Erst Flächen, jetzt Veranstaltungen

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Ein Teil des Jugendforums und Jugendpfleger Michael Spiehl bei einem der regelmäßigen Treffen mit der Bürgermeisterin.

Babenhausen - Das Beachvolleyballfeld im Schwimmbad, die Erneuerung des Basketballfeldes am Schloss, der Bolzplatz im Erloch, die Skateanlage und die BMX-Strecke Im Riemen, die Umfrage im Erloch und die Anlaufstelle für Jugendliche dort: Die Liste der Erfolge ließe sich noch verlängern. Von Petra Grimm

An all diesen Projekten hat das Babenhäuser Jugendforum in den vergangenen Jahren entscheidend mitgewirkt. Das Projekt für Kinder und Jugendliche, das eine Beteiligung an politischen Entscheidungsprozessen ermöglicht und junge Bürger in das politische Geschehen einbezieht, feiert im Herbst zehnjähriges Bestehen. Gemeinsam mit sechs Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren war Jugendpfleger Michael Spiel zu Gast bei Bürgermeisterin Gabi Coutandin. .

Im November 2002 gründete sich die Jugendvertretung, die mitreden und mitentscheiden will, offiziell. Begonnen hatte alles mit einer Umfrage an den Babenhäuser Schulen und einer Diskussionsrunde mit den damaligen Bürgermeisterkandidaten. Was die Jugendlichen damals vor allem beschäftigte, war der Mangel an Freizeitflächen und da haben sie in den vergangenen Jahren doch einiges erreicht.

„Zurzeit gehören acht Leute zum harten Kern des Jugendforums und weitere fünf sind themenbezogen dabei“, sagte Michael Spiehl von der städtischen Jugendförderung. Drei junge Männer – Lukas Ankenbrand, Rino Rizzo und Phil Salecker – sind von Anfang an dabei. „Das ist schon erstaunlich“, lobt Spiehl, „die drei haben quasi ihr halbes Leben im Jugendforum mitgearbeitet“. Die Bürgermeisterin lobte das Engagement der jungen Menschen: „Das ist wirklich vorbildlich. Das sind ja alles Schüler, die sich die Zeit nehmen, für andere und mit anderen die Stadt zu gestalten.“

Das Treffen des Jugendforums mit der Bürgermeisterin findet regelmäßig etwa alle sechs Wochen statt. Ein Schwerpunkt beim jüngsten Termin war das zehnjährige Bestehen, das die Gruppe intern mit einer Bildungsreise nach Berlin, aber auch mit einer Geburtstagsparty mit Gästen im November in der Stadtmühle feiern will. Das Jubiläumsjahr ist gleichzeitig ein Jahr des Umbruchs, denn ein Teil der Mitglieder macht jetzt Abitur und weiß deshalb noch nicht genau, ob der weitere Lebensweg eine Mitarbeit im Jugendforum noch zulässt.

Ein Generationenwechsel steht an, was die Aktiven alarmiert hat. „Wir müssen unbedingt neue Mitglieder werben“, sagten sie im Büro der Bürgermeisterin und hatten natürlich schon einige Ideen mitgebracht. So wollen sie sich bei der nächsten Job-Info-Börse an der Offenen Schule mit einem Stand präsentieren, die Homepage des Jugendforums aktualisieren und den Facebook-Account erweitern.

Das Internet spielt in der Lebenswelt der Jugendlichen eine große Rolle. „Wir würden deshalb gerne unsere bisher erfolgreich erledigten Projekte in einem Video-Clip darstellen, der auf dem Internetportal YouTube zu finden sein wird“, waren sich die Jugendlichen einig. Sie wollen in Zukunft weniger große Freizeitflächen planen, sondern Events veranstalten. „In Babenhausen gibt es zu wenig, was Jugendliche ab 14 Jahren an einem Freitagabend machen können. Wir wollen als Jugendforum genau diese Lücke aufgreifen, um mit unserer Zielgruppe in Kontakt zu treten. Das war bei den bisherigen Projekten eher nicht der Fall. Oft wissen die Jugendlichen gar nicht, wer die Freizeitflächen hauptsächlich initiiert hat“, so die Jugendforumsmitglieder. Auch durch eine engere Kooperation mit der Offenen Schule wollen sie ihre Öffentlichkeitsarbeit verbessern. So ist angedacht, den Schülern mit einer Infowand in der neuen Schule die Möglichkeit zu geben, Wünsche und Anregungen zu äußern.

Auf der Erledigungsliste der Jugendvertretung für dieses Jahr stehen noch mehr Projekte – darunter ein Check-Up aller Freizeitflächen, die Mitarbeit an der Neuauflage des Kinderstadtplans und ein Handyworkshop für Senioren. „Zwei Jungs haben sich bei mir gemeldet, die auf der BMX-Strecke Im Riemen nicht nur fahren wollen, sondern auch Ideen für die Gestaltung und Pflege haben“, berichtete Spiehl, erfreut über dieses Engagement.

Für eine Umgestaltung des sogenannten Dirt-Parks benötigen die Jugendlichen aber jede Menge lehmhaltige Erde für die Hügel, die gebaut werden sollen. Wenn also ein Häuslebauer gute Muttererde oder im Idealfall lehmhaltige Erde abzugeben hat, die Babenhäuser Biker würden sich freuen. Die Jugendförderung kann unter s 06073 712149 kontaktiert werden. Das Jugendforum freut sich auch über neue Mitglieder. Wer Interesse hat, ist eingeladen bei den Treffen, die jeden Montag um 17.30 Uhr im Jugendcafé stattfinden, einmal vorbeizukommen. Weitere Infos gibt es im Internet auf www.jugendforum-babenhausen.de.

Quelle: op-online.de

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