Eröffnung des Territorialmuseums

Andrang im neuen Schmuckstück

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Georg Wittenberger, Gabi Coutandin und Dieter Aumann eröffneten das Museum mit dem Durchschneiden des Bandes.

Babenhausen - Zur Eröffnung des Territorialmuseums strömen viele Besucher in die Amtsgasse 32. Von Verfall ist nichts mehr zu sehen. Von Ulrike Bernauer

Solch einen Ansturm wird das Territorialmuseum wohl so schnell nicht wieder erleben. Bei der feierlichen Eröffnung drängelten sich die Menschen nur so vor der Tür, und so mancher musste eine Zeitlang warten, bis er sich durch das enge, runde Treppenhaus in die Museumsräume begeben konnte.

Dann aber war die Reaktion bei den Besuchern nur positiv. Ein Schmuckstück ist das neue Museum geworden, in großer Harmonie verbindet es die Historie mit der Moderne. Sehr behutsam in bester Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz war das Haus Amtsgasse 32, einer der drei Gaylingshöfe, saniert worden. Die moderne Technik nach den Erfordernissen der aktuellen Museumspädagogik hat dennoch Einzug gehalten. Und so können die Besucher nicht nur Exponate aus der langen Stadtgeschichte und aus der Frühgeschichte der Umgebung bestaunen, sondern sich über Audio- und Videoeinspielungen noch einmal konkreter informieren.

Als beklagenswert hatte Bauunternehmer Dieter Aumann in seiner Ansprache während der Feierstunde am Sonntag in der Stadthalle den Zustand des Hauses bezeichnet. „Wenn ich durch die Amtsgasse lief, dann stellte ich mir die ehemalige Pracht der Gaylingshöfe vor, stattdessen sah ich den Verfall.“ Die schlaflosen Nächte waren vorbei, nachdem Aumann kurzerhand das Anwesen Amtsgasse 32 gekauft und in eine Stiftung zum Zweck eines Museums überführt hatte.

Neues Territorialmuseum in Babenhausen

Aumann schilderte in seiner Rede den Weg des Hauses von diesen Anfängen bis zum Tag der Einweihung, nicht nur er hat mit seinen finanziellen Mitteln ganz erheblich dazu beigetragen, dass das Haus nun wieder in voller Schönheit erstrahlt.

Das Interesse am Territorialmuseum am Eröffnungstag war riesengroß.

Landrat Klaus Peter Schellhaas freute sich, dass der Landkreis in doppelter Funktion Geld beigesteuert hatte. So konnten über das europäische Leaderprogramm etliche Euro fließen, aber auch die Jubiläumsstiftung der Sparkasse, deren Vorsitzender der Landrat ist, steuerte ihr Scherflein bei. Bürgermeisterin Gabi Coutandin zeigte sich dankbar, dass auch die Stadtverordneten den Weg zur Mittelvergabe freigemacht hatten. „Dieses Museum ist ein Ort, der die Verknüpfung von lokalen Ereignissen und internationalen Entwicklungslinien, der Macht und Herrschaft sichtbar macht. Und es ist ein Ort, der persönliche Geschichten und Schicksale erzählt - denn Geschichte gibt es nicht ohne uns. Ohne die Menschen, die sie machen.“ Auch künftig wird es von der Stadt Unterstützung für das Museum geben, sie wird die Nebenkosten für das Haus übernehmen.

In Schale geworfen hatte sich der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins, Georg Wittenberger. Er stellte einen der Nachfahren der Gaylings von Altheim, die das Haus erbaut hatten, dar, kenntlich auch an den Gaylingschen Farben blau und silbern. Das Geschlecht derer von Gayling hatte allerdings nicht nur drei prächtige Bürgerhäuser in der damaligen Mittelgasse, heute Amtsgasse, errichten lassen, sondern sich auch wohltätig in Babenhausen hervorgetan.

Bilder von der Eröffnung

Neues Museum in Babenhausen eröffnet

Das konnten die Besucher der Feierstunde ganz konkret erfahren, die Babenhäuser Theatergruppe SiLT stellte Szenen aus der Geschichte Babenhausens nach. Mit Vergnügen lauschten die Eröffnungsgäste dem Narren, der aus den Interna plauderte, ebenso wie dem Gebabbel von Marktfrauen, die die Nachbarschaft in der Stadt durchhechelten.

Die Menge der Zuschauer, die nach der Segnung des Hauses durch Pfarrer Dr. Frank Fuchs und Pfarrer Ferdinand Winter dann das Durchschneiden des Bandes durch Aumann, Coutandin und Wittenberger sehen wollten, war groß. Später bildete sich sogar eine Schlange von Bürgern, die sich ins Gästebuch eintrugen.

Karl Schneider stand derweil im Obergeschoss des Museums, zu dem er ein besonderes Verhältnis hat. Schneider arbeitet seit 48 Jahren bei der Firma Continental, die als „Kunststoffstraße“ auch ein Thema ist. „Das Museum ist ein Traum“, freut sich Schneider über das neue Babenhäuser Schmuckstück.

Quelle: op-online.de

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