„Etwas tun für Sicherheit der Bürger“

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Die Überfälle einer mindestens zehnköpfigen Bande in Babenhausen und der näheren Umgebung haben viele Bürger verunsichert. Obwohl in Babenhausen laut Kriminalstatistik die Straftaten zurückgehen, bleibt doch für viele ein ungutes Gefühl.

Babenhausen ‐ Die Überfälle einer mindestens zehnköpfigen Bande in Babenhausen und der näheren Umgebung haben viele Bürger verunsichert. Obwohl in Babenhausen laut Kriminalstatistik die Straftaten zurückgehen, bleibt doch für viele ein ungutes Gefühl. Von Stefan Scharkopf

Vor dem Hintergrund, dass auch die Stadt das Thema beackert und am Donnerstag (4.), 19.30 Uhr, zu einer Informationsveranstaltung in die Stadtmühle einlädt, setzt sich die Interessengemeinschaft Frühwarnsystem dafür ein, dass ein solches Rundrufverfahren auch in Babenhausen und im Landkreis Darmstadt-Dieburg eingerichtet wird.

Mit einem Frühwarnsystem könnte bei der Polizei schnell ein Hinweis auf mutmaßliche Einbrecher, Vandalen und so weiter eingehen. Ist beispielsweise bei einem Geschäftsmann ein Trickbetrüger aufgetaucht, gibt dieser die Information an die Polizei weiter, wo alle Fäden zusammenlaufen. Dort werden dann die Angeschlossenen so schnell wie möglich per Telefon, E-Mail, Fax oder SMS gewarnt. Die Beamten der Polizeistation Dieburg würden in eine Gefahrenanalyse vornehmen und bei gegebenem Anlass per Computer schnell handeln und alle informieren, die am Frühwarnsystem, seien es „Ringmaster“, „Bias“ (Bürger-Informations-Alarm-System) oder andere, beteiligt sind.

Darmstadt-Dieburg weißer Fleck auf der Landkarte

Um nicht nur die unmittelbaren Nachbarn, sondern auch ganze Stadtteile oder im gewerblichen Bereich Firmen gleicher Branchen schneller über entsprechende Vorgänge zu informieren und vor allem gezielte Informationen zu verbreiten, sei dieses Bürger-Informations-Alarm-System entstanden, erklärt der Vorsitzende der Interessengemeinschaft, Horst W. Günther. „Der größte Gegner der Polizei ist die Anonymität. Deswegen müssen Bürger und Polizei an einem Strang ziehen.“ Für an die Frühwarnsysteme angeschlossene Haushalte ist der Service kostenfrei, auch Neuinstallationen oder Umbauarbeiten fallen weg. Günther, der auch die AG Stadtmarketing und den Gewerbeverein hinter sich weiß, wirbt seit 2004 für die Einführung eines Frühwarnsystems.

Im Gegensatz etwa zum Landkreis Offenbach ist Darmstadt-Dieburg noch ein weißer Fleck auf der Landkarte, obwohl der frühere Landrat Alfred Jakoubek und auch die Polizeistation Dieburg sich für die Einführung einsetzten.

Ein Frühwarnsystem ist eine Einrichtung der Polizei und nicht der Stadt. Finanziert wird sie allerdings nicht von der Polizei: Da muss die Kommune in die Tasche greifen. Nach der Berechnung von Günther belaufen sich die Kosten für den Ankauf eines Frühwarnsystems für die Kommunen des östlichen Landkreisteils auf rund 25 000 Euro. Dazu kommen noch Servicekosten von knapp 12 000 Euro (für drei Jahre). Schlägt man das auf die Einwohnerzahl Babenhausens um, belaufen sich die Kosten auf 28 Cent pro Bürger. „Diesen Beitrag sollte die Stadt für die Sicherheit ihrer Einwohner aufbringen“, sagt Günther dazu.

Statistiken zeigen zwar, dass das Bedrohungsgefühl der Bürger oft nicht mit der tatsächlichen Gefährdung übereinstimmt. Das weiß auch Günther. Bei konsequentem Einsatz sorge das System aber für einen besseren Kontakt zwischen den Bürgern und der Polizei. Insgesamt könne es dazu beitragen, das Sicherheitsgefühl der Bürger zu verbessern und Straftaten zu verhindern.

Schaafheim, Roßdorf und Groß-Zimmern haben Interesse

„Bekanntlich werden nur rund fünf Prozent der Straftaten durch polizeiliche Recherche aufgeklärt. In den übrigen Fällen bringen die Anzeigenerstatter oder aufmerksame Zeugen die Polizei auf die Spur“, weist er auf die Wichtigkeit solcher Telefon-Rundruf-Aktionen hin. Prävention sei der erste Schritt zur Bekämpfung von Kriminalität, deren Erfolg aber nicht nur Sache der Polizei und der Staatsanwaltschaft sei, sondern vor allem von der Einwohnerschaft Einsatz und Mitarbeit verlange.

Bislang habe keiner den Anfang gemacht im Landkreis. Schaafheim, Roßdorf und Groß-Zimmern hätten Interesse bekundet. Jetzt hofft Günther darauf, dass die Stadt Babenhausen Initiative ergreift.

Quelle: op-online.de

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