Elfengesang und Harfenklang

Duo Flixa und Kilian erweckt irische Sagen- und Märchenwelt zum Leben

+
Kobolde und Feen, Wesen aus der keltischen Sagenwelt – diese zogen die Besucher des irischen Märchenabends in den Bann. Flixa und Kilian trugen die Sagen vor und untermalten diese mit den passenden Klängen, gespielt auf teils unbekannten Instrumenten.

Babenhausen - Dirk Kilian und Silke Marquart haben die Welt der irischen Märchen für ihre Zuhörer geöffnet. Und das an einem ungewöhnlichen Ort: einer Pietät. Von Michael Just

Elfen sind weibliche Naturgeister, die vor allem in skandinavischen Götter- und Heldensagen vorkommen. Mit ihren gelockten Haaren und Kleidern aus Steinflechten gelten sie als reizvolle Wesen. „Oft tanzen sie im Mondschein und lieben es, die Menschen zu necken und über sie zu spotten, während die Schönheiten selbst keine Scherze vertragen“, erläutern Dirk Kilian und Silke Marquardt, alias „Flixa und Kilian“. Das Künstlerpaar führte das Publikum nun mit Erzählungen und Musik in die Welt der Elfen. Der Ort des Auftritts erwies sich mit der Pietät Hennigs und Peter als ungewöhnlich.

Dirk Kilian beherrscht mit der keltischen Harfe, dem Dudelsack, der Mandoline, der mongolischen Oboe, der Schalmai und auch der Schäferpfeife eine Vielzahl von Instrumenten. Sie ermöglichen es den Besuchern, in unbekannte Klangwelten einzutauchen. Seine Musikalität lebt der Bessenbacher in verschiedenen Ensembles aus: Bei „Joyosa“ widmet er sich der Musik des maurischen Spanien, bei „Herzgespann“ der deutschen Folk-Musik. Mit anderen Kollegen, darunter Lebenspartnerin Flixa, werden irische oder keltische Abende, zum Teil mit eindrucksvollen Feueraufführungen, geboten.

Während ihres Besuchs in Babenhausen erweckte das Paar „Irische Elfenmärchen“ – keltische Mythologie – zum Leben. Die Grundlage für die Lesung ist die gleichnamige Sammlung, die die Brüder Wilhelm und Jakob Grimm 1826 aus dem Englischen übersetzten. Das Original über die märchenhaften Legenden und Traditionen im Süden Irlands erschien ein Jahr zuvor.

Bei Hennigs und Peter wurde daraus „Das weiß Kalb“, „Fingerhütchen“ und „Das Feld mit Hagebuchen“ vorgetragen. Dazwischen spielte das Paar melancholische und einfühlsame Musik von der irischen Insel, die mit Harfe und Schlüsselfidel – eine Geige samt Tastatur – tief die Seele der Publikums berührte. Die irische Harfe, die die Ein-Euro-Münze des Landes und das Logo des Guiness-Bieres ziert, war es auch, die den Kontakt von Dirk Kilian zu Pietäts-Inhaber Burkhard Hennigs ermöglichte.

So wirkt Musik auf unseren Körper

Die einfühlsamen Klänge der Harfe untermalten schon diverse Trauerfeiern. Der Vielschichtigkeit von Flixa und Kilian und deren Instrumenten bewusst, war es dem Bestatter ein Anliegen, mit dem Künstlerpaar einmal Auftritte anzubieten. Damit auch abseits von Tod und Trauer deren breites Repertoire bekannt wird.

Mit wechselnden Kollegen war Kilian zum dritten Mal zu Gast. In der Vergangenheit hatte die Pietät Hennigs schon öfter – mit und ohne Bezug zum Tod – den Auftritt von Kleinkünstlern im Ostheimer Weg organisiert. Auch Informationsveranstaltungen zum Umgang mit dem Tod in anderen Kulturen standen bereits auf dem Programm.

Beim jüngsten Besuch von Flixa und Kilian, die sich ohne Eintritt und gegen eine Spende bewundern ließen, wurde die nordische Sagenwelt, untermalt mit verzückender Musik auf teils unbekannten Instrumenten erweckt. So hört im Märchen „Fingerhütchen“ ein armer, gutmütiger Strohflechter – seine Name lautet Fingerhütchen – nachts den Gesang von Elfen. In einer Pause, stimmt Fingerhütchen ein, was die Elfen glücklich macht. Sie bewirten ihn auf ihrem Fest und erlösen ihn als Dank von einem hässlichen Höcker auf seinem Rücken. Der Strohflechter soll helfen, den Buckel eines bösen Mannes zu entfernen. Dieser stört und schreit in den Gesang der Elfen. Die Sagenwesen bestrafen den Mann: Der Höcker, den sie Fingerhütchen genommen haben, bekommt der Schreihals auf seinen Rücken – und stirbt.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare