Elektroauto für die Babenhäuser

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Die neue Energie- und Umweltkoordinatorin Tanja Hollenbach an ihrem Arbeitsplatz. Auch ihren Riesenschnauzermischling hat sie schon mal mit ins Rathaus genommen.

Babenhausen ‐ Tanja Hollenbach hat viel vor. Sie ist die neue Energie- und Umweltkoordinatorin der Stadt Babenhausen – und soll künftig Ansprechpartnerin sein für Belange rund ums klimaschonende Leben und Arbeiten in der Gersprenzstadt. Von Veronika Szeherova

Eine Stelle, deren Schaffung bereits Ende 2008 von CDU und Grünen durchgesetzt wurde. Doch es dauerte über ein Jahr, bis mit Hollenbach die Stabstelle „Energie und Umwelt“ ihre Arbeit schließlich aufnimmt. Weil sich die Parteien anfangs nicht einig wurden, ob diese Stelle wirklich notwendig ist und wie sie konkret aussehen soll, verzögerte sich die Einstellung des ersten Umweltkoordinators.

Christian Eboke bekam den Posten im Februar vergangenen Jahres. Doch schon nach vier Monaten hörte er wieder auf. Bürgermeisterin Gabi Coutandin erklärt nüchtern: „Wir haben in der Probezeit festgestellt, dass auf beiden Seiten die Erwartungshaltungen nicht übereinstimmten.“

Halbe Stelle und auf zwei Jahre befristet

Danach schrieb die Stadt die Stelle offiziell aus. Aus 35 Bewerbungen stach die von Tanja Hollenbach besonders hervor. Die 33-jährige Groß- und Einzelhandelskauffrau stieß auf das Stellenangebot bei ihrer Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung. Denn schon seit 13 Jahren war sie bei einem Dienstleistungsunternehmen im Bereich Waschraumhygiene und Berufskleidung tätig. „Dort hatte ich zu tun mit Wasser, Abwasser, Gefahrenstoffen und Emissionen“, erzählt Hollenbach, „so hatte ich meine ersten Berührungspunkte mit dem Klimaschutz.“ Somit erfüllte sie wichtige Voraussetzungen für die Stelle. „Im Bereich der erneuerbaren Energien habe ich dann noch intensiv recherchiert“, sagt die Rödermärkerin, die sich auf ihre neue Aufgabe freut. „Es gibt hier so viele Bereiche, in denen man etwas bewegen kann. Ich bin schon ganz Feuer und Flamme dafür.“ Ihre Halbtagsstelle ist zunächst auf zwei Jahre befristet.

Die Entscheidung für Hollenbach fiel laut Coutandin vor allem wegen ihrer vielen praktischen Erfahrungen und diverser Qualifikationen, die sie bei Abendseminaren erworben hat. „Anwendungsbezogenes Wissen ist genau das, was wir in dieser Stabsstelle brauchen, die sich auf viele Fachbereiche auswirkt.“ In ihrem ersten Arbeitsmonat hat die Umweltkoordinatorin ihre Planung für das Jahr 2011 aufgestellt. Und den ersten Punkt der Agenda bereits erfüllt: „Noch im Laufe des Januars werden auf der Internetseite der Stadt viele neue Inhalte online geschaltet unter der Rubrik Umwelt.“

Energieberatungsstunde für Bürger vorgesehen

Ein wichtiges Anliegen ist für sie, dass die Elektrotankstelle häufiger genutzt wird. Die Umweltkoordinatorin sucht nach einem Sponsor, etwa einem Autohaus, das der Stadt ein Elektroauto zur Verfügung stellt. Nach dem „Carsharing“-Prinzip, also stundenweise oder für einen Tag, soll dieses Auto an Bürger vermietet werden. „Die perfekte Verbindung von Klimaschutz und Sozialem“, sagt Hollenbach lächelnd.

Auch eine feste wöchentliche Energieberatungsstunde ist vorgesehen. Dort will sie Babenhäuser beraten, die ihr Haus energetisch sanieren wollen oder etwa eine Photovoltaik-Anlage anbringen möchten. Auch Fördermöglichkeiten sind ein wichtiges Thema: „Am besten kommt man gleich mit den Bauplänen zu mir, und wir finden dann gemeinsam Lösungen.“

Klimaschutz ist auch gut fürs Portemonnaie

Eine regelmäßige Workshopreihe für Gewerbe und Unternehmen soll es ebenfalls geben – mit Vorträgen von Fachleuten oder Unternehmern selbst, die ihre Erfahrungen weitergeben möchten über „Energieprofit“ und Umweltschutz. „Spart man Kilowattstunden, ist es auch gut fürs Portemonnaie, Klimaschutz lohnt sich in jedem Fall“, so Hollenbach, die künftig auch Babenhausen im Projekt „100 Kommunen für den Klimaschutz“ vertritt.

„Energetisches Handlungskonzept“ heißt in Verwaltungsdeutsch eine weitere Aufgabe der Umweltkoordinatorin. Die Fördermittel wurden zwar auf 50 Prozent reduziert, doch es sollen 33 öffentliche Gebäude in Babenhausen energetisch bewertet werden. Ein umfangreiches Projekt, an dem sich der Eigenbetrieb der Stadt sowie eine externe Firma beteiligen. Und die Ideen gehen ihr nicht aus: „Die Nutzung des Kasernengeländes, die Verknüpfung von Umwelt, Nahverkehr und Tourismus – alles spannende Bereiche.“

Quelle: op-online.de

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