Pfannkuchenhaus in der Fahrgasse

Die etwas andere Gastronomie in Babenhausens Altstadt

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Seit April steht Antje Ritzel (links) hinter der Theke ihres Pfannkuchenhauses. Neben den Eierkuchen gibt es auch Coffee to Go. Aber nur, wer seinen eigenen Becher mitbringt.

Babenhausen - Cafés gibt es wie Sand am Meer. Leere Geschäfte leider auch. Antje Ritzel bereichert mit einer etwas anderen gastronomischen Idee nun die Babenhäuser Altstadt: einem Pfannkuchenhaus. Von Yvonne Fitzenberger

Die Tische vor der Fahrgasse 39 sind besetzt. Berufstätige kommen in der Pause für ihr Mittagsessen oder treffen sich abends, um sich noch etwas zu gönnen: einen Pfannkuchen und dazu einen Kaffee oder Cocktail. Lange stand das alte Haus in der Fahrgasse leer. Seit April ist die Nummer 39 mit neuem Leben gefüllt. Von außen hat sich nichts geändert, nur ein paar neue Stühle und Tische stehen da. Das Innere von „Frau Antje“ hingegen erstrahlt in neuem Glanz. Es dominieren die Farben weiß und rot, die Einrichtung ist aus hellem Holz. Gemütlicher Landhausstil strahlt den Gästen entgegen. Schnell erkennen Besucher, das „sind ganz individuelle Stücke“.

„Das haben wir alles selbst gebaut“, berichtet Antje Ritzel stolz. Die gebürtige Berlinerin und ihr Lebensgefährte bauen in ihrer Freizeit Möbel. Ihr gemeinsames Hobby nutzten sie, um – ganz nach dem Motto „Mach es selbst“ – das Pfannkuchenhaus auf eigene Faust einzurichten. Boden, Wandverkleidung, Theke und der kleinen Schmökerschrank schreinerten die beiden selbst. Nur um Tische und Stühle von Grund auf zu bauen, dafür fehlte die Zeit. „Wir haben aber alles bearbeitet, damit es unserem Stil entspricht“, sagt die 48-Jährige. Mit dem Pfannkuchenhaus hat sich Ritzel einen lang gehegten Traum erfüllt. „Ich wollte mich schon eine Weile selbstständig machen“, berichtet sie.

Lange habe aber das richtige Objekt gefehlt, um ihre Traumvorstellung umsetzen zu können. In der Babenhäuser Altstadt ist sie fündig geworden. Und dann, nachdem die Entscheidung getroffen war, ging alles ganz schnell: Das ehemalige Café war bereits ausgeräumt, „das hat uns viel Arbeit erspart“. Von vornherein war Ritzel klar, dass das Aussehen ihres Betriebs von ihrem Hobby beeinflusst wird. Sie setzt vor allem auf Details, wie zum Beispiel, ob Balken quer oder längs hängen sollen. „Mein Partner hat die Wandbalken teils drei Mal neu montieren müssen bis ich zufrieden war“, sagt sie mit einem Lachen.

Wie werde ich...? Konditor/in

Auch ihr Lebensgefährte Michael Gorski kann inzwischen darüber schmunzeln: „Der Raum wirkte niedriger, als wir die Balken quer angebracht hatten, fand Antje. Also wieder ab.“ Es ist ein Familienprojekt: Neben der zweifachen Mutter steht auch ihre Tochter öfter vor und hinter der Theke und hilft aus. „Aber sie wird nicht in das Geschäft einsteigen“, sagt Ritzel, „sie soll ihren eigenen Weg gehen.“ Ihre Erfahrung konnte die Wahl-Babenhäuserin bereits als Angestellte in einem anderen Pfannkuchenhaus sammeln. Insgesamt gibt es in Deutschland weniger als zehn solcher Betriebe.

Die Idee dafür stammt aus den Niederlanden. Dort sind Pfannkuchenhäuser ebenso verbreitet wie Cafés. Das Rezept für die Eierkuchen stammt von Ritzel. „Ich habe lange herum probiert“, erinnert sie sich. Zum Testessen musste die ganze Familie her. „Am Ende konnten sie keine Pfannkuchen mehr sehen“, scherzt die Mutter. Das Angebot an süßen und herzhaften Palatschinken wechselt regelmäßig. „Ich wähle die Zutaten nach Saison aus.“ Auch auf Regionalität achtet Ritzel. „Nur an veganen Pfannkuchen hab ich mich noch nicht versucht“, sagt sie. Vielleicht aber bald.

Quelle: op-online.de

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