Elternbeirat: Risiko ist gegeben

Babenhausen ‐ Gefährdung oder nicht? Der Schulelternbeirat (SEB) der Offenen Schule setzt sich dafür ein, dass die Kampfmittelerkundung bis mindestens zum morgigen Mittwoch (24.) ausgesetzt und die Schulleitung über die Maßnahmen informiert wird. Von Stefan Scharkopf

Um der Verunsicherung bei Eltern und Schülern zu begegnen, sollen die Informationen dann umgehend ins Internet gestellt werden. Ein Brief des SEB ist auf der Homepage der Schule einsehbar.

Am heutigen Dienstag, 20 Uhr, sind die anstehenden Arbeiten und die durch das ausführende Unternehmen getroffenen Sicherheitsmaßnahmen Thema in der Sitzung des SEB. Eingeladen ist auch Kreisschul- und Baudezernent Christel Fleischmann, der aber nicht teilnehmen kann und von einem Mitarbeiter vertreten wird, wie unserer Zeitung auf Anfrage mitgeteilt wurde. Mit dabei sein wird ein Vertreter des Kampfmittelräumdienstes des Regierungspräsidiums Darmstadt. Bürgermeisterin Gabi Coutandin ist ebenfalls eingeladen.

Wie der kommissarische Leiter der OSB, Uwe Schimsheimer, sagte, habe die Schule am Dienstag vergangener Woche vom Kreis ein Sondierungspapier erhalten und tags drauf weitere Informationen. So sollte beispielsweise ein Evakuierungsplan erstellt werden. „Das war innerhalb von zwei Tagen gar nicht möglich“, so Schimsheimer. Für den heutigen Dienstag sei ein Termin mit der Feuerwehr anberaumt: „Die ganze Aktion war nicht optimal vorbereitet“, sagt er. Die Firma habe ihm in einem Gespräch signalisiert, dass es auch möglich gewesen wäre, in der unterrichtsfreien Zeit, also etwa nachts, zu bohren.

Die Kreisverwaltung sieht nach wie vor keine Gefährdung, die Arbeiten werden auch nicht unterbrochen. Wie Kreispressesprecher Frank Horneff gestern am Telefon sagte, habe man im Kreishaus in Kranichstein „überhaupt kein Verständnis dafür“, dass über das Wochenende offenbar von Eltern E-Mails herumgeschickt worden sein sollen, die dazu auffordern, die Schule nicht zu besuchen. Fleischmann habe in dieser Angelegenheit auch mit dem Staatlichen Schulamt telefoniert. „Wenn Eltern der Meinung sind, dass ihre Kinder gefährdet seien, so kann ich sie nicht zum Kommen zwingen“, sagte Schimsheimer dazu.

Wie am Samstag berichtet, hatte es an der Schule einige Unruhe gegeben, weil der Landkreis das Gelände, auf dem die OSB neu gebaut wird, auf Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg untersuchen lässt. Da die Gegend zwischen Schule, Bahnhof und Kaserne als Abwurfgebiet für Bomben der Alliierten gilt, sind hier besondere Untersuchungen vonnöten.

Für den SEB ergeben sich „noch einige sofort zu erörternde Fragen“. So habe die beauftragte Firma von einem „sehr geringen Restrisiko“ gesprochen, das der Schuldezernent „weginterpretiere“. Somit sei die Aussage, dass „gegenwärtig keinerlei Gefahr für alle Beteiligten bestehe, falsch“. Der SEB betrachtet „das bestehende Risiko als gegeben“. Laut Firma könne die Bergung der Befunde nicht ständig unter Vollsperrung des Umfeldes ausgeführt werden, weil zu 99 Prozent nur Metallschrott geborgen werde. „Einer solchen Aussage nicht umgehend zu widersprechen hielten wir für fahrlässig“, heißt es in einem Schreiben des SEB an Fleischmann. Die Bergung finde im direkten Anschluss an die Sondierungsbohrungen statt. Wenigstens diese Arbeiten sollten in unterrichtsfreier Zeit stattfinden.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare