossige maisonette-ähnliche Bündel (Cluster) mit einer mittleren Halle konzipiert, um die sich die Klassenräume anordnen. Sämtliche Cluster sind jeweils über zwei Treppenhäuser direkt erschlossen.

Neu, großzügig und doch kleiner als das alte Domizil: die Joachim-Schumann-Schule.

Die Jahrgangsbereiche werden im 1. und im 2. Obergeschoss angeordnet, die für alle Schüler nutzbaren Fachklassenräume und die Verwaltung im Erdgeschoss. Die eher privateren Bereiche der Jahrgänge und letztlich die Klassenräume liegen am Ende des Weges. Sie müssen allerdings nicht von jahrgangsfremden Schülern durchlaufen werden. Die Jahrgangsbereiche sind in zwei Riegeln untergebracht. Sie liegen sich gegenüber und bilden somit einen Innenhof, der gegenüber der großen Schulhoffläche im Norden als ruhigere Zone geplant ist und in dem auch Unterrichtseinheiten stattfinden können. Die Fachräume Kunst und Werken sind hier im Erdgeschoss angesiedelt. Eine Pergola verbindet die beiden Riegel im Erdgeschoss und ermöglicht eine wettergeschützte Verbindung auf kurzem Wege.

Kompakte Bauweise

Die Eingangshalle ist der Hauptverteiler und gleichzeitig der zentrale Raum der Schule. Er wird belichtet durch eine großzügige Schrägverglasung. Darunter befindet sich eine Vertiefung in der Bodenplatte, eine Versammlungs- und Begegnungsstätte mit Stufen und Sitzgelegenheiten. Durch die kompakte Bauweise konnte die Fläche für die Schule von rund 14.800 Quadratmeter (ohne Mensa) auf 12.000 reduziert werden. Im Erdgeschoss gibt es – wie berichtet –Wandoberflächen aus gesäuertem Architekturbeton. Sie haben die notwendige Robustheit, sehen durch ihre Körnung aber gut aus.

Landrat Klaus Peter Schellhaas und Schuldezernent Christel Fleischmann betonten, dass eine Sanierung der sprichwörtlich auf Sand gebauten alten JSS sich nicht gelohnt hätte. „Wir waren mit dem alten Bau auf der untersten Grenze der Sicherheit angekommen“, sagte Fleischmann. „Ich bin froh, dass das alte Ding jetzt abgerissen wird.“ Dem Bau der neuen JSS ging eine vom Regierungspräsidium geforderte Suche nach Bomben voraus, die das Projekt verteuerte. Die 700 in den Boden eingelassenen Sonden fanden lediglich eine alte Wasserleitung.

Joachim-Schumann-Schüler beziehen Neubau

Joachim-Schumann-Schüler beziehen Neubau

Schulleiter Rainer Becker lobte die „mutige Entscheidung“ des Kreises, durch den Bau nach neuesten Standards die JSS in vielerlei Hinsicht und auf lange Sicht zukunftsfähig gemacht zu haben. Die Unterrichtstätigkeit konnte im bestehenden Gebäude fortgesetzt werden und niemand musste den Zustand eines „Umbaus im Vollbetrieb“ ertragen. Um inhaltlich genauso erfolgreich durchstarten zu können, hofft Becker, dass der für 2013/14 gestellte Antrag, zur Integrierten Gesamtschule zurückkehren zu können, Ende April nun noch positiv vom Kultusministerium entschieden wird – ein lange gehegter Wunsch.

Bürgemeisterin Gabi Coutandin sagte, dass Schule und Stadt bestrebt seien, angrenzend im Süden einen Sportpark zu errichten, sofern die Grundstückseigentümer dafür gewonnen werden könnten. 12.500 Quadratmeter sind bereits akquiriert.

Quelle: op-online.de

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