„Enkeltrick“ und Schultheater

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Neben diesem informativen Vortrag gehörten auch besinnliche Momente zum Programm, das Ortsvorsteher Reinhold Gottstein zusammengestellt hatte.

Babenhausen ‐ Für einen Moment herrschte Schweigen und Erschütterung unter den 230 Gästen bei der städtischen Seniorenfeier am Samstag in der Stadthalle. Von Petra Grimm

Sie waren Zeugen eines aufgezeichneten Telefongesprächs geworden, bei dem ein Gauner einer alten Frau mit dem so genannten „Enkeltrick“ einige Tausend Euro abgeluchst hatte. Der Trick ist inzwischen ja bekannt. Betrüger, die sich am Telefon als Enkel oder Neffen ausgeben, überreden gutgläubige Senioren, ihnen für einen Notfall Geld zur Verfügung zu stellen.

Die Klasse 3b der Schule im Kirchgarten unterhielt die Senioren mit dem Theaterstück „Der Weihnachtstraum“.

Klaus Pauls, Leiter der Dieburger Polizeistation, und der für Babenhausen zuständige Polizeioberkommissar Jürgen Förster informierten, unterstützt durch eine Powerpoint-Präsentation, über Taschendiebstahl und verschiedene Tricks, denen vor allem Senioren zum Opfer fallen. Dieser Programmpunkt der Weihnachtsfeier fand große Aufmerksamkeit unter den älteren Bürgern, die sich an einem Stand der Polizei auch noch mit weiterem Informationsmaterial eindeckten. „Im Fernsehen ist manches ja eher reißerisch dargestellt. Wir wollen deshalb heute Aufklärungsarbeit leisten, ohne Hysterie auszulösen“, sagte Pauls, der den älteren Leuten einschärfte, keine fremden Menschen in die Wohnung zu lassen. Wenn jemand beispielsweise klingelt und um einen Schluck Wasser bittet, sei Vorsicht geboten.

Denn beim so genannten „Wassertrick“ wird oft eine scheinbar hilfsbedürftige Schwangere vorgeschickt, die sich Zugang zur Wohnung verschafft, um dann einen Komplizen hereinzulassen, der die alten Leute ausraubt. Man könne ja auch helfen, ohne jemanden in seine Wohnung zu lassen, so der Rat der Polizei.

Wie man sich vor einem Handtaschendiebstahl schützen kann, erklärte Pauls auch. „Viele Leute, nicht nur Senioren, machen oft den Fehler, alle Wertgegenstände in die Handtasche zu packen und die sichtbar am Körper zu tragen“, sagte er. Wenn die Tasche dann entrissen wird, ist alles weg. Wer beispielsweise auf Weihnachtsmärkten unterwegs ist, sollte in dem Gewühl gar keine Handtasche tragen, in der alles drin ist, sondern den Geldbeutel, den Schlüssel und anderes lieber an verschiedenen Stellen in der Oberbekleidung oder in einem Brustbeutel direkt am Körper verstecken, so sein Tipp.

Neben diesem informativen Vortrag gehörten auch besinnliche Momente zum Programm, das Ortsvorsteher Reinhold Gottstein zusammengestellt hatte. So sang der Männerchor des Gesangvereins Eintracht und die Klasse 3b der Schule im Kirchgarten unter der Leitung ihrer Lehrerin Silke Schulz-Mandl verzauberte mit dem Theaterstück „Der Weihnachtstraum“. Die Einradfahrer des TVB, die jüngste vier Jahre alt, zeigten ihr Können und für einen stimmungsvollen, musikalischen Abschluss sorgte das Babenhäuser Blasorchester, das ohne Zugabe nicht davon kam.

Die Ortsbeiratsmitglieder und das DRK übernahmen die Bewirtung im Saal. Für die weihnachtliche Dekoration und viele andere Arbeiten im Hintergrund der Veranstaltung war wieder Monika Geiger im Einsatz. Dass nicht mehr Senioren den Weg in die Stadthalle gefunden hatten, lag sicher auch an dem Matschwetter und der damit verbundenen Rutschgefahr. Außerdem fühlen sich heute viele der Eingeladenen bekanntermaßen noch zu jung für einen Seniorennachmittag. „In früheren Jahren haben wir hier oft 400 ältere Bürger im Saal bedient“, erinnert sich Kerstin Hans vom Helferteam des DRK.

Ortsvorsteher Gottstein, Bürgermeisterin Gabi Coutandin und Pfarrer Ferdinand Winter für die beiden Kirchengemeinden begrüßten die Gäste, die ältesten waren immerhin 92 Jahre alt. Die Bürgermeisterin verwies auf das umfangreiche Beratungs- und Versorgungsangebot für hilfsbedürftige Senioren. Verhandlungen über einen Lebensmittelmarkt im Stadtzentrum würden derzeit geführt. Pfarrer Winter trug eine Weihnachtsgeschichte vor und dankte den Helfern vor und hinter den Kulissen für ihr Engagement. Viele der Gäste zeigten sich dankbar für die Einladung und die Gelegenheit, mal wieder in geselliger Runde zusammen zu kommen. „Das ist für viele Senioren ja das schönste bei einer solchen Veranstaltung“, wusste Monika Geiger.

Quelle: op-online.de

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