„Sprache finden, um Gott zu ehren“

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Ein Überlebenspaket bekam Ralph Scheiner von Anneliese Peter in Vertretung des Chors überreicht.

Babenhausen - Kirchenchöre singen zu Ehren Gottes und um die Frohe Botschaft zu verbreiten. In Babenhausen tut das der evangelische Kirchenchor seit 100 Jahren. Das Jubiläum wurde nun mit einem musikalischen Festgottesdienst gefeiert. Von Michael Just

Die Predigt von Pfarrer Fuchs ergänzte der Chor mit acht Stücken, die der Posaunenchor begleitete. Die Lieder waren so aufgebaut, dass sie alle wichtigen Epochen des Kirchengesangs abdeckten. Einmal wurde es sogar „interaktiv“, als sich die Sänger in die Kirchenbänke verteilten, um neben den Gottesdienstbesuchern zu singen. Im Anschluss fand im Hof des Erasmus-Alberus-Hauses noch ein Empfang mit Imbiss und Sekt statt. Die Jugendband der Gemeinde untermalte die feierliche Stimmung am Sonntag.

„Der Kirchenchor hilft uns, dass wir eine Sprache finden, um Gott zu ehren“, sagte Pfarrer Frank Fuchs in seiner Predigt. Er präsentiere alte und neue Lieder, und das stets auf eine Weise, dass dies zu Herzen geht und uns anspricht. „Das Gründungsziel des damaligen Kirchengesangverein, zur Ehre Gottes zu wirken und die Gemeinde zu erbauen, wurde erfüllt“, lobte Fuchs.

Derzeit gehören dem Chor rund 50 Sänger zwischen 40 und 80 Jahre an. Seit 2009 heißt der Leiter Ralph Scheiner. Davor bestimmte Thelena Rühl über 33 Jahre maßgeblich dessen Geschicke. Sie war am Sonntag ebenfalls anwesend. „Ich wünsche dem Chor, dass er Jahr um Jahr älter wird und trotzdem jung bleibt“, sagte sie. Bürgermeisterin Gabi Coutandin hob die stetige Weiterentwicklung des Chors heraus und nannte ihn einen Schatz für die Stadt. Weitere Grüße kamen von Dekanats-Synodalvorsitzendem Christoph Kleinert.

Wahrlich ein Grund zum Feiern: Die Mitglieder des evangelischen Kirchenchors stießen auf dessen 100-jähriges Bestehen an.

Ralph Scheiner gefällt an seinem Chor vor allem die Frische und dass er auf eine große Gruppe mittleren Alters aufbauen kann. „Der Chor ist nicht in die Jahre gekommen. Er besitzt Schwung und erhält weiteren von mir“, so der 35-Jährige. Das agile Wesen Scheiners kommt bei seinen Schützlingen bestens an und scheint die Basis für die Zukunft: „Er ist dynamisch, reißt uns mit, hat Humor und legt Wert auf handwerklich gutes Singen. Es macht einfach Spaß“, sagte Stefanie Welters (49). Mit zwei erfolgreichen Projektchören sowie der Zusammenarbeit mit Kathy Kelly und Clemens Bittlinger machte der Kirchenchor jüngst von sich reden. Darauf will Scheiner aufbauen und in der Stadt weitere Kreise ziehen. Das soll sowohl im geistlichen Sinne – schließlich handelt es sich um einen Kirchenchor – aber auch auf gesanglicher Ebene erfolgen. So wollen die Sänger an Ostern 2014 erneut ihr Können mit einem Großprojekt zeigen: Derzeit studieren sie Franz Schuberts „Deutsche Messe“ ein. Das Stück „Zum Gloria“ wurde am Sonntag bereits als Neugierigmacher und Einladung zu Gehör gebracht. Zur Aufführung will der Chor 100 Sänger aufbieten. „100 Jahre, 100 Sänger“ heißt das Motto. Jeder Interessierte ist willkommen, die Konfession spielt keine Rolle.

In wenigen Tagen muss der Kirchenchor für ein paar Proben auf seinen Dirigenten verzichten. Mit seinem Vater will Scheiner den Kilimandscharo und damit Afrikas höchstem Berg bezwingen. Von Irene Gebhardt und Anneliese Peter gab es dafür stellvertretend für den Chor einen Hut gegen die starke Sonne und ein Überlebenspaket, dass man sich auf alle Fälle wiedersieht.

Quelle: op-online.de

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