Vom Mut zu etwas Neuem

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Dreimal wurde in den letzten Tagen das Musical „Rotasia“ von der 4 a und der Chor-AG der Grundschule im Kirchgarten in der Stadtkirche aufgeführt.

Babenhausen - Prinz Shadi von Rotasia ist ziemlich aufgewühlt: Er hat ein Buch gefunden, das von den Ländern dieser Welt berichtet. Je aufgeregter ihm seine Leibwächter erzählen, dass das alles nur Märchen sind und es außer Rotasia kein anderes Land auf der Welt gibt, umso mehr träumt er davon, diese Länder zu finden. Von Michael Just

Dreimal verwandelte sich der Altar der Stadtkirche in eine Theaterbühne. „Rotasia“ hieß das Stück, das die Klasse 4 a und die Chor-AG der Grundschule im Kirchgarten aufführten. Die Leitung der Nachwuchsschauspieler hatte Jana Otto, den Chor führten Carmen Christmann-Kaiser, Elfriede Hofmann und Gabriela Vorwerk-Macheledt.

Der Veranstaltung griffen unter anderem der Carnevalverein mit Kostümen, der Turnverein mit Sportgeräten und das Babenhäuser Blasorchester mit der Mikrofon- und Lautsprecheranlage unter die Arme. „Das ist jetzt das zweite Jahr, dass wir ein solches Musical machen“, erzählt Carmen Christmann-Kaiser. Die Grundidee sei im letzten Jahr von der evangelischen Kirchengemeinde und hier von Pfarrerin Andrea Rudersdorf gekommen, die 2008 das christliche Stück „David“ mit Gemeinde- und Schulkindern einstudierte.

Da es in diesem Jahr der Terminkalender von Rudersdorf nicht zuließ, habe Jana Otto mit ihrer 4a das Einstudieren der Schauspielrollen übernommen. Der Inhalt des Stücks, dessen Aufführungsrechte von einem Verlag erworben wurden, überzeugte vor allem durch seine Botschaften, dass man ohne Angst auf andere Völker zugehen und Freundschaft mit allen Menschen schließen kann – auch wenn diese anders leben und aussehen. Dazu handelte die Geschichte von großen Träumen und kleinen Schritten, vom Mut, etwas Neues zu wagen und der Bereitschaft, einen Ratschlag anzunehmen.

Was bei der Aufführung vor allem verwunderte war die große Anzahl der Chormitglieder. Fast 60 Kinder sangen vor der Bühne. Eine Zahl, auf die Christmann-Kaiser besonders stolz ist. „Wir sprechen hier von einer freiwilligen AG, die nach Schulschluss in zwei Gruppen zusammenkommt“, sagt die Pädagogin, die regelmäßig ihre Stimme bei „Woman and Voices“ des lokalen Gesangvereins „Eintracht“ einbringt. Den guten Zuspruch führt sie nicht nur darauf zurück, dass die AG den Eltern eine zusätzliche, entlastende Betreuungsstunde für ihren Nachwuchs in der Schule bietet. „So etwas funktioniert nur, wenn wir für die Kinder ein musikalisches Erlebnis bereit halten, was sie mitreißt und bei dem sie Spaß haben.“ Laut Christmann-Kaiser zielen die grundsätzlichen Bemühungen darauf ab, die Kinder ungezwungen an die Musik heranzuführen. Das drücke sich unter anderem dadurch aus, dass man ohne Kosten für die Schüler und damit die Eltern auskommen will was Instrumente oder Unterricht angeht. Nach fünf Jahren Chor-AG werde der Erfolg nun sichtbar: „Mit kleineren Projekten im Vorfeld und den beiden Musicals haben die Eltern gesehen, dass da was rauskommt.“ Mittlerweile habe man sogar eine Warteliste einführen müssen, da über 60 Kinder den Rahmen sprengen. Von dem Erfolg profitiert laut der Babenhäuserin auch die Joachim-Schumann-Schule mit ihrer Chorklasse. So schaffe die Chor-AG der Kirchgartenschule eine wesentliche Grundlage, dass dort die Anmeldungen stimmen: „Am Anfang mussten die Kollegen kämpfen dass sie die Klassen vollkriegen. Mittlerweile kommen auf die 30 Plätze rund 50 Bewerber, so dass sie auswählen müssen.“

Quelle: op-online.de

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