Keine Einigung in Sicht

Sportplatzstreit: Germania lehnt Vertrag mit der Stadt ab

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Die Zukunft des Sportgeländes an der Hindenburgstraße, in der Bevölkerung Ostheimer Hang genannt, bleibt ungewiss. Der Sportverein Germania, dem die Stadt im Frühjahr den Vertrag kündigte, möchte die nun geforderte Pacht nicht zahlen. Das Vereinsheim (oben links) ist zudem marode.

Babenhausen - Beim Sportplatz am Ostheimer Hang ist keine Einigung in Sicht. Die von der Stadt vorgelegte Vereinbarung lehnt der Sportverein Germania ab. Von Jens Dörr

Der SV Germania Babenhausen hat vor wenigen Tagen den seit Monaten erwarteten Vertragsentwurf der Stadt über die Nutzung des Sportgeländes am Ostheimer Hang erhalten – und in einer Vorstandssitzung am Montagabend als inakzeptabel eingestuft. Der Fußballverein, dem der bisherige Pachtvertrag aus dem Rathaus gekündigt worden war (wir berichteten), weil die Germania das Gelände nicht wie vereinbart gepflegt habe, stößt sich vor allem an den aus seiner Sicht zu hohen Kosten.

Die durch die Stadt vorgelegte „Vereinbarung zur Nutzung der städtischen Liegenschaft Sportanlage Hindenburgstraße 13“ sieht eine monatliche Nutzungsvergütung in Höhe von 1300 Euro vor - oder einen Betrag in Höhe von 625 Euro (plus Nebenkosten), falls die Germania die Rasenflächen in Eigenregie pflegt. In letzterem Fall müsste die Germania an die Stadt jährlich 7 500 Euro entrichten. Im Rahmen des früheren Pachtvertrags war dies wesentlich weniger, allerdings sah dieser auch mehr Aufgaben für den Verein vor. Noch etwas weiter zurückliegt die Zeit, als gar die Stadt die Germania mit monatlich 800 Euro unterstützte, damit der Verein noch umfassendere Pflegemaßnahmen durchführt. Auch diesen Vertrag hatte man im Rathaus auch aus Unzufriedenheit mit dem Verein gekündigt.

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Unzufrieden mit dem Entwurf ist nun auch die Germania. Vorstandsmitglied Antonio Coppoleccia nennt die Vereinbarung einen „Schildbürgerstreich“. Er ergänzt: „Dieser Betrag für eine absolut marode Anlage ist wahnwitzig.“ Zumal nicht mehr viele Fußball-Spieler übrig seien, die als Nutzer überhaupt noch in Frage kämen. Denn: Die beiden Aktiventeams des SV Germania bilden seit dieser Saison (wie berichtet) eine Spielgemeinschaft mit dem TSV Langstadt und trainieren und spielen ausschließlich im Babenhäuser Stadtteil. Bleibt noch die Germania-Jugend, die sich in den vergangenen Jahren aber arg reduzierte: Ein Jugendteam bildet eine Spielgemeinschaft mit dem TSV Harreshausen und trainiert ausschließlich dort. Bleiben noch die E- und D-Junioren. „Wegen der ungewissen Zukunft spielen hier aber einige Eltern mit dem Gedanken, ihre Kinder bei uns abzumelden“, so Coppoleccia. Im schlimmsten Fall stehe der SV Germania in Kürze ohne Jugendabteilung da.

Bürgermeister Joachim Knoke räumt derweil ein, dass man beim Entwerfen des Vertrags den Wechsel der beiden Germania-Aktiventeams nach Langstadt noch nicht auf dem Zettel gehabt habe. In einer ausführlichen Mitteilung (siehe auch Infokasten) legt die Stadt in diesen Tagen noch einmal dar, weshalb man sich in der Vergangenheit vertraglich vom Verein löste und nimmt auch Stellung zum neuen Entwurf: Für die Germania ergebe sich „eine annehmbare Lösung“. Für monatlich 625 Euro erhalte die Germania „einen von der Stadt gepflegten Sportplatz. Die Stadt ist der Meinung, dass dies ein fairer Preis ist, auch im Vergleich zu den anderen Fußballvereinen, die ihre Sportplätze in Eigenregie betreiben und sicherlich auch erhebliche Arbeitszeiten und Geldmittel dazu beisteuern müssen.“

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Zudem teilte die Stadt mit, dass sich der Landkreis Darmstadt-Dieburg künftig mit der Hälfte der Kosten am Unterhalt des Ostheimer Hangs beteiligen werde, weil zu den Nutzern auch Babenhäuser Schulen gehören. Außerdem werde die Stadt vom Landkreis einmalig einen Investitionszuschuss in Höhe von 10. 000 Euro erhalten.

Keine Hoffnung machte die Stadt in der Stellungnahme hingegen auf einen baldigen Weiterbetrieb der dortigen Gaststätte. Weder Stadt noch Verein hätten genug Geld, um dort für eine Wiedereröffnung ausreichend zu investieren. „Prinzipiell wäre eine Kernsanierung oder ein Neubau notwendig“, heißt es in der Stellungnahme von Bürgermeister Knoke.

Quelle: op-online.de

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