Engagiert im kleinen und großen Fußball

Babenhausen: Uwe Wiesinger erhält Landesehrenbrief

Uwe Wiesinger (Babenhausen/Sickenhofen) mit der  Verdiensturkunde des Hessischen Fußball-Verbands.
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Babenhausen: Eine von mehreren Ehrungen für Uwe Wiesinger: Neben dem Ehrenbrief des Landes Hessen erhielt er auch die Verdiensturkunde des Hessischen Fußball-Verbands.

Als Uwe Wiesinger am Samstag von Sickenhofen nach Semd fuhr, wusste er zwar, dass für ihn eine Ära enden würde. Denn nach 30 Jahren als Ehrenamts-Beauftragter des Fußballkreises Dieburg war klar, dass er auf dem Kreisfußballtag in der Semder Sporthalle nicht erneut für dieses Amt kandidieren und es an Wolrad Claudy, Vorsitzender des TSV Richen, übergeben würde. Davon, dass er zu Beginn mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen überrascht und im Verlauf der zweistündigen Versammlung immer wieder geadelt werden sollte, ahnte er jedoch nichts.

Babenhausen - Dem 66-jährigen Sickenhöfer Uwe Wiesinger die Freude anzusehen, als ihn die Erste Kreisbeigeordnete Rosemarie Lück (SPD) zum Ende ihres Grußworts auf die Bühne bat. Dort sollten später auch noch der wiedergewählte Kreisfußballwart Heinz Zulauf, Verbandsfußballwart Jürgen Radeck sowie das Babenhäuser Magistratsmitglied Wulf Heintzenberg (SPD) Anerkennung für Wiesingers Werk aussprechen und kleine Geschenke sowie ehrende Zeichen – etwa die Verdiensturkunde des Hessischen Fußball-Verbands – überreichen. Wobei nicht ganz klar gesagt wurde, für welche Tätigkeiten ihm der Landesehrenbrief zuvorderst ausgehändigt wurde.

Wahrscheinlich, wie in den meisten Fällen, für seine jahrzehntelange Gesamtleistung. In Anlehnung an den Anlass der Übergabe galt sie etwa für seine Verdienste im Fußballkreis Dieburg, der die Vereine im Ostkreis plus die Rödermark-Klubs umfasst. Noch länger als Wiesingers dortiger Einstieg zurück liegt sein Engagement für den SV Sickenhofen, seinen Heimatverein. Dort kickte er einst, wurde Jugendtrainer und Jugendleiter, „man sieht wieder, in der Jugend fängt vieles an“, so Laudatorin Lück. Von 1978 bis 1983 war Wiesinger Vorsitzender des derzeit ohne ebensolchen dastehenden SVS. Einige Jahre später sollte seine Bühne größer werden.

Denn der Steuerberater prägte von 1990 bis 2007 maßgeblich die Entwicklung des SV Darmstadt 98 mit, zunächst als Sportlicher Leiter und Schatzmeister, schließlich als Präsidiumsberater. In fast zwei Jahrzehnten, in denen die Lilien zwischen 2. Bundesliga (Anfang der 90er) und Viertklassigkeit pendelten, war der Sickenhöfer am Böllenfalltor die personelle Konstante.

2007 ging er „mit heftigem Knall“, wie er selbst sagt und weiß, dass ihm in der Fanszene der 98er bis heute einige nicht wohlgesinnt sind. Im Darmstädter Stadion war Wiesinger seither nicht mehr, ist aber weiter Mitglied des Zweitligisten, wie übrigens auch bei Erstligist Eintracht Frankfurt. „Die Menschen beim SV 98 machen dort derzeit einen unfassbar guten Job“, mochte Wiesinger am Samstag in Semd als einziges öffentliches Statement zur Lilien-Causa abgeben. Und dass er zumindest zu den Offiziellen des Vereins längst wieder „ein gutes Verhältnis“ pflege.

Anerkannt ist Uwe Wiesinger nach wie vor beim Deutschen Fußball-Bund. Dort brachte er sich und sein Wissen in den 90ern zunächst im Lizenzierungswesen ein, gehört seit 2007 dem Finanzausschuss an und wirkt bis heute am DFB-Steuerhandbuch für die Vereine mit. Nach wie vor arbeitet der Sickenhöfer, der verheiratet ist und zwei Töchter hat, als Steuerberater. Sein Engagement im Fußball will er derweil nicht nur mit der großen Sportwelt beim SV 98 und beim DFB verbunden wissen, sondern betont seine Wurzeln: „Mir war immer der Kontakt zur Basis wichtig - ich hoffe, das war spürbar.“ (Jens Dörr)

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