Eklat beim SV Sickenhofen

Jugendtrainer erhält neun Monate Sperre

Eppertshausen/Babenhausen - Eigentlich sollte er ein Vorbild sein, weil er aber Pässe gefälscht und einen Jugendleiter bedroht hat, ist ein Trainer vom Sportgericht verurteilt worden.

Die Botschaft des Kreissportgerichts Dieburg scheint angekommen: „Ich habe aus meinem Fehler gelernt“, sagt der Jugendtrainer des SV Sickenhofen. Kürzlich verurteilte ihn das Gericht bei seiner Sitzung in Eppertshausen wegen Bedrohungen gegen den Jugendleiter von Kickers Hergershausen und des Einsatzes nicht spielberechtigter Spieler bei den B-Junioren. Eine Sperre für den Trainer sowie eine Geldstrafe für den Verein sind die Folgen. Der Coach zeigt sich reumütig.

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Der Juniorentrainer des SVS gestand vor dem Sportgericht, dass er in zwei Partien Spieler in den Spielberichten aufgeführt habe, die nicht gespielt hätten. Stattdessen liefen zwei andere Akteure, die keine Spielberechtigung für dieses Team hatten, auf. Zudem waren beide Spieler älter, als es die Jahrgangsvorgaben für die derzeitigen B-Junioren erlauben. Einer der Akteure ist sogar aktiver Spieler bei Germania Babenhausen. Zum Passschwindel in dem Zusammenhang folgt ein abgetrenntes Verfahren.

Spielerpässe gefälscht

Im Fall einer der beiden Partien, in denen der SVS-Trainer den die Pässe üblicherweise kontrollierenden Schiedsrichter hinters Licht geführt hatte, wurde ein Foto aus dem Spielerpass eines nicht auflaufenden Akteurs entfernt. So entfiel dem Schiedsrichter die Möglichkeit der vergleichenden Gesichtskontrolle. Er habe durch den Einsatz der nicht spielberechtigten Spieler dafür sorgen wollen, dass genügend Leute da seien und die Partien stattfinden könne, so der Coach. Mehrere Ausfälle im Kader hätten ansonsten die Austragung des Spiels gefährdet, sodass die Jugendlichen nicht hätten kicken können. Allein darum sei es ihm gegangen, nicht um die Erlangung sportlicher Vorteile, beteuert er.

Bei der ersten der beiden Partien hatte auch der Hergershäuser Jugendleiter zugeschaut. Der SVS-Trainer wirft ihm vor, er habe Sickenhöfer Spieler abwerben wollen. Der SVS-Coach beruft sich dabei auch auf Aussagen seiner Spieler und einiger Eltern –immer wieder seien seine Akteure „geködert“ worden. Der Hergershäuser Jugendleiter bestreitet das. Am Morgen der Partie habe noch ein Spieler freigegeben werden sollen, dessen Pass noch auf Kickers Hergershausen ausgestellt worden sei. Sein Besuch des Spiels habe nichts mit Abwerbeabsichten zu tun gehabt. Am Rande der Partie kam es dann zur Bedrohung des zuschauenden Jugendleiters durch den Sickenhöfer Trainer. Die Schilderungen der Wortwahl fallen bei den Beteiligten unterschiedlich aus. Besetzt war das Sportgericht bei der Verhandlung mit dem Vorsitzenden Helmut Biegi sowie den Beisitzern Manfred Kähler und Albert Ogonjack. Das Urteil: Das sportjuristisch bearbeitete B-Junioren-Spiel wird für Sickenhofen mit einer 0:3-Niederlage gewertet, die beteiligten Fußballer werden einige Spiele lang gesperrt. Der SVS-Trainer erhielt ein neunmonatiges Verbot der Vereinstätigkeit.

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Der SV Sickenhofen muss 739,40 Euro Gesamtstrafe, inklusive Verwaltungskosten, zahlen. Ein Vereinsmitglied des SVS wurde mit einer Geldstrafe von 50 Euro belegt, weil er im Rahmen seines Besuchs der ersten Partie dem Jugendleiter von Kickers Hergershausen auf unsportliche Weise hämisch applaudiert haben soll. 

Immer wieder eskalieren bereits im unterklassigen Jugendfußball Situationen und es kommt zu unschönen Szenen, in denen Eltern, Betreuer und Trainer schlechte Vorbilder abgeben. Zuletzt brach der Schiedsrichter ein E-Jugendspiel in Jügesheim ab.

jd

Quelle: op-online.de

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