Expertinnen für Sprachförderung

Babenhausen - (st) 27 Fachkräfte aus elf Kindertagesstätten im Landkreis haben sich zwei Jahre lang schulen lassen, damit sie, so Klaus Peter Schellhaas, Erster Kreisbeigeordneter und Dezernent für Familie und Soziales, die sprachlichen Fähigkeiten von Kindern ab drei Jahren gezielt fördern können.

Die elf Kindertagesstätten sind in Babenhausen (Kita „Kunterbunt“ in der Ludwigstraße), Eppertshausen, Pfungstadt, Alsbach, Seeheim, Ernsthofen und Roßdorf.

Nachdem die letzte Schulung Anfang April stattgefunden hat, nehmen die 27 Erzieherinnen nun das wohlverdiente Zertifikat aus den Händen des Ersten Kreisbeigeordneten entgegen.

Die Absolventinnen können sich somit „Expertinnen für das KonLab-Kindergartenprogramm“ nennen. Hinter KonLab verbirgt sich die Abkürzung von Konstanz-Laboratories, das von dem Schweizer Dr. Zvi Penner gegründet worden war. Penner hat ein Sprachförderprogramm speziell für Kindergärten entwickelt, das den Kindern sprachliche Regeln auf spielerische Art nahe bringt. „Das Bewusstsein des eigenen Sprachgebrauchs wird geschärft, die Sprache wird bewusster eingesetzt“, sagt Erster Kreisbeigeordneter Klaus Peter Schellhaas zu dem Programm.

Auf dem Weg zur qualifizierten Fachkraft gab es neben den Lerneinheiten auch so manchen Stolperstein zu beseitigen. Beispielsweise mussten sich die Teilnehmerinnen mit der eigenen Muttersprache und deren Grammatik befassen oder die Eltern davon überzeugen, dass die Kinder nur bei regelmäßiger Teilnahme von der Förderung profitieren.

Nicht zuletzt galt es, sich mit sprachlichen Feinheiten auseinanderzusetzen: Kinder ohne ausreichende Sprachkenntnisse können etwa der Aufforderung „alle ziehen ihre Schuhe an“ nicht unbedingt folgen, weil sie nicht wissen, wer „alle“ ist.

Die Förderung richtet sich auch an Kinder mit Migrationshintergrund ohne ausreichende Deutschkenntnisse. Diese scheitern häufig in der dritten oder vierten Klasse, wenn sich das sprachliche Niveau spürbar verändert und beispielsweise Textaufgaben in Mathematik Sprachverständnis voraussetzen, um Rechenaufgaben zu lösen.

Ziel der Sprachförderung im Kindergarten ist es daher, mit den Kindern eine sprachliche Basis anzubahnen, die der Muttersprache gleicht. Um diese Ziele zu erreichen, haben die neuen Fachkräfte schon während ihrer Ausbildung verschiedene Punkte umgesetzt. So wurde die Sprachförderung auch außerhalb der speziellen Fördereinheiten in der Praxis angewendet. Außerdem wurden feste Strukturen im Alltag für die Kinder auf der einen und für die Eltern und Kolleginnen auf der anderen Seite geschaffen.

Schließlich gibt es an den Kindertagesstätten einen Raum für die Sprachförderung mit PC sowie in einigen Einrichtungen in jeder Kindergartengruppe geschultes Personal, damit eine Förderung in den Gruppenalltag integriert sein kann.

Quelle: op-online.de

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