Fahrradunterricht an der Joachim-Schumann-Schule

Fächerübergreifende „Bikeschool“

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Haben die Bikeschool an der JSS umgesetzt: Von links die beiden Rotarier Jörg von Mörner und Peter Richter, Klaus Schmitt vom Zweiradshop Niderhofer, Lehrer Christoph Ohl, Schulleiter Rainer Becker und Manfred Schmidt von der AOK Darmstadt.

Babenhausen - Radfahren stellt für Kinder und Jugendliche eine besondere Form unabhängiger Mobilität dar. Immer mehr Schulen überlegen sich deshalb, Angebote rund ums Zweirad zu etablieren. Von Michael Just 

Das Hessische Kultusministerium, die AOK Hessen und der gemeinnützige Verein „Bikepool Hessen“ treten dabei als Förderer auf. Mit Erfolg: Die Joachim-Schumann-Schule (JSS) ist seit kurzem „Bikeschool“. Wenn Schüler auf ihrem Stundenplan die klassischen Fächer Mathematik, Physik oder Deutsch lesen, geht damit meist ein Seufzer einher. Bei einem Fach ist das komplett anders: Die Freude auf den „Fahrrad-Unterricht“ ist allen Schülern gemein. Mit Beginn des aktuellen Schuljahres gibt es an der JSS die sogenannte Bikeschool.

Für das Wahlfach absolvierten die beiden Lehrer Daniel Fritsch und Christoph Ohl eine viertägige Fortbildung. Ihre Aufgabe ist es, nicht nur ihre Schützlinge zu bewegen, sondern auch Fahrtechnik und anderes Wissen, etwa in puncto Reparaturen, zu vermitteln. „Die ersten Runden wurden im Schulhof gedreht. Mittlerweile werden Touren in die Umgebung gemacht“, berichtet Christoph Ohl.

Lenkten die Kinder zu Beginn noch ihren eigenen Drahtesel, können sie neuerdings auf „Schulmaterial“ zurückgreifen. So verfügt die JSS seit Jahresbeginn über 14 hochwertige Mountainbikes eines namhaften deutschen Herstellers. Alle Modelle besitzen Scheibenbremsen und Federung. Die Räder samt Ausrüstung kommen vom Babenhäuser Radgeschäft Niederhofer. Mit 6 400 Euro übernahm die AOK Hessen den Löwenanteil der Finanzierung. Weitere 1 400 Euro steuerte der Rotary Club Dieburg-Babenhausen bei. Das Angebot an der JSS gilt im ersten Jahr nur für die fünften Klassen, Schritt für Schritt stoßen die oberen Jahrgänge hinzu.

Populäre Irrtümer rund ums Radfahren

„Mountainbiken ist cool. Dementsprechend groß ist die Motivation zur Teilnahme“, weiß Schulleiter Reiner Becker zum vollbelegten Kurs. Die Schüler erhalten keine Noten, sondern eine Teilnahmebestätigung. Neben dem Fahrspaß sind dem Schulleiter eine Reihe von Nebenaspekten, wie die Materialpflege, wichtig. „Dazugehören heißt bei uns, einen Helm zu tragen“, sagt er. Aus klimatischen und verkehrstechnischen Gründen wächst derzeit der Stellenwert des Radfahren in der Gesellschaft. Das wissen auch die Sponsoren: „Letztes Jahr hieß das Schwerpunktthema bei Rotary nicht umsonst Radmobilität“, erklärt Rotarier Jörg von Mörner. Für die AOK hat das Pedaletreten schon aus gesundheitlichen Gründen einen zeitlos hohen Stellenwert.

Und bei der Schumann-Schule ist das Thema „mehr Rad“ ebenfalls nicht neu: Schon seit einigen Jahren bietet Lehrer Klaus Pullmann das Wahlpflichtfach „Fahrradwerkstatt“ an.

Quelle: op-online.de

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