Schlemmermeile mit hohem Kommunikationswert

Erloch gerät zum Schmelztiegel

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Der Erlochweg in Babenhausen geriet zum zweiten Male zur Flaniermeile der Stadt.

Babenhausen. Es ist weder die Schokoladenseite der Stadt, noch wohnen hier ihre betuchten Einwohner: der Erlochweg. Von Ursula Friedrich

Zum zweiten Mal wurde das Wohngebiet zum Schmelztiegel der Nationen und Kulturen; zum Ausgehtipp für Familien und Feierfreudige; zur Schlemmermeile und Ort der Kommunikation.

Das zweite Erlochfest am Samstag Nachmittag war gut besucht und ein voller Erfolg. Entlang der Wohnblocks bis zum Waldrand erstreckte sich die Feiermeile, wo das zwanglose Fest in ein hart umkämpftes Sportduell mündete: vier Teams kämpften beim dritten internationalen Fußballturnier der Kinder- und Jugendförderung um Sieg und Ehre.

Im Gegensatz zur Auftaktveranstaltung 2010 hatte das Erlochfest an Größe und Umfang deutlich zugelegt. Türkische Folklore, italienische Pizza, portugiesische Fischspezialitäten, Hennamalerei wie im Orient und zünftiges Stockbrotgrillen boten einen reizvollen Kulturenmix.

„Viele Anwohner spendierten uns landestypisches Essen für unsere internationale Theke“, freute sich Stadtjugendpfleger Michael Spiehl. Das Büffet war im Nu geplündert. Vereine, Parteien und Kirchengemeinden nutzten die Feier als Plattform, um ihre Arbeit vorzustellen.

Verschiedene Nationen und Kulturen feiern im Quartier

Neben Kultur und Kulinarischem hatte das Fest einen weiteren Schwerpunkt: Aufklärung, Information und soziale Angebote. Unter dem festlichen Gewand wurden helfende Hände ausgestreckt, um in einem Wohngebiet, das aufgrund seiner Kulturenvielfalt und seiner wirtschaftlichen Situation in vielen Familien mannigfaltige Probleme aufwirft.

In Babenhausen leben Menschen aus 70 verschiedenen Nationen miteinander. So warb die Vhs des Landkreises für ihre Hausaufgabenhilfe für ausländische Kinder. Migrationsbetratung gab es vom DRK, während die Erziehungsberatungsstelle des Landkreises Hilfe bei Problemen rund um die Familie anbot.

Demenz war das Thema der Sozialstation Babenhausen-Schaafheim. Und am Stand der Offenen Schule ging es mit einer „Rauschbrille“ über den Geschicklichkeitsparcours.

Mal richtig auf die Pauke hauen: das Schlagzeug der Jugendhilfe machts möglich.

Das Treiben, das sich als Nachfolger des internationalen Fests auf dem Sparkassenparkplatz verstehen mag, wurde genau dort ausgetragen, wo es auch hingehört: im multikulturellen Wohngebiet der Stadt.

Noch war die aktive Beteiligung der Anwohner an der Ausrichtung verhalten – dafür strömten die Besucher in Scharen herbei. Knapp 30 Gruppen, Vereine und Organisationen schnürten ein kunterbuntes Veranstaltungspaket. Vom Luftballonwettbewerb bis zum Ständchen der Jumbos, Märchenerzählungen bis zur Akrobatik der TV-Sportler, Fahrradcodierung und Fußmarsch zum Klimapfad. „Das Erlochfest ist ein Ort der Begegnungen mit internationalem Flair“, sagte Jessica Schumacher, die als stellvertretende Fachbereichsleiterin für Soziales und Familie seitens der Stadt die Verantwortung trug. Zweite Säule unter den Ausrichtern war auch diesmal die Kinder- und Jugendförderung.

Bilder zum Erlochfest 2013

Erlochfest als Schmelztiegel der Nationen und Kulturen

Die Hennamalerei geriet zum Anziehungspunkt der Damenwelt.

Dass die Feuerwehr als dritter im Bunde des Orgateams sitzt, hat seine Bewandtnis: Seit einigen Jahren würde versucht, Feuerwehrleute mit Migrationshintergrund für die Wehr zu rekrutieren, sagte Stadtbrandinspektor Mario Wörner. Immerhin: Drei Kinder sind nun in die Jugendabteilung eingetreten. Die zweite Auflage des Erlochfests war ein Erfolgsmodell, das sich in zwei Jahren erneut bewähren soll.

Quelle: op-online.de

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