Rühren in Suppe aus der Vorzeit

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Das künftige Museum nimmt immer mehr Gestalt an. Auch die Zahl der freiwilligen Helfer steigt. Eine Suppe zu kochen – elektronisch und mit Zutaten aus Zeiten der Vorgeschichte Babenhausens – wird im Territorialmuseum möglich sein.

Babenhausen - Für März ist sie vorgesehen – die Eröffnung des Territorialmuseums in Babenhausen. Doch ein Museum braucht Aufsicht; um Freiwillige für diese Aufgabe zu gewinnen, hat der Heimat- und Geschichtsverein Babenhausen (HGV) bereits mehrere Helfertreffen veranstaltet. Von Fabian Sell 

Positiv war das Ergebnis beim letzten Mal: Die Liste der Dienste wurde bereits bis Ende Juli komplett ausgefüllt. Etwa 40 Helfer – unter ihnen auch einige Neulinge – waren anwesend. Volker Bekiersch war einer der Freiwilligen. Dem ehemaligen Lehrer ist ehrenamtliches Engagement wichtig. Im Sachkundeunterricht hat er seinen Schülern bereits die Geschichte Babenhausens näher gebracht; nun wird er mit dafür sorgen, dass das Museum samstags von 15 bis 17 und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet sein kann. „Ganz toll“ findet Bekiersch insbesondere die Bildschirme, digitale Modelle und Installationen des Museums. Denn im Territorialmuseum werden nicht nur klassische Texttafeln und Exponate zu sehen sein – auch Erlebniselemente spielen eine wichtige Rolle. Was dies bedeutet, konnten die Helfer bei einem Rundgang durch das Gaylingsche Anwesen bereits erfahren.

„Du möchtest kochen helfen? Dann hilf mir bei der Zubereitung von Eintopf!“ Eine Frage, mit der sich die Helfer auf einem Bildschirm im Keller konfrontiert sehen. Zuvor hatte HGV-Vorstandsmitglied Georg Wittenberger bereits betont: An dieser Station könne die erste vorgeschichtliche Suppe in Deutschland gekocht werden. Sobald die Helfer den Knopf „Weiter“ betätigen, stehen acht Zutaten für die Suppe zur Auswahl – zum Beispiel Linsen, Sellerie, Fleisch oder Beeren. Der Clou dabei: Einige Zutaten sind für den Eintopf geeignet, andere nicht. Die Aufgabe besteht also darin, die richtigen Zutaten auszuwählen.

Auch eine Hörstation steht im Keller: Ein Koch des Grafen Philipp V. von Hanau-Lichtenberg erzählt von seinen Eindrücken und Erfahrungen – und verrät etwa, dass er für adlige Herrschaften in besondere Fällen bis zu 15 Gänge kochen musste. Diese Hörstation ist eigentlich für das Obergeschoss vorgesehen und wird noch ausgetauscht. Die zugehörigen Texte der Hörstationen des Museums wurden aus Archivunterlagen erstellt und von Profis eingesprochen.

Thematisch geht es im Keller um die Vor- und Frühgeschichte. Dabei gibt es neben den Erzählelementen selbstredend auch Texttafeln – zum Beispiel über die Bronzezeit oder die Römer – sowie Exponate wie etwa eine Jupitersäule. Die Stücke im Keller sind dabei größtenteils Leihgaben des Landes Hessen. Ein Stockwerk höher – im Hochparterre – ist die Bibliothek bereits eingezogen. Neben den Werken des Heimat- und Geschichtsvereins sind auch Bücher und Schriften des Landkreises dort untergebracht, die der Babenhäuser Verein für den Kreis in Obhut hat. Nebenan ist auf rund 60 Quadratmetern Platz für Sonderausstellungen, Seminare und Workshops.

Das Ober- und das Dachgeschoss müssen indes noch eingeräumt werden. In vier Räumen geht es im Obergeschoss um die Stadt- und Territorialgeschichte. Das 19. und frühe 20. Jahrhundert werden im Dachgeschoss thematisiert. Die Exponate dieser beiden Stockwerke stammen zu einem großen Teil vom Heimat- und Geschichtsverein sowie aus Spenden, die insbesondere auf Privatpersonen zurückgehen. Die feierliche Eröffnung des Museums soll aus Platzgründen nicht im Museum selbst, sondern im kleinen Saal der Stadthalle stattfinden. Nach Eröffnungsreden und einem kleinen Rahmenprogramm steht dann das feierliche Durchschneiden des Bandes und die gemeinsame Besichtigung des Museums an – und so werden die freiwilligen Aufseher mit ihrer Arbeit beginnen können.

Quelle: op-online.de

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